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Die Großen Drei
Bericht Explorer otS vs Noel
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Serious Cruiser |
Vor einer Woche sind wir von unserer Cruise mit der Explorer otS von/nach Port Liberty/New Jersey – Ostkaribik zurück gekommen. Es war unsere bisher 16. und unangenehmste Kreuzfahrt. Den Tag vor der KF verbrachten wir in Manhattan, wo die Preise durch den Dollarkurs jetzt durchaus akzeptabel sind. Am 26. 10. ging es dann mit dem vorher reservierten Yellow Cab zum Port Liberty, wo das Einschiffen problemlos verlief. Wir waren vor 1 Uhr am Schiff und konnten im Windjammer unser erstes lunch genießen. Ein bisschen ärgerlich war, dass unsere Platinum Mitgliedschaft bei RCI offensichtlich nicht registriert wurde und wir das Heft mit den verschiedenen Vergünstigungen erst wie viele andere durch Anstellen in der Schlange bei der Crown and Anchor Repräsentantin holen mussten. Die Ausfahrt fand bei strömendem Regen statt, man sah die Pfeiler der Verrezzano Brücke in den Wolken stecken.
Der erste Seetag war dann schon wesentlich wärmer dank Golfstrom. Wir konnten eine schöne Zeit in der warmen Sonne an Deck verbringen. In unserer Kabine hatte ich WLAN Empfang, so dass ich mich wie üblich über die Wetterlage informieren konnte. Die Wetter-Modelle zeigten bereits die Entwicklung eines Tropensturms über Hispaniola und Cuba an, wobei es mir fraglich erschien, ob wir da überhaupt Labadee anfahren können. Die zweite Nacht wurde die See schon unruhig und am zweiten Morgen wachten wir bei stürmischer See und beachtlichem Wellengang auf. Der Wind pfiff über Deck und der Regen kam horizontal und von allen Seiten daher. Alle Außentüren wurden verriegelt - aber man hat ja durch die vielen Glasflächen und durch den eigenen Balkon genug Möglichkeit zu beobachten was Außen abgeht. An diesem Tag war es schon relativ ruhig an Bord, etliche Gäste verbrachten offensichtlich den Tag in der Horizontalen. Am Abend kam dann die Durchsage des Captain Erik, dass Labadee wegen des Tropensturms Noel nicht angefahren werden könne und wir deshalb Kurs zur zweiten Station Casa del Campo auf der Dominikanischen Republik einschlagen und somit einen weiteren Tag auf See verbringen müssen. Ein Blick auf die Wetterkarten zeigte mir, dass an ein Anfahren von Casa del Campo bei diesem Sturm und sintflutartigen Regen wohl nicht zu denken war. Nach einer zweiten stürmischen Nacht kam am Morgen die erwartete Durchsage des Captains, dass auch Casa del Campo gestrichen sei, da dort alles unter Wasser stehe. Er sagte uns, dass nun außerplanmäßig St Maarten angefahren werde. Der dritte Seetag war dann ein bisschen weniger stürmisch und die darauf folgende Nacht konnte man erstmals seit zwei Nächten ohne Angst schlafen, aus dem Bett zu fallen. Wie herrlich war doch der vierte Morgen, als wir Land sahen und nach dem Anlegen etwas wackelig wieder Land unter den Füßen hatten. Es war dort allerdings so drückend schwül und heiß, dass man bald wieder das kühle Schiff aufsuchen wollte. Der fünfte und sechste Tag waren dann erstmals plangemäß in St. Thomas und dann in San Juan auf Puerto Rico. In St. Thomas waren 4 Kreuzfahrtschiffe angelegt und weitere 3! vor Anker so dass der Ort schwarz vor Menschen war, die sich wie eine Walze durch die engen Gassen schoben. Die drückende Schwüle und die Menschenmassen ließen uns bald wieder unsere Explorer aufsuchen. Nach dem Vormittag in San Juan begann dann die 2,5-tägige Rückreise nach Port Liberty. Bereits in der nächsten Nacht spürten wir wieder die stürmische See – wir folgten nun dem inzwischen zum Hurrikan mutierten Noel nach Norden. Captain Erik sagte, dass wir in ausreichendem Abstand zum Hurrikan sind, wenn wir nach Norden fahren werden. Das konnte ich durch den Blick auf die Wetterkarten bestätigen. Der vorletzte und letzte Seetag waren wieder so, dass es recht ruhig an Bord war, nur das Ächzen des Schiffsrumpfs durch das Rollen und Stampfen war fast beunruhigend. Zu Mittag am letzten Tag kam dann eine Durchsage, dass die Explorer statt um 7 Uhr erst um 15 Uhr in Port Liberty ankommen werde. Dies erstaunte mich einigermaßen, da mein GPS zu der Zeit eine Distanz von wenig mehr als 400 nautische Meilen von New York anzeigte. Mit 22 Knoten Fahrt hätten wir also durchaus rechtzeitig im Hafen sein können. In der letzten Nacht und am Morgen tuckerte die Explorer bei inzwischen wieder ruhiger See mit läppischen 10 Knoten dahin. Was war passiert? Gab es Probleme mit einem Motor? Durfte der Captain erst später in Port Liberty einlaufen? Wollte man im Hafen noch auf etwas warten? Die Informationspolitik von RCI erinnert mich frappant an die Wiener Methode „jemanden dumm sterben zu lassen“. Da ich etwas in Sorge war, ob wir unser Flugzeug noch erreichen werden, fragte ich bei Guest relations nach, ob nicht seitens RCI eine Meldung an Lufthansa über unsere Verspätung abgegeben werden könne, da meines Wissens ungefähr 10 Passagiere die selbe Maschine gebucht hatten. Man gab mir zur Antwort, dass wir ja ohnehin um ca. 17 Uhr von Bord seien und daher bis zum Abflug um 18:15 ausreichend Zeit sei. Als das Schiff endlich um 15:15 anlegte, versammelten sich hunderte Passagiere im unmittelbaren Ausschiffungsbereich nahe Deck 1 aft. Das waren bange eineinhalb Stunden, bis die ersten das Schiff verlassen konnten und in aller Eile ihre Koffer in der Halle suchten. Zum Glück waren wir vorne dabei, fanden nach unserem Gepäck auch gleich unser prepaid Yellow Cab, das uns um knapp nach 17 Uhr am Flughafen Newark aussetzte. Wir wurden gerade noch abgefertigt und durch die Checks gelassen und saßen erschöpft um 18 Uhr in der Maschine nach Frankfurt, die pünktlich um 18:15 Richtung Europa abhob. Ich bin ziemlich sicher, dass nicht alle Paxe dieses Flugzeug erreichten, da nur sehr wenige Taxis am Hafen vorhanden waren. Wenn man – wie wir – die Flüge nicht durch RCI bucht, hat man mit keinerlei Entschädigung für Mehrkosten eines versäumten Fluges zu rechnen, wie man uns bestätigt hat. Zu den anderen Dingen, die einem sonst die Kreuzfahrt angenehm machen: Sowohl die Kellner im Bedienrestaurant als auch die Zimmerboys waren wie gewohnt aufmerksam und hilfsbereit, wenn auch das letzte Quentchen, das wir von Celebrity gewohnt sind, gefehlt hat. Das Essen war gut, wenn auch nicht umwerfend. Besonders gefallen hat uns der Halloween-Abend, wo viele (amerikanische) Passagiere in originellen Kostümen auf der Promenade auf und ab gingen. Die (zu) vielen Seetage bei widrigen Verhältnissen hat vor allem meiner Frau so zugesetzt, dass sie im Moment noch gar nicht an die nächste Cruise denken mag. Ich denke auch, dass die vielen Erstlinge auf dieser Fahrt in Zukunft nicht unbedingt zu den passionierten Dauergästen zählen werden. Ich hingegen beginne mich bereits wieder ein bisschen auf unsere nächste Cruise im Februar in die Südkaribik zu freuen…. Lg Reinhold |
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Serious Cruiser |
Hallochen,
erstmal tut es mir sehr leid, daß die Fahrt so verlaufen ist. Aber bei den Klima-Problemen kann mann zu jeder Jahreszeit mit so was rechnen. Ich habe gleich auf deinen Bericht geklickt, da wir nächstes Jahr (30.11.08) auch diese Reise auf diesem Schiff gebucht haben. Ich habe überlegt, ob ich den Flug selber buche, aber dein Bericht bringt mich dazu, daß Anreisepaket bei RCI zu buchen. Da bin ich wohl auf der sicheren Seite. Weil die Flüge und die Hotels in New York ja auch nicht so günstig sind. Danke für deinen Bericht. Er hat mir in meiner Planung sehr geholfen. Schade nur, daß es so dumm für euch gelaufen ist. |
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