So nach dem ich das Wort „chaotisch“ ins Spiel gebracht habe, möchte ich auch mal ein paar Sachen schreiben (wie es sich für einen typisch deutschen notorischen Nörgler eben gehört....
Wir haben diese Schnupperreise eigentlich nur aus einem Grund gemacht: Der achso kompetente Herr Ward schreibt in einem seiner Guides, daß auf der Opera überall mit Rauchbelästigungen zu rechnen sei (trotz Raucherzonen). Da wir als Nictraucher aber doch auch wert auf Rauchfreie Zonen (und ich bin ehrlich je größer desto besser) legen, wollten wir uns sleber davon überzeugen um nicht irgendwann mal 14 Tage auf einem verqualmten Pott unterwegs zu sein. In diesem Punkt konnte uns MSC absolut vom Gegenteil überzeugen!
Bei den anderen Dingen ist es immer wieder ein subjektives empfinden und Geschmack.
Einschiffung:
Hierzu ist schon fast alles gesagt. Dank der Kieler-Webcams haben wir vom Rechner aus, daß zu späte einlaufen der Opera gesehen und somit war 11:30Uhr als Einschiffungszeit schon nicht mehr realistisch. Da das Groundhandling von S&B durchgeführt wird haben wir dort angerufen um nachzufragen wann denn nun Check-In sei. Wir bekammen als Antwort: 12:30Uhr Check-In und 13:30 Einschiffung...
Das an Bord gehen durch die „Sicherheitsschleuse“ dauert sehr lange. Warum nur ein Scanner für das Handgepäck genutzt wird ist fraglich. Ebenso die Tatsache, daß mein Rucksack, der vollgestopft mit Cameras, Notebook usw, war nicht geöffnet werden sollte. Bisher wollte es noch jeder Sicherheitsbeamten an jedem Flughafen weltweit sehen....(vielleicht sind die Leute von MSC auch einfach nur besser....). Interessant auch die Tatsache, das beim Check-In ein Foto gemacht wurde, welches aber beim an bord gehen nieweider kontrolliert wurde...die Herren scannten nur gelangweilt die Karte ab ohne jeglichen Vergleich, daß haben wir auf anderen Schiffen schon anders erlebt....
Der Weg auf die Kabine war auffindbar, wobei die Tatsache, daß die Deckpläne nicht immeran der gleichen Stelle im Flur augehangen sind, nicht gerade von Vorteil sind.
Kabine:
Die Kabine war nach unserem empfinden in Ordnung. Nicht jedoch die Sauberkeit der Bettdecke. Flecken gehören nicht gerade zu dem Muster eines weissen Lakens.
Das es keine ordentlichen Oberbetten gibt, führen wir mal auf die italienischen Ursprünge des Schiffes zurück.
Der im Katalog versprochene Obstkorb fehlte leider. Was aber nie fehlte, war das lautstarke Gebläse der Klimaanlage, welche leider auch nicht abzustellen war und somit auch immer Zugluft produzierte.
Das Bad der Kabine, war zweckmässig ausgestattet. Hierbei möchten wir den wirklich guten Wasserdruck und die Temperatur loben, denn das ist absolut nicht selbstverständlich auf einem Schiff! Wünschenswert wären aber ein Mülleimer im Bad und eine Duschtrennwand und kein Vorhang. Ebenso, daß der Schlitz unter der Tür abgedichtet wird, denn durch ihn kommt nicht nur Geruch vom Flur sondern auch Nachts das grelle Licht rein.
Absolut unakzeptabel war der Zustand, daß das Housekeeping, trotz „Do not disturb“-Schild unser Zimmer betreten hat. Dieses war trotz unser Abwesenheit sehr leicht an den neuen Handtüchern und „halb“ gemachten Bett zu erkennen. Ist dieses Schild so undeutllich???
(Nein, das schild war nicht runtergefallen oder so...)
Warum das Housekeeping, allerdings die Obstschale, welche wir während der gesamten Reise nicht berührt haben, vom Tablett auf den TV gestellt hat, bleibt uns wohl für immer verborgen.
Restaurants:
Am ersten Abend hatten wir ja keine andere Wahl als in das A la Carte-Restaurant zu gehen (Le Vele geschlossen). Warum das Restaurant mit Fenstern ausgestattet wurde, wenn man eh die Vorhänge zuzieht, war für uns unverständlich und ungemütlich. Das Essen war mittelmässig und der Service auch. Man kann geschultes Personal nicht durch eine höhrere Anzahl ungeschultes Personal kompensieren. Dies zeigte sich in Geschwindigkeit wie auch in der krampfhaften versuchten Freundlichkeit. Das man teilweise nur eine Gabel bekommt, statt dazu noch ein Messer (Vorspeise) bzw. Löffel (Nachtisch) war auch für uns neu.
Das Le-Vele Restaurant gehört von der Art her zu unseren bevorzugten Restaurants, da wir ein Buffet dem a la carte vorziehen. Die Qualität und besonders die Auswahl (da haben wir schon auf Fährschiffen eine größere Auswahl erlebt) im Le-Vele lies aber sehr zu wünschen übrig! Vielleicht wurde auch hier nur gespart weil es ja ein Schnupperkruezfahrt war....
Die Platzsituation war sehr beengt. Hinzu kam noch die Tatsache, daß viele Gruppen anBord waren und die Stühle quer durch das Restaurant getragen wurden , so daß nach einer Stunden schon mehrere Tische teilweise ganz ohne Stühle im Raum standen...
Auch in diesem Restaurant zeigte sich wieder, daß geschultes Personal nicht durch eine höhere Anzahl ungeschulter zu ersetzen ist. Wir machen diese Aussage an mehreren Details fest: Die Kellner standen den Gästen häufig im weg und machten keine anstalten aus eben diesen zu gehen, sie unterhielten sich lieber länger untereinander, an der Getränke Station füllten sie die Getränke nahezu in Zeitlupe ab usw...(MSC wirbt damit, daß es ein 4+ Schiff sei....bei dieser vollmundigen Aussauge, stelle ich auch andere Ansprüche....).
Ach fast hätten wir das „Gala-Pasta“-Buffett vergessen....Warum nur? Weil auch dieses wieder verspätet eröffnet wurde oder weil es einfach „unvergleichlich“ mit anderen Gala-Buffetts war?
Sauberkeit:
Warum nicht darauf geachtet wird, daß sich die Passagiere die Hände vor dem Betreten desinfizieren ist unverständlich. Auch wenn es lästig ist, kann es die Passagiere vor eine Krankheit und MSC vor einem Imageschaden bewahren.
Man kann das Schiff schon als sauber bezeichnen. Aber für das alter gibt es schon die ein oder andere Abnutzungserscheinung, die man vielleicht mal ausbessern sollte....
Minigolf und Co:
Warum die Ausgabe auf dem so weit entfernten Deck ist, bleibt für uns unverständlich. Dies ist auf anderne Schiffen anders gelöst. entweder ist die Ausgabe von Sportmaterial direkt auf dem Sport-Deck oder die Sportgeräte liegen vor Ort. Bei so einem Aufwand, ist es nicht verwunderlich, daß diese Sachen nur wenig genutzt werden.
Disko:
Die Einrichtung war sehr nett (Teppich im Stil des Stuio 54 Schriftzuges war ein nettes Detail....Die Ausstattung und er Klang der Anlage war in Ordnung.
Der DJ war nicht gerade der Hit. Vorallem ist es unverständlich, daß er bei einer vollen Tanzfläche anfängt Lieder für die Besatzungsmitglieder zu spielen, obwohl er damit die Gäste von der Tanzfläche verscheucht. (Wir waren nur am 2. Abend anwesend.)
Hafeninfos:
Die abgelieferten Informationen waren wohl eher als allgemeine Dänemark-Informationen und nicht als Hafeninformationen zu sehen. Als Hafeninfos nur Nutzlos.
Tirinkgeld:
Die Art und Weise wie dieses Thema von MSC angegangen wird, ist an dreistigkeit nicht zu überbieten. Durch die späte Liegezeit in Kopenhagen, war die Show im Theater schon um 18:00Uhr. Man wurde darauf extra nochmal per Lautsprecherdurchsage hingewiesen und man solle sich doch die tolle Show ansehen. Wenn wir dieser Aufforderung gefolgt wären, hätten wir nicht einmal die Chance gehabt der Verfahrensweise aus dem Weg zu gehen, da wir ja nach der Show und vor dem Landgang zum Essen gegangen wären.
Um 18:00Uhr wird ein Zettel auf die Kabine gebracht, indem der „übliche“ Prozess zum Trinkgeld erläutert wird. sollte man nicht mit diesem Prozess einverstanden sein, hätte man bis 20:00Uhr Zeit sich beim Accounting-Desk zu melden um die Summe zu korregieren. Das Accounting-Desk ist aber nur bis 18:00Uhr geöffnet... Zufall?
Neben uns waren noch viele andere Gäste gegen 19:00Uhr an dem geschlossenen Desk. An der Rezeption, bekamen wir die Aussage, es ist geschlossen und wir sollten doch morgen früh wieder kommen. Auch auf das intervenieren hin, daß man sich ja bis 20:00Uhr gemeldet haben sollte, wurde nur mit den Schultern gezuckt. Diesmal kam jedoch den anwesenden Gästen der Zufall zur Hilfe und es kam jemand vom Accounting-Desk zufällig vorbei und nach den ersten Abwehrversuchen gab es dann ein Formular, auf dem man die Summe korregieren konnte.
Es geht hier absolut nicht um die Tatsache, daß gutes Personal mit Trinkgeld belohnt wird sondern darum, daß Gefühl zu haben von einer Reederei listig abgezockt zu werden.
letzter Morgen/Ausschiffung:
Die provozierte Situation am Abreisemorgen könnte auch aus der Drehbuchfeder eines Comedyregisseurs stammen.
„Sie müssen die Kabine bis 07:00Uhr verlassen haben.“ Das nach dieser Aufforderung „alle“ Passagiere um 07:00Uhr zum Frühstück gehen, war natürlich eine totale Überraschung für das Personal. Oder wie lässt es sich erklären, daß nur zwei Restaurants von drei geöffnet waren. Wie bitte soll die Anzahl an Passagieren, die die Tage zuvor drei Restauurants in 2 Sitzungen gefüllt haben nun in zwei Restaurants passen?
Was hier den Passagieren, besonders den Älteren und Familien mit Kindern, zugemutet wurde empfanden wir als eine Frechheit. Die Gäste wurden so planmässig 3 Stunden der „Obdachlosigkeit“ überlassen. (Wer den Bericht von Anfang an gelesen hat, weiß nun aber schon, daß Zeitpläne nicht gerade zu den beliebsten Dingen von MSC gehören. Zumindest wenn man von deren Einhaltung ausgeht. Informiert wird man über die Verspätung natürlich auch nicht...) Belohnt wurden die Gäste, die pünktlich um 7:00Uhr im Restataurant waren, sie bekamen noch einen Platz. alle anderen musstenvor den überfüllten Restaurants warten (hier hätte man wenigstens das 3.Restauran noch aufmachen können. Das das Personal, welches die Gäste am Eintreten hindert nur italienisch und 2 Wörter englisch (Closed und full) spricht war bestimmt auch wieder nur ein reiner Zufall, oder? Diese Situation bewegte die sehr viele Gäste zu Aussagen wie „MSC nie wieder“ usw. Und wir müssen zugeben, wenn es unsere erste Kreuzfahrt gewesen wäre, wir würden nie wieder auf ein Schiff gehen, so wie es eine ältere Dame gesagt hat.
Es ist kein guter Service wenn man seine Kabine um die Uhrzeit verlassen muss und dann nicht einmal Frühstück bekommt.
Fazit:
Ein Schiff welches von Aussen nie einen Schönheitspreis gewinnen wird. Von Innen deutlich geschmackvoller Eingerichtet, als man es von Aussen erwartet. Kleine aber helle zweckmässige Kabinen. Service eines 3***-Schiffes. Organisation/Service ist absolut verbesserbar. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist akzeptabel.
Wir würden nach dem Erlebten nicht wieder auf ein MSC-Schiff gehen (auch nicht für ein absolutes Sonderangebot.)
Die oben geschilderten Erlebnisse sind natürlich rein subjektiv zu sehen und sind durch unseren Geschmack und Anspruch etnstanden. Es kann sehr gut sein, daß jemand absolut anderer Ansicht und Meinung ist und das ist auch gut so, denn wenn wir alle den gleichen Geschmack bei den Schiffen hätten, würden wir ja alle nur auf einem Schiff fahren.....
Nach 4mal AIDA (jedes mal schlechter...) merkt man erstmal das es auch andere nette Schiffe gibt..
[url=http://www.TickerFactory.com/]