für so einfältig halte ich aber die MSC-Passagiere "Zweiter Klasse" nicht, daß sie nicht merken, daß es da zwei Decks gibt, die sie nicht betreten können.
natürlich werden sie es wissen, zumindest einige, da die beiden Decks ja nicht gerade im Weg liegen, aber die allerwenigsten werden sich daran stören. Ich will darauf hinaus, dass es keine Ein-Klassen-Gesellschaft gibt! Es gibt aber auch keine Aufregung, dass gewisse Leute nicht in Business-Lounges am Flughafen, den Executive-Floor im Hotel oder den Queens Grill auf der Qx2 kommen. Aber kaum macht es MSC genauso, dann ist der Aufschrei da; mir völlig unverständlich!
Gruss, York.
Posts: 83 | Location: Zürich | Registered: July 21, 2005
Originally posted by York S.: Aber kaum macht es MSC genauso, dann ist der Aufschrei da; mir völlig unverständlich!
Hallo York,
ich kann zumindest für meinen Teil versichern, daß meine Ablehnung rein gar nichts damit zu tun hat, daß ausgerechnet MSC diesen Schritt getan hat. Bei jeder anderen Reederei hätte ich genauso reagiert.
Es mag sein, daß das ganze eher ein aus psychologischer Sicht relevanter Punkt ist - aber wie schon einmal gesagt, durch verschlossene Türen abgetrennte Bereiche sind für mich schon eine deutliche Steigerung dessen, was sich die Reedereien bislang haben einfallen lassen. Wenn bislang etwas abgeschlossen und nur per "VIP-Karte" zugänglich war, dann allerhöchstens eine kleine Suiten-Lounge (z.B. bei Royal Caribbean).
Aber natürlich kann man da unterschiedlicher Meinung sein, keine Frage. Ich für meinen Teil werde jedenfalls um Schiffe, auf denen es eine solche Aufteilung gibt, nach Möglichkeit einen Bogen machen. Da beehre ich MSC doch lieber an Bord eines der anderen Schiffe, die so etwas nicht haben.
Hallo Raoul ich bin da ganz Deiner Meinung. Man kann dann die Maxim Gorkiy als Dreiklassenschiff reaktivieren ala Titanic. Ich bin gegen jede Abgrenzung und auch gegen Zuzahlrestaurants, was ja auch eine gewisse Klasseneinteilung ist. Maritime Grüße Gerd
@ York: wir werden wahrscheinlich noch endlos hier Argumente austauschen können und auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Sei es drum: Natürlich gibt es keine Ein-Klassen-Gesellschaft und es wird sie (m.E. leider) auch nie geben. Darum geht es, wie ich finde, auch gar nicht. Ich bin durch meinen sozialen Status und meine finanziellen Verhältnisse von bestimmten Teilen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen und das ist auch okay so. An Vielem wäre ich wahrscheinlich auch gar nicht interessiert. "Their Life ist seperated from ours, you have to remain in your Place" habe ich mal einen Butler auf der QE2, in einem Film über das Schiff, auf die Frage, ob es mit den Bewohneren der Suite die er "betreute" jemals zu Freundschaften gekommen sei, sagen hören. In diesem Sinne, bin ich bereit "an meinem Platz" zu bleiben und bin damit zufrieden. Aber wenn man mir diesen Platz auch noch beschneidet und ganze Bereiche (Decks) abtrennt, ist bei mir eine Grenze überschritten. Dann ist die erste Klasse nicht nur von mir getrennt, sondern schränkt meinen Platz zusätzlich noch ein.
Nochmal: ich habe überhaupt nichts gegen besseren Service und bessere Unterkunft für die es haben müssen, aber da wo ganze öffentliche Bereiche abgeschottet werden, fallen wir in die überwunden geglaubte Klassentrennung à la Titanic zurück finde ich. Ich darf im Zug ja auch nicht in der Ersten Klasse sitzen, wenn ich keine Karte dafür gekauft ahbe. Aber hindurchlaufen und dort im Gang am Fenster stehen, kann ich so lange ich will. Und unsere gesellschaftliche Erste Klasse reist nicht mit mir in dem selben Zug. Was die QE2 betrifft, habe ich im Bereich der (so nicht mehr existenten) Ersten Klasse nie Schwierigkeiten gehabt. Selbst wenn ich mir die verschiedenen Grill Restaurants angesehen habe, bin ich nie dumm von der Seite angesprochen worden. Natürlich wird man während der Essenszeiten dezent darauf hingewiesen, dass dies ein besonderer Bereich ist. Aber essen würde ich in den Grills ohnehin nicht gerne und finde das heutige Caronia (früher Mauretania) sowieso viel schöner und angenehmer. Ich gelobe also feierlich, ich werde nie nie nie auf ein Schiff gehen, auf dem ganze Decks für eine Erste -, Zweite - oder auch Holzklasse abgetrennt wurden, sei es nun von MSC oder sonst wem. Eine Ausnahme würde ich machen, wenn ich eine solche Reise gewinnen würde, (würde ich mir das mal angucken und laut gegen die Wände der Ersten Klasse hämmern und rufen: "Ich will da rein!")... Aber da ich weder Lotto spiele, noch Preisausschreiben mache, ist die Chance eher marginal...
Viele Grüße Peter
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Liebe Freunde, lasst die Kirche doch bitte im Dorf!
Ich bin ja nun auch kein Freund der Wiedereinführung des "Zweiklassensystems", aber ich bin dabei mich dem Unausweichlichen zu fügen. Schon vor Wochen haben wir im Rahmen der "Costa Concordia"- Diskussion festgestellt, daß dieser Trend nicht aufzuhalten ist.
Jetzt habe ich mal meinen Taschenrechner bemüht: 3887 Paxe, 80 "A"- Suiten (sollten also 160 Paxe sein), das ergibt eine "Oberschicht" von 4,12% der Passagiere. Also, wenn den restlichen 95,88% armen "B"- Paxen tatsächlich 20 qm- Standardkabinen (man muss sich mal vorstellen, wie groß das im Konkurrenzvergleich ist) zur Versöhnung angeboten werden, bin ich persönlich bereit, auf diesen Deal einzugehen.
Originally posted by Peter W.: In diesem Sinne, bin ich bereit "an meinem Platz" zu bleiben und bin damit zufrieden. Aber wenn man mir diesen Platz auch noch beschneidet und ganze Bereiche (Decks) abtrennt, ist bei mir eine Grenze überschritten. Dann ist die erste Klasse nicht nur von mir getrennt, sondern schränkt meinen Platz zusätzlich noch ein.
Nochmal: ich habe überhaupt nichts gegen besseren Service und bessere Unterkunft für die es haben müssen, aber da wo ganze öffentliche Bereiche abgeschottet werden, fallen wir in die überwunden geglaubte Klassentrennung à la Titanic zurück finde ich.
Ich gelobe also feierlich, ich werde nie nie nie auf ein Schiff gehen, auf dem ganze Decks für eine Erste -, Zweite - oder auch Holzklasse abgetrennt.
Hallo Peter,
da hast Du mir voll aus aus dem Herzen gesprochen. Genau meine Meinung.
Gruß, Astrid
Posts: 86 | Location: Erlangen | Registered: July 05, 2005
Wenn man mal die "historische" Entwicklung betrachtet, gab es doch zunächst Schiffe, die im Liniendienst zwei mehr oder weniger weit entfernte Punkte verbanden und ausschließlich zur Personenbeförderung zwischen diesen Punkten dienten. Hierbei stand (analog zur heute noch bei Fluggesellschaften, Fähren oder der Bahn anzutreffenden Situation) die Beförderungsleistung im Vordergrund. Niemand ist des Reisens willen auf ein Schiff gegangen; ausschlaggebend war das Erreichen des Zieles der Reise. Hierbei trug man (wie auch heute noch im Fährverkehr) der unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse der Reisenden Rechnung, in dem man zum einen (in der Holzklasse) lediglich die reine Beförderungsleistung anbot, zum anderen aber wirtschaftlich besser gestellten Personen durch Einführung weiterer Beförderungsklassen mit Inclusivleistungen die Reise als notwendiges Übel möglichst angenehm zu gestalten. Dies geschah durch gute Küche und diverse Unterhaltungsmöglichkeiten. (Auch diese Diversifikation läßt sich heute noch bei den Airlines gut vergegenwärtigen.)
Mit der Verdrängung der Liner durch das Flugzeug als Transportmittel (dies wiederum geschah nicht, weil fliegen ach so bequem ist, sondern einfach weil es die Zeit der notwendigen Reise entscheidend verkürzte) suchte man nach anderen Einsatzmöglichkeiten für die vorhandenen, aber im Liniendienst nicht mehr wirtschaftlich zu betreibenden Schiffe - und "erfand" dabei die Kreuzfahrt, die Zuspruch fand, aber die sich als reine "Lustreise" nur eine Oberschicht leisten konnte. Ergo wurden die Schiffe umgestaltet. Die Oberschicht wollte nur Erster Klasse reisen, so daß die Holzklasse verschwand und somit eine "Ein-Klassen-Gesellschaft" (eigentlich war es eine "Erster-Klasse-Gesellschaft) entstand. Die baulicherseits erhaltenen Innenkabinen dienten in erster Linie als Unterkunft für die Crew des Schiffes und für die mitreisenden Bediensteten der lustreisenden Herrschaften.
Nun, die Gesellschaft verändert sich. Mit zunehmendem Interesse der Mittelschicht an ebensolchen Kreuzfahrten (nachdem die "Urlaubsreise für alle" gesellschaftsfähig war) wurden Schiffe gebaut, die von vornherein für Kreuzfahrten vorgesehen waren. Das Angebot entwickelte sich weiter, eine Konkurrenzsituation zwischen den Reedereien entstand, die Preise fielen, ein Massenmarkt formierte sich.
Um der früher ausschließlichen Klientel den Anschein einer Exclusivität zu bewahren, wurden zunächst die Suiten immer aufwändiger ausgestattet. Zunehmend wurde entdeckt, daß mit zuzahlungspflichtigen Leistungen an Bord letztlich mehr Geld zu verdienen ist als mit dem (gesunkenen) Reisepreis an sich. Entsprechend geht das (rein wirtschaftliche) Interesse der Reedereien in diese Richtung. Und besonders bequem kommt man an das Geld der werten, gut situierten Kundschaft durch ein Bündeln von Inclusivleistungen, die nicht für alle inclusiv sind.
Der Trend geht also wieder dahin, die bloße Transportleistung möglichst günstig herauszustellen, und mit weiteren Erlösen an Bord das Geld zu verdienen. Dies macht nun die Easy Cruise One bis zur letzten Konsequenz vor, deren Reisepreis nur den reinen Personentransport und (entgegen der ersten Planungen) den ersten Satz Bettwäsche umfasst. Alle anderen Leistungen müssen separat gewählt und bezahlt werden.
Wie weit die anderen Anbieter in diese Richtung folgen werden, hängt nicht zuletzt davon ab, in wie weit die Kunden dem folgen werden. Da wir einen stark wachsenden Kreuzfahrtmarkt haben, gibt es eine Menge an Kreuzfahrtkunden, die keine Vergleichsmöglichkeit haben und Zuzahlrestaurants, abgeschottete Bereiche im Inneren des Schiffes oder gar an Deck (siehe Garden Villas) als gegeben und "normal" hinnehmen werden.
Dem zu Folge wird dieser Trend wohl weiter zunehmen. Ich schließe mich in meiner persönlichen Meinung jedoch voll der von Peter W. an. Auch wenn dies bedeutet, daß ich (bislang eher Anhänger der modern ausgestatteten Schiffe) dann zwangsläufig und allmählich zum "Oldie-Fan" werde - eben weil sich die kommenden Neubauten zunehmend an der gewinnorientierten Teilung der Passagiere in gute und weniger gute Kunden (ich nenne das jetzt mal so) orientieren werden.
MSC weiss was sie machen- ich denke sie machen das nicht umsonst. Naher werden die Schiffe, wie andere auch, voll sein und das produkt wird so einschlagen, dass die nächsten 2 Schiffe wieder was für uns bereit halten worauf wir überhaupt nicht "scharf" sind. Wenn es so weiter geht werde ich wohl bei AIDA und Phoenix bleiben.
Gruß aus dem Schneesturmort Wolgast, Bye Christian
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