Nachdem ich von den Reiseberichten hier im Forum auch schon so viel provitieren konnte

, möchte ich nun auch von meinen Erfahrungen mit MSC berichten:
Bisher hatten wir 2 Kreuzfahrten mit Costa gemacht und sind völlig mit dem Kreuzfahrtvirus infiziert. Nach der Fahrt mit der Costa Mediterranea Pfingsten diesen Jahres, mussten wir natürlich gleich wieder das Internet nach Angeboten für die Sommerferien durchforsten

. Aber die Preise sind zu dieser Zeit bei Costa einfach gigantisch und so haben wir schweren Herzens darauf verzichtet

. Einige Zeit später habe ich dann ein Angebot von MSC entdeckt.Für den Preis einer Innenkabine für 4 Personen bei Costa gab es auf der Orchestra 2 Balkonkabinen. Ich war sehr skeptisch, denn die Beurteilungen von MSC in diesem Forum waren doch sehr zwiespältig und unsere Cruise mit der Mediterranea fand ich einfach perfekt. Ich hatte Bedenken, dass ich als Costa-Fan nun alles vergleichen und letztendlich enttäuscht von dieser Fahrt sein würde. Aber der Virus schrie nach Futter und so habe ich gebucht - und wurde nicht enttäuscht

.
Meiner Meinung nach (natürlich alles rein subjektiv) muß MSC den Vergleich mit Costa nicht scheuen.
Da wir ja zur Hauptreisezeit im August unterwegs waren, war uns natürlich klar, dass das Schiff bis auf den letzten Platz ausgebucht ist und wir haben mit einer langwierigen und chaotischen Einschiffung gerechnet. Als wir aber unser Auto morgends auf dem Parkplatz abgestellt und unsere Koffer abgegeben hatten, konnten wir sofort an den bereits geöffneten Check-In-Schalter gehen und die Formalitäten erledigen. Da zu dieser Zeit (10 Uhr) schon sämtliche Schalter geöffnet waren, ging dies alles ohne jede Wartezeit. Kompliment an MSC

. Die Einschiffung sollte ab 12.30 Uhr beginnen, so daß wir noch einen kleinen Bummel durch Venedig machen konnten.
Als wir dann wieder im Terminal waren, konnte man ganz schnell problemlos alle Deutschen dort erkennen: Es waren die, die sich vor dem Eingang gedrängelt haben, obwohl ihr Nummer noch gar nicht aufgerufen worden ist

. Zum Glück waren es nicht so viele, so dass wir ohne größe Verletzungen an Bord kamen.
Sehr schön fand ich, dass man von einem Stewart zur Kabine gebracht wird. Okay, wir hätten sie wahrscheinlich auch alleine gefunden, ging ja bei Costa auch, aber es ist einfach eine schöne Geste. Allein dieses Empfangskomitee am Eingang vermittelt einem den Eindruck ein ganz besonderer Gast zu sein.
Wir hatten die Kabinen 11191 und 11189 auf Deck 11. Besonders die Kabine 11191 kann ich empfehlen, da sie durch die Bauweise des Schiffes einen erheblich größeren Balkon wie die anderen hat. Vibrationen oder Antriebsgeräusche waren nicht wahrzunehmen. Die Einrichtung hat uns sehr gut gefallen und die Größe war für uns völlig ausreichend. Nur das Bad ist etwas kleiner im Vergleich zu Costa, so das man beim Duschen immer mit dem Vorhang kuscheln konnte, bzw mußte. Die Klimaanlage war sehr leise und gut zu regulieren, was wir bei den enormen Außentemperaturen sehr zu schätzen wußten.
Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt hatten, sind wir zu einer Entdeckungstour über das Schiff gestartet. Wir waren von der Eleganz der Einrichtung begeistert, die Farben sind sehr harmonisch und alles wirkt sehr edel. Nach dem Rundgang sind wir zum Willkommensbuffet gegangen und waren, entgegen unserer Befürchtungen, sehr positiv überrascht, was Qualität und Präsentation der Speisen betraf. Gerade die Küche wurde bei MSC ja immer wieder sehr stark bemängelt, was ich aber auf unserer Reise überhaupt nicht bestätigen konnte. Zwischen dem Bericht und den Bildern von HeinBlöd und unserem Essen lagen Welten, sei es am Buffet und auch beim Abendessen. MSC scheint aus seinen Fehlern gelernt zu haben und der Küche doch wieder einen höheren Stellenwert zuzumessen. Zum Glück - weiter so MSC. Natürlich ist das immer Geschmackssache und der eine oder andere hätte bestimmt auch wieder etwas zu meckern gefunden, aber wir waren rundum zufrieden und haben immer etwas nach unserem Geschmack gefunden. Sonderwünsche meiner Töchter wurden auch immer prompt erfüllt.
Natürlich war das Schiff zu dieser Jahreszeit komplett ausgebucht, was man besonders, im übrigends sehr schön gestalteten Poolbereich spüren konnte, uns hat das aber nicht gestört, da auch immer ein ruhiges Plätzen zu finden war. Besonders der Heckbereich ist sehr schön, da man hier hinter dem SB-Bereich draußen sitzen und beim Essen auf das Wasser schauen kann

. Da die Italiener Klimaanlagen lieben und daher immer drinnen essen, war es auch zur Mittagszeit nie ein Problem dort ein Plätzen zu finden. Die Möblierung mit den Holttischen und sehr bequemen Korbsesseln wirkt sehr edel und hat diesen Ort gleich zu meinem Lieblingsplatz werden lassen, an dem ich stundenlang sitzen und lesen oder nur aufs Wasser schauen konnte.
Da wir zur Mittagszeit meistens noch im Hafen lagen kam es außer am Seetag auch im Buffetbereich zu keinen größeren Staus. Das Frühstück haben wir immer im Restaurant eingenommen und waren auch dort mit Auswahl und Service zufrieden. Obwohl meine Töchter regelmäßig zu spät zum Frühstück kamen und das Restaurant eigendlich schon schließen wollte, wurden auch sie noch freundlich bedient.
Über die Organisation der Landausflüge kann ich nichts berichten, da wir immer alles auf eigene Faust unternehmen, was bei den angefahrenen Destinationen Bari, Katakolon, Izmir und Istanbul auch problemlos möglich war. Nur in Dubrovnik haben wir leider nicht vor der Stadt gelegen und getendert, sondern waren in dem etwas außerhalb gelegenen Hafen. Die Shuttle-Busse fanden wir mit 6 Euro pro Person sehr teuer und da wir im Mai ja bereits in Dubrovnik waren, sind wir nur im Hafen spazieren gegangen. Oder besser gesagt wollten wir, denn nachdem wir die ersten 5oo Meter gelaufen sind, sind wir bei der Wahnsinnshitze fast zusammengeklappt. Ich habe mich noch nie so über eine Klimaanlage gefreut, wie in dem Augenblick, wo wir endlich wieder auf dem Schiff waren. Am liebsten hätte ich wie der Papst den Boden geküsst.Zum Glück sind wir nicht in die Stadt gefahren. So konnten wir noch am letzten Tag den dann leeren Poolbereich genießen und von dem wunderschönen Schiff in Ruhe Abschied nehmen.
Die Ausschiffung am nächsten Morgen verlief auch wieder reibungslos und recht zügig. Im Gegensatz zu Costa muß man nicht in einer bestimmten Bar auf seinen "Rauswurf" warten, sondern kann in Ruhe Frühstücken gehen und warten, bis die entsprechende "Ausschiffungsfarbe" aufgerufen wird. Leider wird die Reihenfolge der Farben nicht im Today bekanntgegeben, sondern nur auf einer Flip-Chart im Rezeptionsbereich ausgehängt, was aber nicht jeder entdeckt hat und so zu Verwirrung führte. Daran sollte MSC noch arbeiten

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Fazit der Reise:
Ich möchte keinesfalls eine neue Costa kontra MSC Diskussion anzetteln, daher nochmal ganz deutlich: Dies sind meine ganz persönlichen und subjektiven Erfahrungen.
Das Essen ist für mich bei beiden Gesellschaften durchaus vergleichbar, ebendso der Service, sei es in der Kabine oder den Restaurants. Nur die Wasser und Kaffeestationen im Buffetbereich der Orchestra sind nicht ausreichend, so dass man teilweise weite Wege mit seiner Tasse zurücklegen muß. Außerdem sind die Wasserbecher so klein, dass ich den Eindruck hatte, hier will man sparen und den Passagier dazu bringen, gefälligst Getränke an der Bar zu kaufen.
Man merkt der Orchestra an, dass das Raum-Passagier-Verhältnis im Vergleich zu den Costa-Schiffen kleiner ist. Die öffentlichen Bereiche sind nicht so großzügig bemessen und bei einer Kreuzfahrt im Frühling oder Herbst würde ich sicherlich ein Schiff bevorzugen, das mehr Raum bietet und auch einen überdachten Pool hat.
Würde ich nochmal zur Hauptsaison ein voll ausgebuchtes Schiff wählen ? Ja, gerne sogar. Denn ich mag die fröhliche (wenn auch laute ) italienische Lebensart und 3000 Italiener mit Kindern auf einem Schiff finde ich viel besser wie einen deutschen Kappenrentner ! Natürlich entsprach die "Pool-Bespaßung" nicht unbedingt der deutschen Mentalität, aber wir fanden es immer wieder mal lustig zuzuschauen, um uns dann wieder an unsere ruhigen Lieblingsplätze zurückzuziehen. Solche ruhigen Plätze gab es ausreichend und auch freie Liegestühle waren immer zu finden.
Fazit: Ich finde Costa ein klitzekleines bischen besser, werde aber gerne wieder mit MSC fahren, wenn ich wieder ein entsprechendes Angebot finde (bin auch schon auf der Suche), denn die enormen Preisunterschiede gerade in den Sommermonaten sind nach meiner Erfahrung nicht gerechtfertigt.
So, nun fällt mir nichts mehr ein, wenn ihr noch Fragen habt, beantworte ich sie aber selbstverständlich gerne.
Gruß Britt