Mir ist schon klar, dass diese Übung auf den Schiffen als sehr wichtig und notwendig dargestellt wird. Denn wenn man es locker macht, nimmt dann fast keiner mehr daran teil. Vorige Woche auf der Costa Concordia wurden dabei sogar von allen die Bordkarten in ein Handlesegerät eingescannt. Vielleicht wird seit dem Untergang des Kreuzfahrtschiffes vor Santorin vor ein paar Monaten darauf genauer geschaut, dass alle dabei sind. Aber vorige Woche ist mir auch anderes aufgefallen. Die Route der Kreuzfahrt war Savona - Barcelona - Palma de Mallorca - Tunis - La Valetta - Palermo - Civitavecchia - Savona. Bei deutschen Reiseveranstaltern habe ich im Internet die Reise auch ab Barcelona angeboten gesehen, genauso wahrscheinlich für die Spanier, für die Malteser und Italiener. Es gab sehr große Passagierwechsel in Barcelona, in Malta, in Palermo und auch Civitavecchia. Die Sicherheitsübung für das ganze Schiff gab es aber nur am späten Nachmittag nach der Abfahrt aus Savona. Die Passagiere, die in Barcelona zustiegen, machten die Sicherheitsübung also erst am späten Nachmittag des Vortages ihrer Ausschiffung. Also doch nicht so wichtig? Gruß Ernst
Posts: 44 | Location: Austria | Registered: January 05, 2006
Mir gefällt dieses kommen und gehen einfach nicht - MSC macht das auch und ich empfinde es immer so ein bisschen wie Fähre fahren.
Das mit der Rettungsübung ist eingentlich überhaupt nicht zulässig! Dem Gesetz nach muss diese Übung spätetens 12 Std nach dem Auslaufen statt finden! Zu mind. war das mal so & wenn ich ehrlich bin kann ich mir nicht vorstellen das sich das zum laxeren gewendet haben soll.
Posts: 972 | Location: Germany | Registered: February 20, 2004
Hallo, meines Wissens liegt die Grenze bei 24h nach Auslaufen, aber auf keinen Fall so spät wie auf einigen Schiffen veranstaltet. Dieses Training ist überlebenswichtig, denn wenn einmal was passiert, ist es zu spät zum Üben. Und wie schnell Passagiere in Panik geraten hat man ja schon gesehen bei dem einen oder anderen Vorfall in der Vergangenheit.
MSC Melody 2000 u. 2001, MS Delphin 2002, MS Delphin Renaissance 2003, TS Maxim Gorki 2004, Aida Vita 2005, Color Fantasy 2005, MSC Sinfonia 2006, MS Millenium 2007, MS Nestroy 2007
Hallo liebe Kreuzfahrtfreunde, will auch noch kurz zu diesem Thema etwas beitragen. Im Juni 2007 war ich auf Kreuzfahrt im Nordmeer. Bremerhaven - Island - Spitzbergen - Norwegen - Bremerhaven. Auch wir hatten die Sicherheitsunterweisung. Antreten mit Schwimmweste usw. Weiter wurde uns das Rettungsboot gezeigt, das wir im Notfall besteigen müssen. Muss sagen, vorbildlich. Eine Schwäche hat jedoch die Sache. Sollte das Schiff Schräglage haben, wird es wohl sehr schwierig die Boote zu Wasser zu lassen. Die hatten ja schon Probleme bei ruhiger See und und keiner Schräglage. Und--- im Nordmeer nützt die beste Schwimmweste nichts, denn für die meisten Schiffbrüchigen dürfte nach 5 Minuten im eiskalten Wasser Schluss sein. Da Lobe ich mir Hurtigruten. Die bieten aufblasbare Anzüge, die mindestens über eine gewisse Zeit Kälte isolieren sollen.
Das ist leider das Problem den in den meisten Fälle bekommen Schiffe erst bei üblem Wetter Probleme - deshalb ärger ich mich immer wieder über passagiere die das ganze für ein Witz halten....
Ich habe mich zur meinen Cunard Zeiten in Fort Lauderdale von der Coast Guard die Rettungsboot Prüfung abnehmen lassen. Wir hatten auch noch alte diesel motoren in unseren Rettungsbooten. Es waren ausserdem waren es noch alte offene die mit Ruder von der Bordwand abgestäubert wurde.... Wenn die Costies mal richtig böse waren haben sie uns einen Kübel Wasser in den Auspuff gegossen und dann war Rudern angesagt!!!
Damals mussten alle Manschaftsmitglieder mit den Boot ins Wasser heute müssen nur noch die Bootsbesatzungen diese übeung 1mal alle 4 Wochen belegen.
Posts: 972 | Location: Germany | Registered: February 20, 2004
Sollte das Schiff Schräglage haben, wird es wohl sehr schwierig die Boote zu Wasser zu lassen.
Hallo es sind ja nicht nur die Boote als Rettungsmittel an Bord.Die selbstaufblasbaren Rettungsinseln gehören ja auch dazu. Allerdings habe ich auf einigen Fahrten festgestellt, dass manche Schiffsführungen es sehr locker sehen, während bei einem Käptn sogar die Männer hinten, dann die Frauen und vorn die Kinder stehen mußten. Viele Grüße Gerd
Bei manchen Kreuzfahrten erschien uns die Rettungsübung eher als Fototermin für die Bordfotografen, denn als Information was in einem Notfall zu tun ist...
Posts: 45 | Location: Darmstadt | Registered: September 11, 2005
Bei Aida wird die Sicherheitsübung am nächsten morgen nach Auslaufen gemacht (wurd mir schon von einigen Aida Reisenden erzählt). Auf der Jewel of the Seas wurde es noch vor Auslaufen gemacht, was ich auch besser finde. Brauch nur nachts ein Brand auszubrechen und kein Schwein weis wohin er soll.
Posts: 57 | Location: Mainz | Registered: May 14, 2006
Bei der Grandeur of the Seas wurde die Übung ebenfalls vor dem Auslaufen gemacht. Die Anwesenheit wurde penibel kontrolliert. Familien mit Kindern mussten/durften vorne stehen. Kinder bekamen ein farbiges Armband mit der Nummer ihrer Musterstation, so dass sie im Falle des Falles auch von Dritten (in der Regel aus der Kinderbetreuung) dort hin gebracht werden können, um die Eltern zu treffen.
Auch auf den Flussschiffen in den USA (jedenfalls den Raddampfern der ehemaligen Delta Queen Steamboat Company) wurde eine Übung vor dem Auslaufen gemacht. Diese bestand allerdings nur im Anziehen der Rettungsweste, deren korrekter Sitz vor der Kabinentür geprüft wurde. Es gibt zwar Musterstationen, aber mehr für die Crew. Da der Weg nach draußen meist nur wenige Schritte beträgt, dürfte das auch ausreichen (zumal in der Regel beim Sinken auf dem Fluss keiner im Passagierbereich auch nur nasse Füße bekommt).
Auf der Columbia Queen und der Empress of the North (Alaska) kann ich mich nicht an Übungen erinnern. Es gab aber Rettungswesten in den Kabinen.
Bei Deilmann gab es bei beiden Flusskreuzfahrten noch nicht mal Rettungswesten.
Gerd in diese knall orange farbene Rettungsinseln würde ich nie hinein wollen.
1) muss man zuerst ins Wasser und be Seegang ist das mehr als nur einer Herausforderung 2)ich muss noch irgendwie in so ein Ding reinklettern und dann auch noch bei Seegang - das ist wirklich NICHT einfach 3) draussen ist schlecht Wetter und man ist bis auf die Haut klatsch nass....
Ach du grüne Neuen NEIN DANKE wenn es irgendwie anders geht dann bitte nicht!
Posts: 972 | Location: Germany | Registered: February 20, 2004
die Rettungsübung ist für mich persönlich immer eine kleine Mehnung, dass man sich auf einem Schiff auf offner See befindet. Angesichts der riesigen Schiffe und des Komforts vergisst man leicht, dass man auch mal mit den Naturgewalten kämpfen muss. Ich denke da gerne an die Sea Diamond zurück. Irgendwie war das für mich surreal und in keinster Weise gefährlich (so denkt man, wenn man die Bilder sieht). Doch trotzdem sind Menschen gestorben.
Die besten Seenotrettungsübungen mit vielen Informationen zum Vorgehen habe ich auf der alten Europa miterlebt. Seither nichts dergleichen! AIDA war eher lächerlich. Insignia ging so, Columbus schien bemüht. Sun Bay war eher eine Lachnummer, weil man den Eindruck hatte, dass Hein Ramm und Mister Power eher mit sich selber beschäftigt waren. Ganz zu schweigen, dass man bei der Sun Bay beim ersten Tendern sowieso lieber geschwommen wäre.
Aber gut. ICh bin der festen Überzeugung, dass man sich auf jedem Schiff mit den Fluchtwegen auseinandersetzen sollte. Wie komme ich nach oben und nach draußen. das sollte man von der Kabine aus wissen und von neuralgischen Punkten im Schiff auch. Übrigens: Ich bin so ein fanatiker, dass ich mir auch in jedem Hotel mal kurz anschaue, wie ich da raus komme.
Fazit: Seenotrettungsübung mitmachen, aber bei der Schiffserkundung, die jeder von uns macht auch mal auf die Fluchtwege achten und auch gehen (selbst wenn ich da mal hin und wieder blöd von der Crew angeschaut werde, was ich im engen Treppenhaus mache).
Viele Grüße Ernst
Posts: 67 | Location: Allgäu | Registered: October 05, 2002
Hallo Ernst es steht doch wohl ausser Frage, dass alle die Übung mitmachen müssen und es auch kontrolliert wird. Wer es nicht macht, muß zur Vergatterung zum Käptn. Auch wenn man nach der soundsovielten Fahrt es mehr oder weniger im Schlaf beherrscht, aber so wie Du es machst ist es schon richtig. Viele Grüße Gerd
Dass alle an der Rettungsübung teilnehmen müssen ist schon klar, das Ungewöhnliche an der eingangs erwähnten Kreuzfahrt war, dass etliche Passagiere diese Übung erst ein paar Stunden vor ihrer Ausschiffung durchführten. Gruß (auch ein) Ernst
Posts: 44 | Location: Austria | Registered: January 05, 2006
ich kann nur sagen - auf der Norwegian Dawn (und ich habe den Eindruck, daß das auf US Schiffen generell so gehandhabt wird) fand die Rettungsübung statt, bevor das Schiff überhaupt ablegte. Man rief nachdrücklich dazu auf, es gab mehrere Durchsagen, die Anwesenheit wurde per Liste an der Musterstation abgehakt (allerdings fehlten Leute, keine Ahnung, ob es da Nachschulung oder sowas gab).
Ich persönlich finde die Übung wichtig, ein Schiffsuntergang ist sicher unwahrscheinlich und selten, ich bin auch kein Panik-Mensch. Aber ich achte auch im Flugzeug auf den nächsten Notausgang, werfe im Hotel einen Blick auf den Rettungsweg, der an der Tür verzeichnet ist.
Habe bei einem Reiseveranstalter gearbeitet, wo durch einen Hotelbrand 2 Kunden gestorben sind, die den Weg nach draußen nicht gefunden haben.
Das A + O bei Rettungen liegt meist in einer zügigen Evakuierung. Warum soll man sich wegen blödsinniger Nachlässigkeit eine eventuelle Chance verbauen, bloß weil man nicht weiß, wo es lang geht?
Denkt mal an die Notlandung und den Flugzeugbrand in Kanada (ich meine, es war eine Air France Maschine - alle Passagiere wurden gerettet, weil schnell evakuiert wurde). Ein Flugzeug muß den Test bestehen, in 90 Sekunden durch nur die Hälfte der Türen evakuiert zu werden - und das wird getestet, indem die Hälfte der Notausgänge nicht öffenbar sind! Sonst gibt es keine Zulassung.
Da stellt sich mir nicht die Frage, ob eine Rettungsübung an Bord eines Schiffes notwendig ist oder nicht...