ein Schiffsportrait eines "etwas anderen" Dampfers: Dank des von Raoul zur Verfügung gestellten Fotowebspace kann ich euch jetzt einige Aufnahmen meiner, von Carmen empfohlenen, wunderbaren Fahrt auf dem Schaufelraddampfer "Natchez" in New Orleans vor einigen Wochen zeigen.
Die "Natchez" ist, obwohl 1975 gebaut (natürlich aus Stahl), denkbar authentisch. Ihr Bauplan orientiert sich an den historischen Schiffen "Virginia" und "Hudson". Die beiden das Schaufelrad am Heck antreiben Dampfmaschinen sind Baujahr 1925 und stammen aus dem Dampfboot "Clairton", genauso wie das Rudersystem. Ein Zugeständnis an die Moderne ist das Bugstrahlruder.
Die "Natchez" bietet wunderschöne 2-3 stündige Fahrten ab der Stadtmitte von New Orleans auf dem Mississippi, mit ordentlichem Lunchbuffet und abendlichen Jazz-Kreuzfahrten.
Ein Luftbild zur Einstimmung: New Orleans mit dem "Old Man River" und dem mächtigen Lake Pontchartrain dahinter.
Die "Natchez" an ihrem Anleger am Woldenberg River Park nahe des French Quarters.
Auch ein Raddampfer in New Orleans, aber weitaus weniger authentisch: Die "Creole Queen"
Fortsetzung folgt.
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Das Schöne auf einer Fahrt mit der "Natchez" ist die Tatsache, "live" im Maschinenraum mit dabei sein zu dürfen. Es ist toll, einer Dampfmaschine Baujahr 1925 bei der Arbeit zuzusehen.
Hier die beiden (heutzutage natürlich mit Öl befeuerten) Kessel "Thelma" und "Louise"
Der Maschinensteuerstand und eine der beiden Dampfmaschinen
Der grosse Salon
Die "Magnolia Suite"
Die gemütliche Bar. Dolly (Parton) war auch schon an Bord.
Das mächtige Schaufelrad "in Action"
Die Fahrt auf der "Natchez" war ein tolles Erlebnis. Sehr empfehlenswert für jeden Schiffsliebhaber. Bye Bye, "Natchez"!
danke für die schönen Bilder!! Auch wenn Du hier in meinem "Revier" wilderst !
Hier noch ein paar Infos:
Die Natchez wurde 1975 im Bergeron Machine Shop, Braithwaite, Louisiana gebaut. Sie ist seitdem im Familienbesitz der Familie Dow, die noch ein weiteres Dampfschiff betreibt. Designer der Natchez ist Alan Bates aus Louisville, Kentucky, der auch für die Bücher "Western River Steamboat Cyclopoedium" und "Western River Engine Room Cyclopoedium" verantwortlich zeichnet (die ein Muss für alle Modellbauer in diesem Bereich sind). Alan Bates hat auch eine Lizenz als First Mate und arbeitete in seiner Freizeit auf dem Raddampfer Belle of Louisville.
Und hier noch alte Fotos, wie die Toulouse Street Wharf früher mal aussah. Heute ist dort der Woldenberg Riverfront Park, wo einst das Toulouse Street Wharf Lagergebäude stand. Andreas, der Moonwalk ist übrigens rechts von der Natchez. Der Anleger heißt Toulouse Street Wharf.
Zu Deinen Fotos: Sehr schön kommt das "Pepto-Bismol"-Pink des Main Dining Rooms rüber. Ist das nicht schön ! Das "Jugendbildnis" von Don mit Dolly ist mir noch nie aufgefallen (natürlich weiß ich, dass Dolly Parton mal auf der Natchez war, ich habe auch einen Videomitschnitt der Sendung - nur der relevanten Teile).
Gruß
Carmen
PS: Die Creole Queen ist kein Dampfschiff, aber ebenfalls ein eher authentisches Radschiff, und gleichfalls von Alan Bates designed.
Originally posted by fneumeier: danke für die schönen Bilder!! Auch wenn Du hier in meinem "Revier" wilderst !
Sieh es positiv: Endlich trägt Deine unermüdliche Pionierarbeit bei uns Seebären Früchte.
Ich vergass allerdings den Hinweis, dass es kompetente Auskünfte zur "Natchez" bei Dir gibt (und den Moonwalk habe ich korrigiert), ich habe alles, was ich wusste, in den Text gepackt - wobei ich auch erst jetzt auf der Homepage die Bestätigung für meine Vermutung des vorhandenen Bugstrahlruders fand, das Ablegen kam mir verdächtig easy vor.
Dann darf ich also davon ausgehen, dass der junge Captain neben der Dolly derselbe in Ehren ergraute von heute ist?
der ergraute dürfte Steve Nicoulin sein :-) (sozusagen der Chef-Kapitän). Don Houghton sieht seinem Foto von damals immer noch recht ähnlich. Dann gibt es noch Troy Delaney, der als "African Amercian" allerdings leicht zu erkennen ist. Die drei arbeiten verschiedene Schichten (d.h. an verschiedenen Tagen) und übernehmen angesichts der noch immer herrschenden Personalknappheit auch andere Jobs in ihrer "Freizeit" wie Matrose.
Übrigens habe ich meiner Freundin einen Link zu diesem Pfad geschickt (von der die Fotos der alten Toulouse Street Wharf sind). Sie war Deutsch-Lehrerin und stolperte über das Wort "Bugstrahlruder" und fragte bei mir nach, was Du damit wohl gemeint hast .
es war dieser freundliche Herr, der an diesem Tage das Kommando über die "Natchez" hatte und beim "Boarding" einen freundlichen Blick in meine Tasche erbat (was ich okay fand, habe im Zuge der Kontrollen nach 9/11 schon unangenehmeres erlebt). Ich vermag nicht zu beurteilen, wer von Beiden das ist.
Vielleicht ist für Deine Freundin dieser Link zu Thema Bugstrahlruder interessant. Leider sind nur Hochseeschiffe abgebildet, aber wie Du ja selbst weißt, leisten sie auch auf Flussschiffen hervorragende Dienste.
Eine Frage noch zur "Creole Queen" die in der Tat mehr "Rad" als "Dampfer" ist: Wie wird sie denn angetrieben? Dieselmotor? Besonders interessiert mich dieser seltsame Kasten am Schaufelrad.
mit der Beantwortung der Kapitän-Frage muss ich Dich vertrösten, denn hier in der Arbeit werden die Fotos herausgefiltert .
Was ein Bugstrahlruder ist, weiß meine Freundin natürlich. Aber dieses Wort kommt im Deutschunterricht für Amerikaner nicht vor ! Sie brauchte nur den Begriff bow thruster als Übersetzungshilfe.
Die Creole Queen hat einen Dieselmotor. Der Antrieb des Schaufelrads wird als Diesel-Elektrisch angegeben, also ein Elektromotor betreibt das Rad und der Motor bekommt den Strom vom Dieselaggregat. Aber immerhin wird das Boot vom Schaufelrad bewegt und hat keine Schraube. Und in dem Kasten ist dann der Elektroantrieb. Die andere Variante sind Kettenantriebe.
das ist Captain Steve Nicoulin. Man beachte den Einsatz hochmoderner Technik, um dem Pilot im Steuerhaus Anweisungen beim Ablegen zu geben ! Funktioniert immer, geht nicht kaputt und ist auch noch umweltfreundlich (sprich trägt nicht zur globalen Erwärmung bei).
Danke für die Info. Dann ist die "Creole Queen" technisch ja echt bemerkenswert, ein dieselelektrisches Schaufelradschiff, das gibt es echt nicht alle Tage.
Ja die moderne Technik von Captain Nicoulin ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch schön, weil authentisch, anzusehen. Um so überraschter war ich deshalb über das "archaische" Bugstrahlruder. Und funktionieren tut diese Technik mit einer Einschränkung: Der Pilot muss auch funktionieren (wollen).
solange der "Pilot" nicht 7 Jahre alt ist und nur eingeschränkt Englisch versteht, funktioniert die Technik ganz gut ! Aber An- und Ablegen durfte unsere Tochter dann doch nicht (aber immerhin wenden!).
Dieselelektrisch ist nicht so selten. Die MS HERRSCHING am Ammersee fährt auch dieselelektrisch.
Originally posted by fneumeier: ... Die MS HERRSCHING am Ammersee...
...was mich daran erinnert, dass ein separater Thread für die schönsten "Binnenschiffsbilder" (zur Unterscheidung von den Hochseeschiffen) eigentlich auch eine super Sache wäre.