CruiseReviews.com    cruise-chat.com    cruise-chat.com  Hop To Forum Categories  Seereisenforum  Hop To Forums  Der Rest der Kreuzfahrtwelt    Reisebericht MS Sapphire 18.09.-28.09.07 Mittelmeer

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Serious Cruiser
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Reisebericht: Mittelmeerkreuzfahrt mit der MS Sapphire vom 18.09.-28.09.07 ab/bis Genua



Route: Genua-Neapel-Piräus-Kusadasi-Patmos-Mykonos-Santorin-Katákolon-Messina-Marseille-Genua

So, hier ist er, der Bericht über meine 2. Kreuzfahrt. Diesmal ging es gen Süden, wieder mit einem älteren, klassischen Schiff – der MS Sapphire des Veranstalters Louis Cruise Lines. Der Bericht spiegelt auch diesmal meine ganz persönlichen Eindrücke und Erlebnisse wieder. Zur Erklärung sei vorab schon gesagt, dass einiges, was dem einen oder anderen Leser wie Kritik erscheinen mag, eher der Versuch einer möglichst genauen Beschreibung des Schiffes ist, aus der gerne jeder seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Ich selbst hatte mich auch diesmal so gut es ging über das Schiff informiert und wusste in etwa, was mich erwartet – ein altes (genau 40 Jahres altes), klassisches Schiff, dass vom deutschen Generalvertreter Air-Maritime-Seereisen mit 3 Sternen bewertet wird. Die Route fand ich sehr vielversprechend, und der Frühbucherpreis für eine Doppel-Innenkabine mit 50 % Zuschlag für Alleinnutzung und Bus An- und Abreise ab Essen mit Übernachtung bei der Anreise von insgesamt 1198,00 € ist für eine 10 – Tage Kreuzfahrt meiner Meinung recht günstig, da habe ich Anfang Februar gebucht. Und, dass kann ich vorwegnehmen – ich habe es nicht bereut. Aber jetzt mal der Reihe nach...

Los ging es für mich schon am 17.09. um 2.00 Uhr in Essen, wo ich nach einer 1-stündigen Zuganreise als erster einen grossen, dopelstöckigen, fast neuen Reisebus bestieg, der ausgezeichnete Platzverhältnisse bot. Los ging es Richtung Süden, und nach weiteren Zustiegen fanden sich gerade mal 27 Leute im Bus wieder, was sehr angenehm war, da wirklich Platz genug vorhanden war. Mit ausreichend Pausen ging es über den Brenner und Südtirol nach Verona, wo wir um ca. 20.00 Uhr in einem 2-Sterne Hotel zur Übernachtung eintrafen. Das Hotel war nicht so der Hit, für 1 Übernachtung aber o. k.. Am nächsten Morgen ging es nach einem hastigen Frühstück schon um 7.00 Uhr weiter nach Genua, wo wir um ca. 11.00 Uhr am Hafen eintrafen. Nach kurzer Wartezeit begann die Einschiffung, und gegen 12.00 Uhr betrat ich die MS Sapphire. Das Schiff ist, wie schon erwähnt, 40 Jahre alt. Das sieht man der Lady auch an – da beisst die Maus keinen Faden ab. Bei genauem Hinsehen ist zu erkennen, dass hier und da schonmal um- und angebaut wurde, neue Bleche eingeschweisst wurden und viel Farbe aufgetragen wurde. Trotzdem gibt sie ein gepflegtes Gesamtbild ab. Am besten mache ich an dieser Stelle mal mit der Schiffsbeschreibung weiter.

Genua



Die Aussendecks sind recht grosszügig. Da wäre das Lido-Deck mit dem zentralen, doch recht kleinen Pool, dass neben einer Aussenbar die Frischluft-Büffets für Frühstück, Mittagessen und auch Abendessen beherbergt, aber nur wenn das Abendessen als Büffet in offener Sizung serviert wird, was mit den Landgangszeiten zusammenhängt und während unserer Cruise 3 mal der Fall war. Weiterhin gibt es hinter dem Schornstein, also am Heck, ein Sonnendeck. Hier hatte ich vorab von Russ- und Abgasproblemen gehört. Vom Russ habe ich nichts gesehen, Abgase kann man hier allerdings tatsächlich teileweise mal eine Nase voll mitbekommen, was meiner meinung nach an der niedrigen Bauweise des Schornsteins liegt. Eine Etage höher liegt hinter der Brücke das vordere Sonnendeck, das mit reichlich Aluminium-Liegen bestückt ist.


Lido-Deck mit Pool und Büffet-Bereich





hinteres Sonnendeck und Schornstein




Ebenfalls auf dem Lido-Deck kommt man rechts und links aussen am Café de Paris vorbei zum langgestreckten Bug des Schiffes, dort ist unter der Brücke eine gute Aussicht nach vorne und auch nach Steuerbord und Backbord. Weiterhin kommt man über 2 Treppen zum Vorschiff hinunter, dass ca. zur Hälfte auch für Pasagiere begehbar ist und ebenfalls vor allem bei Hafeneinfahrten und An- und Ablegemannövern einen guten Überblick bietet. Einer meiner Lieblingsplätze auf der Sapphire. Ansonsten gibt es auf Deck 4 auch noch so eine Art Promenade, die aber wegen der Rettungsboote kaum Ausblick bietet, recht schmal ist und deswegen nicht viel genutzt wird.

Vorschiff und Brücke







Zurück zur Einschiffung. Nach dem obligatorischen Foto wurde ich zu meiner Kabine auf dem Capri-Deck, dem untersten Kabinen-Deck, geleitet. Mein Gepäck war noch nicht da, wurde mir aber nach ca. 20 Minuten auf die Kabine gebracht. Die Kabine selbst, eine Doppelkabine mit Stockbetten, war recht klein, zur Alleinnutzung aber ausreichend. Die Einrichtung, bestehend aus einem Kleiderschrank, einem Schreibtisch, einem Stuhl und den Betten, von denen das obere einzuklappen war, war altmodisch und abgewohnt, aber sauber genau wie auch das Bad. Nun hatte ich halt eine Kabine der einfachsten Kategorie. Wie ich von Mitreisenden erfuhr, waren die Kabinen der oberen Kategorien teilweise besser eingerichtet bzw. renoviert. Ich bin jedoch vieles, nicht aber luxusverwöhnt und war zufrieden, da ich mich auch wirklich fast nur zum umziehen und schlafen in der Kabine aufgehalten habe.


Kabine mit Bad







Nachdem ich mich eingerichtet hatte, habe ich einen Rundgang durchs Schiff unternommen. Es gibt 8 Decks auf der Sapphire, die durch 2 Treppenhäuser und 4 kleine (3 Personen) Lifte miteinander verbunden sind. Im untersten Deck ist nur das Kino für Pasagiere zugänglich, das jedoch nicht genutzt wird. Filme werden tagsüber in verschiedenen Sprachen, auch auf deutsch, in der Raffles-Diso gezeigt. Das weiss ich aber auch nur aus dem Tagesprogramm, welches mir, ebenfalls in deutscher Sprache, jeden Abend für den folgenden Tag von meiner sehr netten Kabinenstewardess Renata aufs Bett gelegt wurde. Es folgt das Capri-Deck, das Belvedere-Deck und das Pacific-Deck. Hier sind im Hafen die Ein- und Ausgänge. Ausserdem sind zentral die Rezeption, die „Bank“ (Zahlmeister) und das Ausflugsbüro untergebracht. Weiter nach oben zum Promenaden-Deck. Hier ist der Speisesaal, dass „Four Seasons Restaurant“. Hier gibt es das Frühstück in Büffetform, Mittagessen in offener Sitzung und Abendessen meist in 2 Sitzungen, um 18.45 Uhr und 21.00 Uhr. Während unserer Cruise gab es das Abendessen an 3 Abenden in Büffetform in offener Sitzung, dann auch parallel am Pool auf dem Lido-Deck. Frühstück und Mittagessen gab es immer auch draussen in Büffetform. Bei gutem Wetter, also fast immer, habe ich draussen gegessen. Mittags war es denn auch recht voll draussen, doch wenn man sich nicht scheut, sich irgendwo dazuzusetzen, hat man immer einen Platz bekommen.

Weiter zum Riviera-Deck, dem belebtesten Deck auf dem Schiff. Hier gibt es die Haupt-Lobby mit Sitzgruppen, dem Duty-Free-Shop, dem Bordfotografen (schlecht und teuer), Harry´s Bar, und dem Casino. Ausserdem der Marco-Polo Lounge für die abendlichen Shows und andere Veranstaltungen, der Raffles-Disco, dem Wintergarten und dem Fittnessraum, einer kleinen Bücherei und 2 Internet-Terminals. Hier war fast immer irgendwo etwas los. Als nächstes noch das schon beschriebene Lido-Deck, innen mit dem Café de Paris, wo zeitweise nachmittags und abends ein Duo spielte und wo ich mich auch gerne aufgehalten habe, einen Kaffee oder was anderes in angenehmer Atmosphäre zu trinken und mich mit Mitreisenden zum Plausch zu treffen. Last but not Least das Sonnendeck mit der (natürlich nicht öffentlich zugänglichen) Kommando-Brücke. Diese konnte man an einem Tag nach vorheriger Anmeldung besichtigen, was ich leider verpasst habe, da es nur als winzige Zeile im Tagesprogramm angekündigt war. Dumm gelaufen halt. So, ich hoffe ich habe nichts vergessen und werde dann mal langsam zum Reiseverlauf kommen.


Lobby



Marco-Polo Lounge



Fitnessraum



Wintergarten



Café de Paris




Um ca. 15.00 legten wir in Genua ab, bei trübem Wetter und mässigem Seegang, der aber bereits einigen Mitreisenden arg zu schaffen machte. An dieser Stelle mal was zum Publikum der Sapphire auf unserer Reise. Geschätzte 2/3 waren Franzosen, der Rest verteilte sich auf Italiener, Deutsche, Belgier, Engländer und weitere Nationalitäten. Altersdurchschnitt ca. 50+. Erst um 21.00 ging es dann zum ersten Dinner ins Four Seasons, da ich zur 2. Sitzung eingeteilt war. Mit 8 weiteren deutschen Mitreisenden sass ich an einem Tisch zusammen. Im Tagesprogramm wurde für jeden Abend ein Bekleidungsvorschlag empfohlen, an 2 Abenden formell. Dies wurde auch erläutert: „Smoking oder dunkler Anzug mit Krawatte für die Herren, Abendkleid für die Damen – ziehen Sie die eleganteste Kleidung an, die Sie dabei haben. Jeans, kurze Hosen und Sandalen sind nicht gestattet.“
Herren im Smoking habe ich 2 oder 3 gesehen, ansonsten hielten sich etwa 90 % an die Empfehlung, mich eingeschlossen. Unsere Tischgemeinschaft stellte sich schnell als lockere, gut gelaunte Runde heraus, wir unternahmen auch später teilweise was gemeinsam und hatten viel Spass zusammen. Nach dem Abendessen habe ich meist die sehenswerten Shows besucht, an denen manchmal neben Profis auch Besatzungsmitglieder mitwirkten. An einem Abend gab es eine Talentshow mit Pasagieren und Besatzungsmitgliedern, die echt klasse war und den Saal zum toben brachte. Moderiert wurde von der Kreuzfahrtleiterin Dominique Jacobs, die Belgierin ist und sämtliche An- und Durchsagen, auch tagsüber, auf Französisch, Italienisch, Englisch, Flämisch und Deutsch machte, 7 (!) Sprachen fliessend spricht und ein wahres Multitalent ist. Sie sang auch sehr gut, war tagsüber an der Rezeption, machte zwischendurch noch etwas Animation und war immer nett und freundlich dabei.

Ach ja, dass Essen auf der Sapphire ist wirklich gut. Reichhaltiges Frühstücksbüffet, mit Specials wie frisch zubereiteten Omlettes, Brot und Brötchen, Cornflakes, Müsli ect, gekochten-, Rühr- und Spiegeleiern, gebratenem Speck, kleinen Würstchen, frischem Obst und und und, da war wirklich für jeden was dabei. Mittag- und Abendessen war, egal ob in Menü- oder Büffetform, reichhaltig und abwechslungsreich und man konnte natürlich bis zu 6 Gänge geniessen wenn man denn wollte. Auch die Qualität und Präsentation der Speisen war nach meinen Maßstäben wirklich gut.

Am 2. Tag legten wir um 13.00 Uhr an der Molo Commerciale in Neapel an. Der eigentliche Kreuzfahrtterminal war bereits von der Voyager of the Seas und der AidaDiva belegt. Ich bin zu Fuß in die Stadt gegangen, da ich mir vorgenommen hatte, diesmal komplett auf organisierte Ausflüge zu verzichten, was auch sehr gut geklappt hat. Neapel ist eine tolle Stadt mit schönen Bauwerken und typisch italienischem Flair. Sehr beeindruckend fand ich die grosse, überdachte Galerie „Umberto I“ mit Marmorfußboden. Von der Stadt aus hat man einen tollen Ausblick auf dem Hafen.


Neapel













Der 3. Tag war ein Seetag. Ich habe etwas länger geschlafen, viel draussen in der Sonne gesessen, Postkarten geschrieben und die Seele baumeln lassen. Dann habe ich mich zum Kapitänsempfang und anschließendem Gala-Dinner in Schale geschmissen.
Man konnte sich mit Kapitän Stathis Goumas ablichten lassen, anschließend wurde die Offizierscrew der Sapphire vorgestellt. Das anschließende Gala-Dinner war bis auf die Kleidung nicht viel anders als die anderen Dinner.

Am 4. Tag legten wir etwas verspätet nachmittags in Piräus, dem Hafen von Athen an. Auch hier gabs wieder Schiffe zu sehen, neben zahlreichen Fähren lagen hier die Louis Christal und die MSC Opera. Ich bin zu Fuß ca. 25 Min. zur Metro-Station gelaufen und mit der Metro zur Station Monastiraki gefahren (0,70 € einf. Fahrt). Von dort aus bin ich zur Akropolis hochgelaufen, nochmal 20 Min. Fußweg. Für den Zugang zur Akropolis zahlt man satte 12 € Eintritt, um die Ruinen der wirklich beeindruckenden Bauwerke aus der Nähe bewundern zu können, zusammen mit hunderten von weiteren Touristen. Es lohnt sich aber, auch wenn vieles leider eingerüstet ist. Allein schon der Ausblick auf den Molloch Athen ist von da oben gewaltig. Ansonsten habe ich von Athen aus Zeitmangel nicht wirklich viel gesehen. Die Metro fur aber auch durch Viertel, die dreckig waren und wo anscheinend grosse Armut herrscht. Die andere Seite so einer Mega-City...
Zurück auf dem Schiff war ich von der Lauferei ziemlich platt und habe mich bis zum Abendessen noch etwas in die Horizontale gelegt.


Athen







Am fünften Tag bin ich früh aufgestanden, da wir bereits um 7.30 Uhr in Kusadasi anlegten. Kusadasi ist ein typischer, aber wie ich als erfahrener Türkei-Urlauber finde schöner Touristen-Ort, recht gepflegt und schön angelegt. Ich bin erst zur Vogel-Insel, über den Basar und dann die ganze Bucht entlangspaziert. Auch hier lagen wieder Kreuzfahrt-Schiffe: Aegean II, Ocean Monarch und Crystal Serenety. Mittags ging es weiter durch die Meerenge von Samos zur Insel Patmos. Dort ging die Sapphire vor Anker und wir wurden mit örtlichen Tenderbooten an Land gebracht. Patmos ist eine schöne, hügelige Insel mit kleinen Örtchen, für die Region typischen weissen Häusern mit blauen Türen und Fensterrahmen, vielen kleinen Läden und Tavernen. Hier konnte man wunderbar bummeln und in Ruhe eine Kleinigkeit essen oder trinken, da erst spät am Abend das letzte Tenderboot zum Schiff zurück fuhr. Ein schöner Abend.


Kusadasi





Patmos



Am 6. Tag hiess es wieder früh aufstehen, da wir um 7.00 Uhr die Insel Mykonos anliefen. Ich habe den Bustransfer zur Hauptstadt Chora für 7 € genutzt. Ein wirklich traumhaft schöner Ort, wieder mit den typischen Häuschen, engen Gassen in denen man sich auch schonmal verlaufen konnte, kleinen Kirchen und schnuckeligen Restaurants und Tavernen. Hier gibt es keine Bausünden in Form von Hoteltürmen. Klar gibt es Hotels, aber die sind maximal 2-geschossig und fügen sich nahtlos in die Architektur des Ortes ein. Absolut sehenswert! Um 11.00 Uhr mussten wir zum Schiff zurück, und es ging weiter nach Santorin, wo wir um 17.00 in der Caldera, die ein riesiger, versunkener Vulkankrater ist, ankamen und wiederum mit Tenderbooten zum Hafen von Fira gebracht wurden. Leider dauerte das austendern wegen starkem Seegang sehr lange. Man kann zu Fuß, auf dem Rücken eines Maultieres oder mit der Seilbahn zum Ort hoch gelangen. Ich habe mich für die Seilbahn entschieden. Oben angekommen, bietet sich einem ein atemberaubender Ausblick auf die Caldera, den riesiegen Vulkankrater. Die Häuser scheinen am Kraterrand zu kleben, und es geht fast senkrecht in die Tiefe. Einfach unmöglich das zu beschreiben, dass muss man einfach erleben. Es wurde dann langsam dunkel, und der idyllische Ort war bunt beleuchtet. Ich habe die Atmosphäre bis zum Schluss genossen und bin mit dem letzten Tenderboot zurückgefahren, gerade noch rechtzeitig zum Abendessen.


Mykonos






Santorin







Am 7. Tag, einem schönen Tag mit einer leichten Brise, ruhiger See und viel Sonne, legten wir um 14.00 in Katakolon an. Ein winziger Ort, eigentlich nur eine Straße mit ein paar Geschäften und Restaurants. Diesen Ort gibt es wohl hauptsächlich, um die Kreuzfahrttouristen zu den historischen Stätten von Olympia zu verfrachten. Darauf habe ich verzichtet, u. a. weil mir ein griechisches Besatzungsmitglied erzählt hat, dass unter der einheimischen Bevölkerung grosser Unmut herrscht, weil man eben die Stätten von Olympia mit grossem technischen und personellen Aufwand vor den Waldbränden geschützt hat, während woanders Dörfer verbrannten und die Menschen Haus und Hof, und damit die Existenzgrundlage verloren. Ich lasse das mal so stehen.
Ich habe mir also Strandtuch und Badesachen gepackt, bin 10 min. zu einem schönen breiten Sandstrand gelaufen und habe mich in die Sonne gelegt und im Mittelmeer gebadet, was auch sehr entspannend war. Abends gab es das 2. Gala-Dinner. Hier gab es auch die unvermeidliche Traumschiff-Szene, die Köche marschierten mit dem Dessert, das mit Allerlei Pyro-Technik ausstaffiert war, durch den abgedunkelten Speisesaal. Ein sehr stimmungsvoller Moment.


Katákolon



Dann hiess es Abschied nehmen von Griechenland, denn am 8. Tag legten wir Mittags in Messina/Sizilien an. Leider schlug das Wetter um, es war bwölkt und diesig. Das hielt mich allerdings nicht davon ab, mir die Stadt anzusehen. Messina hat zwar auch viele interessante Bauwerke wie den Dom, jedoch ist alles noch nicht so alt, da die Stadt 2 mal von Erdbeben mehr oder weniger komplett zerstört wurde, zuletzt im Jahr 1908.
Nach 1 Stunde fing es heftig an zu regnen, ich habe mich an einer Tankstelle untergestellt. Irgendwann, nach ca. 1 Stunde, liess der Regen etwas nach und ich ging in Richtung Hafen zurück, da eine Wetterbesserung nicht in Sicht war und ich natürlich auch keine Regenkleidung dabei hatte. Die Sizilaner freuten sich, denn es hatte hier seit 4 Monaten nicht mehr geregnet. Gut bügelfeucht kam ich dann wieder im Hafen bei der Sapphire an. Ablegen konnte wir erst mit 3-stündiger Verspätung, da scheinbar kein Lotse zur Verfügung stand. Ausserdem konnte die Sapphire aufgrund technischer Probleme im Hafen nicht die vorgesehene Menge Trinkwasser aufnehmen, was unseren Kapitän, milde gesagt, etwas die Laune vermiesst hat.


Messina



Der 9. Tag war ein Seetag. Der Wind frischte auf, und der stärker werdende Seegang sorgte dafür, dass viele Pasagiere nochmal mit der Seekrankheit Bekanntschaft machten. Mir hat es überhaupt nichts ausgemacht. Die Schiffsleitung rief dazu auf, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Ansonsten war wenig los auf dem Schiff, da sich doch viele lieber in ihre Kabinen zurückzogen.

Der 10 Tag der Reise war der einzigste, der nicht sehr schön verlief und zeigte, dass der Zeitplan recht straff war und eigentlich nichts unvorhergesehenes passieren darf. Die Sapphire schaffte es nicht, die 3 Stunden Verspätung aufzuholen. Duch das schlechte Wetter kamen sogar noch 2 Stunden dazu. Wir legten also statt um 8.30 Uhr erst um 13.30 Uhr in Marseille an. Da die französischen und belgischen Mitreisenden hier ausschiffen mussten und bereits um 8.00 Uhr die Kabinen räumen mussten, waren die öffentlichen Räume auf dem Schiff den Vormittag über mit wartenden und entsprechend schlecht glaunten Pasagieren überfüllt. Nicht so schön aber nicht zu ändern.
Wir legten im neuen Hafen an, ca. 8 km von der Altstadt entfernt. Da die Zeit etwas knapp war, bin ich etwas spazieren gegangen bis es leider wieder zu regnen anfing. So habe ich von Marseille nicht wirklich viel gesehen, ich hätte natürlich mit dem Taxi (20 € einfache Fahrt) zur Altstadt fahren können, aber wegen des schlechten Wetters habe ich darauf verzichtet. Ich habe auf dieser Kreuzfahrt so viel zu sehen bekommen, da fand ich das nicht weiter schlimm. Abends habe ich dann gepackt. Das große Gepäck sollte bis 2.00 Uhr vor die Kabine gestellt werden.

Am nächsten Morgen mussten natürlich auch wir um 8.00 Uhr unsere Kabinen verlassen. Ich bin dann in Ruhe ausgiebig frühstücken gegangen. Wir legten um 8.30 Uhr in Genua an. Ab 9.00 bis spätestens 11.00 Uhr konnten wir ausschiffen, ich habe bis 10 Uhr langsam Abschied von der Sapphire genommen und bin dann von Bord gegangen. Das Gepäck mussten wir selber, allerdings nur ein paar Meter, vom Terminal zur Bushaltestelle tragen, wo unser Bus um 11.15 eintraf, die neuen Gäste auslud und uns um 11.30 Uhr aufnahm. Dann begann die Rückfahrt mit Hindernissen...

Nach ca. 2 Stunden fing der 2 Jahre alte Bus an zu stottern und nahm kaum mehr Gas an, gottseidank schafften wir es noch bis zur nächsten Raststätte. Die Fahrer riefen in Deutschland bei ihrer Firma an, die den italienischen Service-Dienst des Busherstellers verständigte, der „bald“ eintreffen würde. „Bald“ waren 2 ½ Stunden. Dann wurde gemessen, geschaut und geschraubt, nach ½ Stunde hiess es einsteigen zur Probefahrt. Das Problem bestand aber weiterhin, und wir mussten dem Servicewagen zur Werkstatt folgen, wo das Problem dann behoben werden konnte. Inzwischen war es Abend, die Fahrgäste entsprechend schlecht gelaunt und die Busfahrer genervt. Keine guten Vorzeichen, als es nach über 5 ½ Stunden endlich weiterging. Die Busfahrer drängten zur Eile und wollten kaum noch Pausen machen, was viele Fahrgäste rebellieren liess, denn ab und an muss man sich mal die Beine vertreten, eine Rauchen, einen Happen essen oder zur Toilette, denn ein Bus-Klo das oft benutzt wurde ist nicht gerade ein angenehmer Ort. Irgendwann am nächsten Mittag kam ich dann in Essen an, nach weiteren 1 ½ Stunden war ich dann endlich zu Hause.

Trotzdem war es alles in allem eine sehr schöne Reise. Die Atmosphäre auf dem Schiff war locker und familiär, und wenn man nicht allzu luxusverwöhnt ist und sich auf die Atmosphäre und das gemischte Publikum einlassen kann, hat man garantiert seinen Spass. Der Service war vielleicht nicht immer perfekt, durch das durchweg freundliche, bemühte und herzliche Personal kann man darüber aber hinwegsehen. Deutsch wird an der Rezeption und dem Ausflugsbüro gesprochen, auch wurden alle Ausflüge in deutscher Sprache angeboten. Ansonsten kommt man mit ein paar Brocken Englisch oder eben Händen und Füßen auch irgendwie klar. Die Getränkekosten sind nicht wirklich billig. Ein Kaffee z. B. 2 €, Softdrinks (Dose) 2,50 €, große Flasche Wasser 1,5 l 2,10 €. Ein All-Inklusive Getränkepaket kostete auf dieser Reise 180 €, doch selbst dann musste bei einigen Coktails oder harten Alkoholika noch zugezahlt werden. Auf meine Frage nach einem alkoholfreien Paket zuckte man nur mit den Schultern. Ich habe mir dann auch schonmal vom Landgang was zu trinken mitgebracht, da ich keinen Alkohol trinke, hatte auch niemand was dagegen. Alkohol an Bord zu bringen ist allerdings verboten.

So, dass solls soweit gewesen sein. Wenn jemand eine Frage hat, immer her damit. Ich hoffe ich habe alles verständlich und nicht allzu langweilig schildern können. Ach ja, die in diesem Forum des öfteren diskutierte Kappenrentner-Problematik gab es nicht, vielleicht habe ich sie auch nur nicht wahrgenommen. Wenn doch, hat sie sich auf alle Nationen verteilt. In diesem Zusammenhang fällt mir doch noch eine Begebenheit ein, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Nachdem ich auf dem Lido Deck am Pool mein Mittagessen genossen hatte, bin ich nochmal losgegangen, um mir ein Dessert vom ca. 15 Meter entfernten Büffet zu holen. Auf dem Tisch, der locker Platz für 4 Personen bot, standen noch meine Cola, eine volle Wasserflasche und meine Zigaretten. Als ich nach knapp 2 Min. zurückkam, sass an meinem Tisch ein älteres französisches Paar, vielleicht so Ende 60. Meine Sachen standen nun wundersamerweise auf dem Nachbartisch, der halb im Schatten stand. Nachdem ich meine Sprache wiedergefunden hatte, sprach ich die beiden höflich auf Deutsch, dann auf Englisch an, warum sie meine Sachen rübergestellt haben, hätten sie sich doch gerne zu mir an den Tisch setzen können. Sie schauten mich an wie ein Schlossgespenst, brabbelten was auf Französisch, und der ältere Herr machte eine abweisende Handbewegung. Da wars auch bei mir mit der Höflichkeit vorbei, ich sagte ärgerlich einige deutliche Worte auf deutsch, die sie vielleicht nicht verstanden, aber am Tonfall meiner Stimme sicherlich einordnen konnten. Ich wollte deswegen aber keinen weiteren Ärger und habe mich weiter entfernt an einen anderen Tisch gesetzt, um mein Dessert zu geniessen.

So, dass wars jetzt aber. Weitere Schiffsbilder gibts Morgen im Schiffsbilder-Thread. Aus dem Münsterland grüßt Euch Jörg


MS Albatros 06
MS Sapphire 18.09.-28.09.07
MS Deutschland (Flußschiff) 11.12.-14.12.07
MS Albatros 08
TS Maxim Gorki 14.09.-20.09.08




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Posts: 93 | Location: Münsterland | Registered: July 06, 2006Edit or Delete MessageReport This Post
Master Cruiser
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Hej Jörg,

herzlichen Dank für Deinen wunderbar ausführlichen Bericht! ThumbUp Außerdem gefällt mir Deine offensichtlich unverkrampfte Einstellung gegenüber den erlebten kleineren und größeren Krisen. Smile

Viele Grüße
Susanne


Arcadia 1998 # SuperStar Virgo 2000 # Arion 2003 # Constellation 2003 # Century 2005 # QE2 2005 # Voyager otS 2006 # Insignia 2006 # Summit 2007 # Jewel otS 2007 # Color Magic 2007
 
Posts: 638 | Registered: August 03, 2005Edit or Delete MessageReport This Post
Experienced Cruiser
Picture of kajomare
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Hallo Jörg,

Dein Bericht gefällt mir! Locker geschrieben, herrliche Bilder! So macht Reiseberichte lesen Spaß!


Gruß aus dem Rheinland

Kajo
 
Posts: 282 | Location: Niederkassel | Registered: November 13, 2005Edit or Delete MessageReport This Post
Cruise Guru
Picture of Crown Prince
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Hallo Jörg,

ich will mich Susanne und Kajo (wie immer, möchte ich fast schon sagen Wink ) anschließen, ein schöner Bericht, erfrischend frei von Allüren und "Kappenrentnereien".

Schön, endlich mal etwas über die "Sapphire" zu lesen, denn das Schiff hat viel mit dem Beginn meiner Kreuzfahrtleidenschaft zu tun: 1978 machten meine Großeltern ihre erste Cruise auf ihr, der damaligen "Italia" der "Linea C" (heute natürlich Costa), und erzählten begeistert davon. Allerdings nahmen sie mich als Kind dann auf ein anderes Schiff mit, die "MS Berlin".

Nochmals vielen Dank, Andreas
 
Posts: 1382 | Location: Ulm (Donau), Germany | Registered: May 18, 2005Edit or Delete MessageReport This Post
Cruise Commodore
Picture of Raoul Fiebig
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Hallo Jörg,

ich schließe mich den "Vorschreibern" an - ein toller Bericht! Vielen Dank für die Mühe, die Du Dir damit gemacht hast! ThumbUp


Best regards,

Raoul Fiebig
Das Ruderhaus
Kreuzfahrten-Treff.de






Countdown zur Gruppenreise 2008 auf der MARCO POLO:

Alle Details HIER
 
Posts: 8344 | Location: Paderborn, Germany | Registered: June 07, 2002Edit or Delete MessageReport This Post
Experienced Cruiser
Picture of bananenboot
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toller Bericht, hat Spaß gemacht ihn zu lesen.
Auch interessant, das es keine Alk-frei-Pakete gibt, hätte ich nicht gedacht, da sie ja auf der Coral auch von Louis... üblich sind.


Einen schönen Tag noch und Grüße aus dem schönen Oderland!

Gruß Ivo




08/2006 "Lili Marleen" Nordlandtour - Norwegensfjörde
08/2007 "MTS Coral" westliche Mittelmeer
 
Posts: 408 | Location: Frankfurt (Oder)-Booßen "Kleist-Stadt" | Registered: June 08, 2006Edit or Delete MessageReport This Post
Experienced Cruiser
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Sehr guter Bericht.
 
Posts: 302 | Registered: September 03, 2005Edit or Delete MessageReport This Post
Uwe
Cruise Guru
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Danke, Jörg,
willst du HeinB Konkurrenz machen?????
Tolle Bilder. Neid, Neid.
Ich arbeite daran, dass meine bilder besser werden.
Deinen Fotos nach zu urteilen, ist die Sapphire ein recht enges Schiff mit wenig Platz in den öffentlichen Bereichen. Probiere doch einmal ein größeers Schiff aus.

Gruß
Uwe
 
Posts: 1488 | Registered: October 19, 2005Edit or Delete MessageReport This Post
Cruise Guru
Picture of ferrycruiser
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Moin Jörg,

auch von mir ein Riesen-Kompliment!
ThumbUp

Ein toller Bericht ohne persönliche Befindlichkeiten aber mit persönlicher Note und sehr sachlich geschrieben. Danke!!

Ahoi,


Marc



 
Posts: 1469 | Location: Mainz/Rhein | Registered: August 25, 2004Edit or Delete MessageReport This Post
Serious Cruiser
Picture of Joerg
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Hallo zusammen,

vielen Dank für das Lob, freut mich das Euch mein Bericht gefällt, es hat zwar ein paar Stunden gedauert ihn zu schreiben aber Spass gemacht weil man alles nochmal Revue passieren lässt. Ich habe diesmal auch so eine Art Reisetagebuch geführt und mir vorm Schlafengehen alles am Tag erlebte stichpunktartig notiert.

@ bananenboot: Das mit dem alkoholfreien Getränkepaket hatte mich auch gewundert da ich vorher auch irgendwo davon gelesen habe. Vielleicht hat Louis es geändert. Sollte ich nochmal mit denen cruisen werde ich mich vorher genau erkundigen und ggf. vorab buchen.

@ Uwe: Das mit der Enge in den öffentlichen Bereichen empfandfand ich, bis auf die beschriebene Situation am letzten Tag, eigentlich nicht dramatisch. Die Sapphire ist halt ein relativ kleines, aber gemütliches Schiff mit maximal 570 Paxen bei Doppelbelegung, auf meiner Reise waren es 540. Beim nächsten Mal werde ich aber womöglich doch wieder ein Schiff in der Größe etwa der Albatros wählen, wo es mehr Lounges und Bars gibt, in denen man sich Abends die Zeit vertreiben kann. Da war dann doch etwas wenig Auswahl auf der Sapphire. Aber schaun mer mal... Big Grin

Es grüßt Euch Jörg


MS Albatros 06
MS Sapphire 18.09.-28.09.07
MS Deutschland (Flußschiff) 11.12.-14.12.07
MS Albatros 08
TS Maxim Gorki 14.09.-20.09.08




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Posts: 93 | Location: Münsterland | Registered: July 06, 2006Edit or Delete MessageReport This Post
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