ich habe heute folgendes Update der Situation erhalten, in der sich die "Olympia Voyager" zur Zeit befindet: Das Schiff ankert vor St. Thomas, wohl damit der Aufenthalt nicht so teuer wird, als wenn man direkt angelegt hätte. Dazu kommt natürlich, daß man den Anleger vermutlich ständig hätte wechseln müssen (ggf. hin und wieder auf Reede liegen), da z.Zt. auf St. Thomas absolute Hochsaison herrscht. Die Passagiere werden mit Tendern nach Charlotte Amalie (dem Hauptort) oder an diverse Strände der Insel gebracht. Von Bord heißt es, die Reederei wolle keinerlei Kompensierung zahlen, da die Reise ja stattfinde und es ihr laut "Kleingedrucktem" ja erlaubt ist, Häfen oder sogar das Schiff auszutauschen. Dies steht im Gegensatz zu dem, was ROC Deutschland offiziell sagt.
Die Federal Maritime Commission der USA hat allerdings bestätigt, daß den Reisenden - auch den verhinderten Passagieren der "Olympia Voyager" - eine Entschädigung zusteht. Wie alle Reedereien, die von den USA aus operieren, mußte ROC einen zweistelligen Millionenbetrag für den Fall eines Konkurses bei der FMC hinterlegen. Die FMC weist jedoch auch darauf hin, daß eine Stornierung gebuchter Reisen auf den beiden ROC-Schiffen bislang nicht ohne Stornierungsgebühren möglich ist, da ROC nur jeweils die aktuelle Kreuzfahrt absagt (und vermutlich auch dabei bleiben wird).
Es heißt auch, Vertreter einer der Gläubigerbanken (der Kreditanstalt für Wiederaufbau) hätten das "Navigationsequipment abtransportiert" - was auch immer man darunter verstehen soll.
Das Schiff soll am kommenden Freitag zurück in Port Everglades sein. Die Reederei erwartet dort eine Geldstrafe in Millionenhöhe wegen Verstoßes gegen den Passenger Services Act.
Hier sind wohl bald die Lichter aus. ROC und Louis könnten ja, obwohl angeblich nur 2 separate Register-Eigner betroffen sind, das fehlende Geld beisteuern, wenn es vorhanden wäre. Dies ist wohl nicht der Fall und ich denke, daß die Griechen hier bald einpacken können.
allerdings. Und ich kann nur nochmals auf einen Zusammenhang hinweisen, den ROCL verschweigt: Die Reederei bürgt für die Zahlungsfähigkeit der beiden Firmen, die jetzt Gläubigerschutz beantragt haben. Wenn die Gläubiger sich dort also kein Geld holen können, werden sie es bei ROCL versuchen.
Die Tatsache, daß drei Vorstandsmitglieder von ROCL über die Weihnachtsfeiertage zurückgetreten sind, spricht in diesem Zusammenhang auch für sich, würde ich sagen.