anläßlich Hein's tränenreichen Threads und der Bilder, kam mir wieder eine Frage in den Sinn, die ich mir schon seit Anfang 2002, als ich die "Olympic Explorer" auf einer Hafenrundfahrt in Hamburg sah- das schöne fertige Schiff wurde damals von B&V schamhaft neben dem Baudock versteckt, weil es von ROC nicht abgenommen wurde- stelle. Vielleicht weiß ein Experte eine Antwort:
ich bin mir nicht 100%ig sicher, aber ich meine, das hat man seinerzeit gemacht, damit das Schiff durch den Kanal von Korinth paßt. Aus diesem Grund hat es ja auch an Stelle der ausladenden Erkerfenster der "Grand Voyager" "eingelassene" Balkone.
Der Kanal von Korinth ist 24.60 m breit, die EXPLORER hat eine Breite von knapp 25 m. Das dürfte aber wirklich nur auf Biegen und Brechen geklappt haben (...tonnenweise Geröll auf den Decks als Souvenir inklusive im Reisepreis ) Ich weiß wohl auch, daß es sich um eine Kanal-Geschichte handelte, aber ob es wirklich der Kanal von Korinth ist, bin ich mir auch nicht mehr 100%-ig sicher, scheint aber am logischsten zu sein. Ich hatte immer den Panamakanal im Kopf (ist eigentlich Blödsinn, da die GRAND VOYAGER da auch locker durchpasst und weil beide Schiffe für Kreuzfahrten von Venedig bis Ägypten und zurück geplant waren).
ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, daß es der Kanal von Korinth war, da das Schiff ja auf seinen Wochentörns Venedig anlief und so deutlich "abkürzen" konnte.
War mir erst nicht sicher, ob nicht evtl. auch der Zugang zu den Großen Seen die Ursache hätte sein können - aber für die ist das Schiff deutlich zu breit.
Originally posted by Ingo: ... ist nicht die C Columbus so gebaut, dass sie noch auf die großen Seen kann? ...
Hallo Ingo,
das stimmt. Die Columbus kann mit einer Breite von 21,5 m die großen Seen Nordamerikas befahren, und wenn ich mich nicht irre, sind dafür sogar einige Teile wie die Brückennock klappbar montiert.
Die "Explorer" ist dafür aber meines Wissens auf jeden Fall zu breit. Als sie noch bei ROC fuhr, wurden mit ihr aber häufig Amazonas-Reisen angeboten - vielleicht hängt ja ihr Außendesign damit zusammen?
*** Splendour of the Seas (2001) *** Olympia Voyager (2002) *** Golden Princess (2003) *** Costa Classica (2004) *** Costa Fortuna (2006) *** MSC Musica (2006) *** Millennium (2007) *** Legend of the Seas (2008) *** Marco Polo ... and coming soon: Summit
Originally posted by Garfield: Als sie noch bei ROC fuhr, wurden mit ihr aber häufig Amazonas-Reisen angeboten - vielleicht hängt ja ihr Außendesign damit zusammen?
Hallo Stefan,
das kann ich mir nicht vorstellen. Weiter als bis Manaus ist sie meiner Meinung nach nicht gefahren - und dorthin kommen auch noch deutlich größere Schiffe. Bei Amazonas-Reisen dürfte auch der Tiefgang das entscheidende Kriterium sein, nicht die Breite.
ich habe zwar nicht den blassesten Schimmer, worum es geht (vermutlich diese Körbchen), aber vielleicht helfen euch ja diese Aufnahmen aus einer anderen Perspektive für eure Diskussion weiter:
Gruß HeinBloed
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ich hab jetzt noch mal in die Unterlagen geschaut. Ich hatte mich mal mit dem Schiff befasst, als ROC die Übernahme nach der Fertigstellung verweigerte.
Die EXPLORER ist für den Kanal von Korinth definitif zu breit. Die Schiffsabmessungen sprechen da klar dagegen, der Kanal ist schmaler. Des weiteren wären, wie bananenboot auch schon angedeutet hat, die Rettungsboote noch zusätzlich im Weg gewesen. Auch die ROC-Kataloge, die ich gerade wiedergefunden habe, zeigen, daß die EXPLORER auf den Routen den Kanal nie passieren sollte. Sie fuhr immer um den Pelopones herum.
Laut Baubeschreibung ist die EXPLORER, im Gegensatz zu ihrer Schwester GRAND VOYAGER, tatsächlich als "panamatauglich" klassifiziert. Dies muß wohl mit der geringen Höhe der Aufbauten zusammenhängen. Andere Schiffe haben ihre Brückennocks sehr viel höher gelegen. Durch die gedrungene Schiffslinie ist die EXPLORER ja wesentlich niedriger und dadurch müssen diese überstehenden Nocks und ausladenden Erkerfenster in den Schleusen des Panamakanals wohl wirklich zu breit sein oder zumindest eine vorgeschriebene Breite überschreiten. Wie hier jetzt genau die Vorschriften und Gegebenheiten im Fall der EXPLORER sind, kann ich nicht sagen, zumal es gegenüber den grossen Schiffen, die ja bis 32,20m breit sind, irgendwie dennoch unlogisch erscheint. Bei einer genauen Breite von 25,60m der EXPLORER würden insgesamt 6.6m Spielraum bleiben aber, wie bereits gesagt, kommt es im Falle der EXPLORER auf die Höhe dieser Aufbauten an.
Sorry Raoul, aber es war wirklich nicht wegen dem Kanal von Korinth
ich habe vorhin auch noch mal das gesamte C&B-Archiv durchsucht und bin nicht fündig geworden. Der Kanal von Korinth war es wohl in der Tat nicht, aber der Panamakanal macht auch wenig Sinn, da die Schleusenkammern 33,5 Meter breit sind und die "Grand Voyager" damit nicht zu breit sein kann, da sie inklusive Brückennocks bedeutend schmaler ist als der Rumpf eines Panamax-max-Schiffs. Beispiel "Jewel of the Seas": Rumpfbreite 32,2 Meter, Breite über alles 39,8 Meter laut DNV.
Andererseits sind selbst beim GL als Klassifizierer beide Schiffe als gleich breit angegeben. Da macht das ganze noch viel weniger Sinn.
die bei GL angegeben Breite ist die auf Spanten. Die sollte schon gleich sein. Die Breite über Alles ist für die Registrierung nicht so interessant, daher taucht sie zumeist auch nicht in den Angaben der Registrierungsgesellschaften auf.
Vielleicht hat man bei der Olympic Explorer die ausfahrbaren Nocks installiert, da man vielleicht Angst hatte, sich während des Schleusens aufgrund der niedrigen Brücke mit den Nocks an der Schleusenmauer anzuecken.
komisch ist das Ganze in der Tat. Es muß irgendwie aber mit den Schleusen zusammenhängen, um, wie Ingo es noch besser ausgedrückt hat als ich, nicht mit den niedrig gelegenen Brückennocks anzuecken. Aber Raoul, Du sagts es richtig: Es müsste dennoch genug Platz sein, daß auch die GRAND VOYAGER durchkommt.
Vielleicht kann uns B&V dazu ja etwas mehr Auskunft geben. Werde mal versuchen, etwas herauszubekommen.
Vielen Dank erstmal an alle, insbesondere Patrick, Raoul und Ingo,
Patrick, natürlich bin ich auch sehr an des Rätsels endgültiger Lösung interessiert. Viel Erfolg bei deiner Anfrage bei Blohm & Voss.
Meinen flapsigen Ausruf damals bei Anblick der Explorer- "Na klar nehmen die das Schiff nicht ab, die haben ja die Brückenausleger vergessen ..." (Schwäbisches Sparwitzle) fand der "He Lücht" gar nicht lustig...
Aber meine Anschlußfrage zum Thema: Waren denn die Vibrationen tatsächlich der Grund für die ewig verzögerte Abnahme? Irgendwie leuchtet mir das nicht ein, denn mit dem Schwesterschiff Olympic Voyager hatte man bis dahin ja schon genügend Erfahrungen gesammelt. War es nicht eher so, das ROC schon damals finanziell ziemlich klamm, und/oder die Buchungslage für die Explorer schlecht war?
Originally posted by Crown Prince: War es nicht eher so, das ROC schon damals finanziell ziemlich klamm, und/oder die Buchungslage für die Explorer schlecht war?
Hallo Andreas,
ja, so war es. Hinzu kam, daß die griechischen Gewerkschaften Theater gemacht haben, da das Schiff ja in Gibraltar registriert werden sollte.
Hallo es muß an etwas Anderem liegen, dass sie nicht durch den Kanal von Korinth passt. Er mag unten 24,60 m breit sein, durch die schrägen Wände wird er oben aber breiter. Kann natürlich sein, dass es "Schmalstellen" gibt, ich bin die 6 km -leider- noch nict abgefahren. Hier sieht man es deutlich: http://www.griechische-inseln.org/aegaeis/golfvk.htm Viele Grüße Gerd
Ingos Angabe stimmt. Die Olympia Explorer ist 25,5 m (nach anderen Angaben 25,6 m)breit (auf Spanten), 180,00 m lang und hat einen Tiefgang von 7,1 m. Der Korinth-Kanal ist 24 m breit und 8 m tief. Da geht gar nichts mit diesem Schiff. Uwe
Hallo, Uwe´s Angaben sollten stimmen. Ich bin 2002 auf der Olympia Explorer von Venedig durch das östliche Mittelmeer gefahren. Bis Istanbul und dann zurück. Damals hieß es, das zweitschnellste Kreuzfahrtschiff. Schnell waren wir, wir fühlten uns teilweise wie auf einem Schnellboot und mussten beim Abendessen unsere Gläser leicht in der Luft halten, damit nichts überschwappte. Der Seegang war aber nicht schuld daran. Die Techniker waren von B&V an Bord, um die Erschütterungen in den Griff zu bekommen. Das Erlebniss, manchmal zwei Häfen am Tag, hat mich zur Liebe an den Seetagen bewegt. Gruß PetKla
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