der ARD-Videotext meldet soeben, die Lloyd Werft sei pleite. Dies habe der Bremer Wirtschaftssenator Perschau gesagt. Weitere Details liegen bislang nicht vor.
Die Bremerhavener Lloyd Werft hat beim Amtsgericht Bremerhaven Insolvenz beantragt. Über den Antrag werde in Kürze entschieden, sagte der zuständige Richter Uwe Lissau auf dpa-Anfrage. Die finanziellen Schwierigkeiten der Werft entstanden vor allem durch die Havarie des neuen Kreuzfahrtschiffes «Pride of America», das vor wenigen Wochen bei Sturm an der Pier kenterte und seitdem mit Schlagseite im Hafenbecken liegt.
Jetzt kann man nur hoffen, dass das Land die kürzlich getroffene Zusage über eine Landesbürgschaft einhält. Vielleicht ist ja noch was zu retten! Jedenfalls wäre eine endgültige Insolvenz für Bremerhaven der Super-Gau!
Posts: 816 | Location: Nordenham/Germany | Registered: July 08, 2002
Auch wenn ich wenige Dinge so häßlich finde wie mehrere Rufzeichen hintereinander, hier muß es sein: Leute, nun heißt es beten!!!!! Eine Pleite wäre ja der Super Gau schlecht hin!!!! Einmal für die region und die menschen, und auch für die qualität in der schiffbaubranche. Die SIND doch weltmeister im umbauen usw.
Das wäre allerdings ein dicker Hammer. Dann kann Bremerhaven dicht machen. Ich hoffe bloss, dass es nicht so weit kommen wird. Denn Umbauaufträge für die Werft wird es in Zukunft sicherlich noch viele geben. Wäre schade wenn das Kentern der POA den Grundstein für eine Pleite gelegt hätte.
Vielleicht besinnt sich NCL noch und rückt die fällige Rate heraus, denn ich denke, sie wollen weder a) auf das Schiff verzichten und b) Mitschuld am Ende der Lloyd-Werft tragen zumal diese ja geradezu ihre Haus- und Hofwerft ist. Im Radio war wohl eben zu hören, daß in zwei Tagen Verhandlungen bzgl. der Abnahme stattfinden. Wie Helge schon sagte, ich hoffe, es geht um's wie und nicht um's ob! Für Bremerhaven wäre es in der Tat eine Katastrophe. Ginge nicht nur die Werft, sondern auch zahlreiche Zulieferer zugrunde...aber soweit ist es Gott sei Dank nicht!
Posts: 816 | Location: Nordenham/Germany | Registered: July 08, 2002
Was ich schade finde ist, dass anscheinend Reedereien und Werften nicht mehr in der Lage sind vernünftig miteinander kommunizieren zu können. Auch wenn man die Fälle Festival und NCL nicht unbedingt vergleichen kann, die Dummen sind letztendlich die deren Arbeitsplätze bedroht sind, also die Arbeiter bei Lloyd und auch die Angestellten auf den Schiffen und natürlich auch die Passagiere die ihre Reisen nicht antreten bzw. beenden können und meistens auch einen finanziellen Schaden davontragen. So sehr wir alle zu Recht trautig sind wenn ein Schiff nach Alang wandert, hier geht es für so manche Familie um die nackte Existenz und das ist wirklich bitter. Also Daumen drücken!!
<shiplover neu>
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Hallo, muss als Laie mal ganz dumm nachfragen: Was ist mit der untenstehenden Nachricht, die ich bei Stefan Giessen unter News fand?!
"Pride of America ist versichert
Der Schaden auf dem gesunkenen Kreuzliner "Pride of America" ist in vollem Umfang versichert, der Reeder werde das Schiff abnehmen und alle beteiligten Firmen ihre Arbeit bezahlt bekommen. Das hat die Lloyd-Werft in einem von Geschäftsführer Werner Lüken unterschriebenen Brief an alle Zulieferfirmen des Werftbetriebs versichert und ist damit Befürchtungen über mögliche wirtschaftliche Schwierigkeiten des Unternehmens entgegengetreten. Die "Pride of America war vergangene Woche aus noch ungeklärten Gründen im Hafen von Bremerhaven gesunken. (23-01-2004)"
Schnee von gestern? Heute hab ich davon jedenfalls noch gar nichts wieder gehört. Klar ist, die "kleinen Leute" wie die Werftarbeiter sind wie immer die Gelackmeierten. Und wieder der Verdacht, dass Management und Politik nicht mit offenen Karten spielen oder zumindest die ganze Wahrheit vermeiden, um von eigenen Versäumnissen abzulenken. Ich befürchte, allein hoffen hilft nicht weiter... aus Ostfriesland grüsst Peter
Die Nachricht, die Du bei mir gefunden hast (allerdings mit ph und mit nur einem s ) ist nach wie vor aktuell. Nur: Es zahlt keine Versicherung, bevor die URsache und die Schadenshöhe nicht geklärt ist. Wenn Du ein Auto in die Werkstatt bringst, zahlt die Versicherung auch erst, wenn Du die Rechnung präsentierst und nicht vorher. Im Prinzip hier das gleiche... Nach dem sich der erste Schock gelegt hat, sieht es sooo schlimm auch nicht mehr aus. Die INsolvenz wird inzwischen als Garant für weitere Tätigkeiten gewertet. Am MIttwoch stehen Verhandlungen mit NCL an, wie's weiter geht...bis dahin sollten wir mal abwarten. Entscheidend ist auch, ob Cunard und P&O an den AUfträgen für April/Mai festhalten. Heute haben jedenfalls zwei Fähren von Caledonian eingedockt...es ist also noch Leben bei Lloyd!
Posts: 816 | Location: Nordenham/Germany | Registered: July 08, 2002
Ja, JÜrgen, so viele Daumen haben wir garnicht, die es zu drücken gilt. Wie Patrick schon sagte, wäre das Ende der Lloyd-WErft ein Super-GAU für Bremerhaven, da eben nicht nur die Werft, sondern auch zahlreiche Zliefererbetriebe betroffen wären. Habe heute erst wieder gelesen, daß in Bremerhaven momentan 10000 (!!) Wohnungen leer stehen...
Posts: 816 | Location: Nordenham/Germany | Registered: July 08, 2002
quote: Nur: Es zahlt keine Versicherung, bevor die URsache und die Schadenshöhe nicht geklärt ist. Wenn Du ein Auto in die Werkstatt bringst, zahlt die Versicherung auch erst, wenn Du die Rechnung präsentierst und nicht vorher. Im Prinzip hier das gleiche...
Das aktuelle Problem bei Lloyd scheint zu sein, dass die vereinbarte Abschlagzahlung von ~37Mio€ durch NCL nicht gekommen ist. Daraus hätten sichelich ein Großteil der lfd. Kosten bestritten werden sollen.
Allerdings ist ja bis heute noch nicht klar, wie lange die Bergung der Pride andauern wird, und je nach dem, wie weit der Innenausbau vorangeschritten war, werden dort noch mal erhebliche Mittel investiert werden müssen, das kommt unter Umständen schon wieder fast einem Neubau gleich, so dass sich die Auslieferung des Schiffes deutlich verschieben wird. Ich schätze mal, nicht mehr in diesem Jahr.
Und hier kommt die Planung von NCL ins Spiel: Die Reederei wollte mit dem Schiff Geld verdienen, da sie die Pride in absehbarer Zeit nicht bekommen wird, wird sie sich auf dem Markt umorientieren und schauen, wo noch ein gleichwertiges Schiff zu haben ist.
Für Lloyd bleibt da nur die Hoffnung, dass sich für die Pride ein neuer Abnehmer findet, an den sie dann wahrscheinlich mit Verlust verkaufen muss.
Moin Peter, aus diversen Gründen glaube ich nicht, daß NCL das Schiff nicht abnehmen wird...Auch denke ich, daß das Schiff noch in diesem Jahr fertig gestellt werden kann, wenn auch gegen Ende.
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Eben erreicht mich folgende Presseerklärung von NCL:
quote:Die Bremerhavener Lloyd-Werft hat Norwegian Cruise Line (NCL) davon in Kenntnis gesetzt, dass das Unternehmen beim Amtsgericht Bremerhaven Insolvenz angemeldet hat. Ungeachtet der finanziellen Situation der Werft wird NCL die Fertigstellung der künftig unter U.S.-Flagge fahrenden Pride of America weiter vorantreiben. Die im vergangenen Monat durch das Unglück auf dem Werftgelände entstandenen Schäden an dem Schiffsneubau werden durch die abgeschlossenen Versicherungen aufgefangen. NCL wird weiterhin eng mit der Lloyd-Werft zusammenarbeiten, die sich darauf vorbereitet, nach Bergung des Schiffes die Schäden im Trockendock zu beurteilen. Danach sollen die Reparaturarbeiten so bald wie möglich beginnen. Darüber hinaus ist noch für diese Woche ein Treffen zwischen Vertretern der Norwegian Cruise Line und der Lloyd-Werft geplant, bei dem es um die Fertigstellung der Pride of America gehen wird. Bei der Suche nach praktikablen Lösungen arbeiten Reederei und Werft eng zusammen. NCL legt Wert auf die Feststellung, dass die Reederei ihren an Baufortschritt und Auslieferungstermin des Neubaus gebundenen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen bislang stets fristgerecht nachgekommen ist und dies auch zukünftig tun wird.
Posts: 816 | Location: Nordenham/Germany | Registered: July 08, 2002
NCL kommt in Teufels Küche, wenn sie das Schiff nicht fertig bauen lassen. Sie haben sich der US-Regierung gegenüber zur Fertigstellung verpflichtet. Ansonsten können sie die "Norwegian Sky" - demnächst "Pride of Aloha" - gleich wieder auf die Bahamas umflaggen. Es gibt im Prinzip keine Alternative zur "Pride of America".
Hallo Raoul, hallo Stephan, nun, ich kenne natürlich nicht die Vertragsunterlagen von NCL und vielleicht ist die Presseerklärung von NCL auch aus den von euch genannten Gründen veröffentlicht worden.
Es wäre ja auch nur gut für Lloyd. dann könnte nämlich das Geschäft über eine kleine Zwischenfinanzierung weiter gehen, und die ~550 Mitarbeiter würden ihre Arbeit behalten, von den Zulieferern nicht zu reden.
Andererseits weiß ich, was es für ein Aufwand ist, so ein vollgelaufenes Schiff wieder flott zu bekommen und als Neubau abzuliefern. Zum Trocknen, Kontrollieren und Korrossionsschutz wiederherstellen müssen die Decks wieder ziemlich weit auseinander genommen werden. Und was ist mit der Maschineanlage, ich gehe davon aus (da das Schiff zu ist), dass die größten Brocken, sprich Hauptmaschinenanlage, installiert sind, das wird wohl der teuerste Einzelposten. Also bis Ende des Jahres gibt es viel zu tun, drücken wir die Daumen, dass alles so klappt wie wir uns es denken!
ich kenne die vertraglichen Inhalte natürlich auch nicht, aber eines ist klar: Es handelt sich hier nicht um ein x-beliebiges Kreuzfahrtschiff, das von einer x-beliebigen Reederei auf einer x-beliebigen Werft gebaut wird.
Die "Pride of America" ist ein absoluter Sonderfall. Um ihren Weiterbau in Bremerhaven überhaupt erst möglich zu machen, mußte der US-Kongreß ein extra dafür eingebrachtes Gesetz verabschieden. Dies betrifft die Fertigstellung der "Pride of America" sowie des "Project America 2". Ebenfalls eingeschlossen ist die Möglichkeit für NCL, ein bestehendes Schiff in die USA umzuflaggen. NCL hat sich für die "Norwegian Sky" entschieden.
Normalerweise müssen Schiffe unter US-Flagge nicht nur eine rein amerikanische Besatzung haben, sondern auch in den USA gebaut sein. Selbst größere Umbauten können dazu führen, daß der "US Flag Status" verloren geht. So wäre es z.B. für NCL nicht möglich, die "Universe Explorer" oder die "The Emerald" unter US-Flagge zu betreiben, obwohl diese in den USA gebaut wurden. Sie wurden nämlich im Ausland (Lloyd Werft bzw. Griechenland) großen baulichen Veränderungen unterzogen. Im Gegegensatz dazu stehen die "United States" und die "Independence", die NCL sich ja im letzten Jahr bereits vorsorglich gesichert hat.
Wenn NCL die "Pride of America" nicht fertigstellen lassen würde, wäre das gesamte Gesetzgebungsverfahren mit aller Lobbyarbeit usw. für die Katz' gewesen. Und den Hawaii-Markt unter US-Flagge könnte NCL damit wohl abschreiben. Und das nach all dem unglaublichen Aufwand, der getrieben wurde? Ich halte das für extrem unwahrscheinlich.