suche Erfahrungsaustausch zur ärztlichen Versorgung auf Kreuzfahrtschiffen. Ich habe selbst die Kreuzfahrt östliches Mittelmeer-Schwarzmeer-Reise mit der Rhapsody im September unternommen. Ich bin für Mitteilung und besonders jeden email-Kontakt sehr dankbar. Jede email wird beantwortet.
Auch ich habe schon einmal die Dienste eines Bordarztes genutzt. Es war an Bord der Europa V auf dem Weg von Madras nach Colombo. Eine Nacht auf der Krankenstation. Barzahlung an den Doktor. Erstattung durch die Kasse daheim. Heute gibt es auf den großen Schiffen überall eine Bordklinik mit Ärzten und Pflegepersonal. Und im Mittelmeer ist der nächste Hafen nicht weit. Kein Grund, auf eine Kreuzfahrt zu verzichten. Gruß uwe
Ich war im September mit der Maxim Gorki unterwegs. Auf Grund eines starken Sturmes in der ersten Nacht wurde die Ärztin von vielen Gästen gebraucht. Sei es für Bandagen bzw. Tropf gg. Reisekrankheit - es lagen tatsächlich 10 Gäste daran. Meine Freundin hatte sich den Ellenbogen verstaucht und wurde professionell behandelt. Die Ärztin konnte sehr gut deutsch. Bezahlt wurde an die Ärztin per EC-Karte. Die Kasse hat dann in deutschland anstandslos bezahlt.
Meine Freundin hatte vor zwei Jahren auf der Aidablu einen Arzt benötigt. Es waren zwei an Bord: ein Chirurg und eine Internistin, dazu drei oder vier Krankenschwestern. Alle waren Deutsche, so daß keinerlei Sprachprobleme auftraten.
Die Behandlung erfolgte zunächst während einer der beiden täglichen Sprechstunden (jeweils 1 - 2 Stunden Dauer, so weit ich mich erinnern kann). Stationäre Behandlung war notwendig, wenn auch nur für einen halben Tag. Die Patientenzimmer (ca. 3 davon an Bord) hatten jeweils 2 - 3 Betten. Mangels "Auslastung" gab es jedoch ein Einzelzimmer. (Oder ist das dann eine Einzelkrankenkabine?!?) Krankenbesuch war jederzeit möglich. Nachuntersuchungstermine wurden außerhalb der öffentlichen Sprechstunde terminiert. Man wurde auch öfters darauf hingewiesen, daß jederzeit (!) ein Arzt in Rufbereitschaft ist.
Neben den Patientenzimmern gab es ein Untersuchungszimmer, einen OP (der auf mich als Laien einen besseren Eindruck als manche landgebundenen Räumlichkeiten machte), ein Sprechzimmer, Rezeption, sowie einen Apothekenraum.
Die Abrechnung erfolgte gegen Rechnung, die sehr schnell erstellt war und auf die Kabine gebracht wurde. Da dies nicht erst zum Ende der Kreuzfahrt geschah, hatten wir zum Schluß drei Rechnungen gesammelt. Die Rechnungen wurden dem Bordkonto belastet und wurden somit am Ende der Kreuzfahrt der Kreditkarte belastet.
Die Rechung selbst empfand ich als seeehr human: Der stationäre Aufenthalt wurde in 30-Minuten-Blöcken berechnet, alles war fast* bis zur letzten Pille einzeln aufgeführt.
*"Fast" deswegen, weil die zusätzlich als Prophylaxe für den nächsten Landgang erhaltenen Pillen gar nicht berechnet wurden!
Die Erstattung erfolgte durch die Reise-Krankenversicherung ohne Rückfragen und innerhalb weniger Tage.
Letztlich waren wir froh, daß ein solcher Aufwand für alle Eventualitäten betrieben wird. Krank zu werden wünsche ich niemandem, aber wenn es passiert, ist man sehr gut umsorgt.
Bei den Amis ist die versorgung auch nicht schlecht. Diese haben fast immer sehr gut ausgestattete Krankenreviere doch aus Haftungsgründen werden Passagiere schnell von Bord gebracht und da kann man sein blaues Wunder erleben wie zum beispiel auf inseln wie Dominica
Posts: 972 | Location: Germany | Registered: February 20, 2004
Hallo zusammen, zu diesem Thema gibt es eine Homepage von Dr. med. Werner Kalbfleisch unter www.cruiseship.li/inhaltx.htm Dieser war selber Schiffsarzt an Bord der Astoria und sieht die Versorgung nicht so positiv, besonders bei den ausländischen Reedern, die deutschen Veranstalter bewertet er durchweg besser. Um eine gut Versorgung auf den Schiffen zu gewährleisten hat er eine Art Vermittlung für Ärzte auf Schiffen in Zusammenarbeit mit Transocean ins Leben gerufen, es funktioniert wohl ausgezeichnet. Mittlerweile ist die Zahl qualifizierter Ärzte in seiner Datenbank wohl so groß, das er nicht nur für Transocean sondern auch für andere deutsche Anbieter tätig ist. Unsere Kreuzfahrt auf der Astoria z. B. wurde von zwei Ärzten und vier Pflegern begleitet, das hing aber auch damit zusammen, dass wir auch Dialysepatienten an Bord hatten. So werden z. B. auch alle von Transocean organisierten Ausflüge vom Schiffsarzt und seinen Helfern begleitet. Leider mussten sie bei unserer Reise sogar tätig werden, wir hatten eine Sturz aus dem Bus und einen vom Auto angefahrenen Passagier zu beklagen. Auch sollten die Ärzte, nach Meinung von Dr. Kalbfleisch, nicht nur medizinisch an Bord tätig werden, sondern auch Vorträge halten z. B. über Fitness, Sport, Ernährung, usw. Auf jeden Fall halte ich diesen Weg für den einzig richtigen, um eine auch zukünftig gute Versorgung zu gewährleisten. Viele Grüße
Originally posted by KlausK: ... und sieht die Versorgung nicht so positiv, besonders bei den ausländischen Reedern, die deutschen Veranstalter bewertet er durchweg besser...
Ich denke, man kann da kein allgemeingültiges Urteil fällen. Auf der "Golden Princess" wies man z.B. in den Reiseunterlagen darauf hin, dass man sogar in der Lage sei, eine Satellitenverbindung zu namhaften US-Kliniken herzustellen und unter Aufsicht von Experten auch komplizierte OPs an Bord durchzuführen. Auf der "Costa Classica" sahen wir zufällig mal den Schiffsarzt - ein sehr netter Herr, allerdings in einer Alterskategorie, dass er seinen Eid wohl noch vor Hippokrates persönlich abgelegt haben muss ... Insgesamt bin ich froh, dass unser gesamter medizinischer Bedarf an Bord sich in der Beschaffung von Alka Seltzer erschöpfte ...
*** Splendour of the Seas (2001) *** Olympia Voyager (2002) *** Golden Princess (2003) *** Costa Classica (2004) *** Costa Fortuna (2006) *** MSC Musica (2006) *** Millennium (2007) *** Legend of the Seas (2008) *** Marco Polo ... and coming soon: Summit