Ich will Euch meine Eindrücke unserer Reise auf der Constellation schildern und hie und da Vergleiche zur Galaxy anstellen, mit der wir im November 2005 unterwegs waren.
Route: Fort Lauderdale- 2 Seetage - St. Maarten - St- Lucia - Barbados - St. Kitts - St. Thomas - 2 Seetage - Fort Lauderdale.
Wir sind zwei Tage vorher nach Miami geflogen, wo wir am Flughafen unsere Freunde getroffen haben. Im Shuttlebus zu Alamo, Van geholt, Gepäck rein und ab nach Miami Beach. Leider hatten wir kein Hotel vorgebucht und mussten so erst mal auf die Suche gehen. Ein bezahlbares in South Beach war leider ausgebucht, ein anderes für 2 Nächte fast so teuer wie die Cruise...also ab nach Norden und in ein Days Inn auf Höhe der 75. Strasse, aber auch erste Reihe am Strand. War zwar ziemlich schäbig, aber für 2 Tage OK. Waren dann noch Steak essen, ein Absacker auf der Hotel-Terasse und ab in die Heia.
Am nächsten Tag zum typ. amerik. Früstück (Eier, Speck, Pancakes, Ahornsirup) zu Denny's, shoppen in der Aventura Mall, ein Spaziergang am Fischerhafen der Biscayne Bay, ein wenig relaxen am Sandstrand und abends an den Ocean Drive. Überteuertes aber gutes Essen im Sea Cafe und Cocktails an der legendären Aussenbar des Clevelander.
Am Einschiffungstag haben wir uns auf das complimentary continental Breakfast des Days Inn beschränkt, sind dann gleich nach Fort Lauderdale weiter. Ein wenig rumgeschlendert an der Oceanfront, noch ein Snack bei der Sloppy Joe's Filiale, zum Hafen für einen ersten Blick auf die Constellation und zur Gepäckabgabe und dann zum Flughafen Auto abgeben. Der Celebrity Shuttle hat uns leider nicht zum Port Everglades mitgenommen, so mussten wir ein Taxi nehmen. Einschiffung ging recht schnell, obwohl die Schlange ziemlich lang war, es waren aber fast 30 Schalter offen.
Der Begrüssungssekt hätte auch in ein Schnapsglas gepasst und war gleich vernichtet. Also auf zur Kabineninspektion. Unsere Freunde hatten eine "normale" Aussen auf Deck 3 und waren damit sehr zufrieden. Wir haben ja die 7000 auf Deck 7 vorne raus genommen und waren erst mal von der Grösse überwältigt! Eher wie ein normales Hotelzimmer, nicht wie eine Schiffskabine. Die Kabine war top sauber und wurde von unserer philippinischen Stewardess bestens in Schuß gehalten.
Also gleich rauf an Deck, wir legen pünktlich um 16.00 Uhr ab und lassen die Carnival Liberty und die Sea Princess im Hafen zurück. Cocktail in Celebrity Souvenirgläsern, die wir auch diesmal heil nach Hause bringen.
Zum Abendessen, zweite Sitzung haben wir eigentlich einen 6er-Tisch, sind aber zunächst nur zu viert und unsere Kellner, Sen aus der Türkei (erst am Ende der Cruise stellen wir fest, dass Sen sein Nachname ist) und sein Busboy Wayan aus Bali wissen nicht, ob noch jemand kommt. Sen ist am ersten Abend nicht besonders freundlich, aber wahrscheinlich hatte er nur einen schlechten Tag, Ärger mit dem Boss o.ä. Im Laufe der nächsten Tage hat sich das aber zum Guten gewendet und wir hatten viel Spass zusammen. Wayan war ohnehin sehr freundlich, lustig und interessiert, die Mädels fanden ihn zum Knuddeln.
Der Assistant Maitre war Ryan aus Südafrika, ein Surfertyp, sehr smart und freundlich, war jeden Abend bei uns und hat nachgefragt, Wein nachgeschenkt etc.
Der Sommelier bzw. Weinkellner war Bruno aus Indien, einer klassischen Weinhochburg

Ich möchte ihm seine Fachkenntnis nicht absprechen, allerdings war er zu cool und hat immer die offenen Flaschen von oben am Hals getragen

Trotzdem haben wir ihm fast jeden Abend ein Fläschchen abgekauft.
Am ersten Seetag waren wir auch auf dem 10$ Weinseminar, dass vom Kellermeister Pablo aus Kolumbien anmoderiert wurde, aber zufällig dann wieder von Bruno, einem von 12 Sommeliers im San Marco Hauptrestaurant durchgeführt wurde. Man bekommt 3 Weiß-, 3 Rotweine und einen Champagner zum testen, ausserdem Käse, Obst, Cräcker. War recht unterhaltsam und wir haben schon mal vier Weine gefunden, die wir auf keinen Fall bestellen würden.
Zum Essen:
Besonders die ersten Abende waren wir im Hauptrestaurant doch recht enttäuscht, hatten das von der Galaxy besser in Erinnerung. Speisen waren etwas lieblos angerichtet, Fisch trocken, Salat wässrig und alles etwas fad im Geschmack. Zudem hatten wir die ersten Tage "Red Code" (wegen Freund Noro) und dehalb nicht mal Salz und Pfeffer auf dem Tisch stehen. Wollte man nachwürzen, haben Sie es gebracht und dann gleich wieder mitgenommen. Gott sei Dank war nach vier Tagen Yellow Code und man durfte sich andlich auch am Buffet, beim Sushi,an den Getränkeautomaten wieder selbst bedienen.
Das Buffet fanden wir insgesamt besser als auf der Galaxy. Pizza 1A, Sushi sehr gut, Salate ebenfalls, Omelettes, Waffeln zum Frühstück auch. Nur die Nudeln waren beim ersten und einzigen Versuch verkocht und langweilig, dann haben wirs sein gelassen. Man hat im Buffetrestaurant immer problemlos einen Tisch gefunden, auch draussen, wo es sehr schön war auf Teakholzstühlen zu sitzen, zum Frühstück, Nachmittags-Pizza oder -Sushi beim Auslaufen oder für einen Drink, wo wir nachts meist mit dem sehr netten indonesischen Kellner alleine
waren, die Amerikaner sind halt lieber innen.
Kulinarisch herausragend war das Essen im Zuzahl-Restaurant Ocean Liners, wo wir das Degustations-Menü mit begleitenden Weinen für 27$ p.P. gewählt haben. Das Amuse Bouche errinerte zwar noch ein ein Nordsee-Fischpflanzerl, aber die Hummersuppe, das berühmte Ziegenkäsesoufflè ebenso wie die vorzügliche Foie Gras und besonders das Hauptgericht, Lamm im Teigmantel, einfach perfekt. Danach noch Käse und Dessert, wieder ein Soufflèe, diemal von Grand Marnier und herrlich luftig oder sechs Kleinigkeiten, alles noch von Michel Roux kreirt, der Celebrity ja verlassen hat. Service besonders perfekt, allerdings war auch hier der Sommelier nicht wirklich überzeugend. Einer der Weine, ein Sauvignon Blanc hatte meiner Meinung nach eindeutig einen Fehler, keinen Kork aber ein deutlicher Bittergeschmack. Der "Sommelier" meinte nur, kann nicht sein, hat sich noch niemand beschwert und er trinke ohnehin ausschliesslich Rotwein.
Den Pool Grill haben wir nur am ersten Seetag besucht, die Hamburger sind durchaus lecker aber so üppig, dass Sie als einzige Tagesmahlzeit ausreichen würden.
Es gab zwei Mitternachtsbuffets, einmal am Pool ein Fruit Buffet, sehr schön anzusehen und auch gut besucht und am letzten Formellen Abend im Speisesaal, das habe ich leider verpennt.
Das Wetter war die ganzen zehn Tage stabil, nur am letzten Tag bei der Ankunft in Fort Lauderdale hat es deutlich auf ca. 10 Grad C abgefrischt. Ansonsten nur mal ein Regenschauer auf St. Maarten und in der Nacht zwischen vorletzten und letztem Seetag.
Die Pool - und Partyband Nfusion war technisch sehr gut, wesentlich besser als die auf der Galaxy im Nov. 2005. Allerdings beschränkte sich Ihr Repertoire auf vielleicht 30 Nummern, was nach ein paar Seetagen dann doch nervte. Ansonsten gab es ein angenehmes Streichquartett im Cova Cafe und im Restaurant bei den formellen Abenden, eine 2-Mann-Combo in der Rendezvou-Lounge im typischen Alleinunterhaltersound (ein ganzes Orchester aus einem Synthesizer) und einen klasse Pianisten, Perry Grant, allabendlich im Michaels Club, der kein Zigarrenclub mehr ist.
Sehr gut auch die Bigband, die nicht nur zu den Shows im Theater gespielt hat, sondern auch mal ein Swing-Konzert in der Rendezvous-Lounge gab.
Das Theater haben wir nur 2X besucht, nach den ersten beiden Galaabenden, als die grossen Shows nach dem Essen waren. Die erste, Broadway, fanden wir OK, die zweite, FantaSea haben mit uns auch viele andere während der Vorstellung verlassen. Zur dritten sind wir dann nicht, unseren Freunden hat sie ganz gut gefallen, es war die "Round the World" oder so ähnlich Show mit franz. CanCan, irischem Step usw. die wir von dr Galaxy schon kannten. Bis auf diese drei "grossen" Production Shows waren für uns alle Shows um 19.00 Uhr vor dem Abendessen, was uns einfach zu früh war.
Wer immer noch meint, Liegen reservieren wäre typisch deutsch, dem kann ich hier das Gegenteil versichern. An Seetagen waren auf dem Weg zum Frühstücksbuffet zwischen 8 und 9 100% der Liegen mit Handtuch und einem Buch o.ä. besetzt, draufgelegen ist niemand.
Das Fitnesscenter war die rsten drei Tage dicht, worüber wir sehr enttäuscht waren. Gerade an Seetagen hätte man ja Zeit, es ausgiebig zu nutzen. Sie haben die ersten Tage komplett neue Geräte von LifeFitness eingebaut, die wir ab St.Maarten dann täglich genutzt haben und so unsere Gewichtszunahme auf ein Kilo beschränken konnten. Sehr schön auch die (getrennte) Sauna mit Blick aufs Meer, in der -Überraschung - alle nackt waren! Gut, ausser meinem Freund und mir waren nur zwei, drei Leute drin, aber keiner in Badehose. Bei den Damen war ausser unseren beiden Mädels gar niemand, so dass auch sie auf den Bikini verzichten konnten. Der Thalossotherapie-Pool im AquaSpa Bereich auf den M-Class Schiffen, also auch der Constellation ist im Gegensatz zur C-Class (Galaxy) für alle Gäste ohne Aufpreis zugänglich, was ich sehr gut finde! Tagsüber war es hier gut gefüllt, gegen abend während die erste Sitzung gespeist hat hatten wir den Pool und die beiden Jacuzzis für uns alleine.
Nicht so schön aufgeteilt wie auf der Galaxy finde ich die Bars. Alle geht irgendwie ineinander über und ist ein grosser Bereich, auch in Champagner- und Martini-Bar hört man die Live-Musik der darunterliegenden RendezvousLounge, auf deren Tanzfläche man von oben blicken kann. Einer unserer Lieblingsorte auf der Galaxy war dagegen die Martini Bar vor dem Speisesaal zum Aperitif, mit lässiger Klaviermusik. Sehr schön dagegen und sehr wenig frequentiert wie oben bereits angesprochen die Bar Deck 10 hinten aussen, zum Sundowner mit Gitarrenmusik.
Die Constellation ist bisher für mich das Schiff mit den wenigsten Vibrationen/Geräuschen etc. In der Kabine war es mucksmäuschenstill, auch bei Seegang hat nichts geklappert und auch in den öffentl. Bereichen hat man keine Vibrationen wahrgenommen. Obwohl wir einmal heftigen Seegang hatten, am Abend des vorletzten Seetages. Besonders schlimm war es dabei in unserer Kabine und obwohl ich eigentlich nicht empfindlich bin werde ich künftig wieder weiter hinten buchen...
Zu den Inseln:
Auf St. Maarten waren wir vor drei Jahren mit der NCL Sky, das Städtchen Philipsburg hat uns damals gut gefallen und auch den Friars Beach auf der franz. Seite hatten wir als Ziel einer Mountainbike-Tour in guter Erinnerung. Diesmal also einen Leihwagen von zu Hause aus gebucht, das Vermietbüro von Best Deal war an der Pier, mit dem Shuttle zum Abstellplatz und dann...sind wir in unserem offenen Jeep mehr über die Insel gestanden als gefahren. St.Maarten/St.Martin ist eine einzige Baustelle, ein riesiges Verkehrschaos und ein Superstau, aber keine Karibik-Idylle. Wir haben es zwar einmal rundrum geschafft, waren in Marigot, amn der Orient Bay, sind am Friar's Beach und am Sunset Beach (der Flughafen Strand, verrückt) ins Wasser, waren aber am Abend irgendwie total gestresst.
Neben uns lagen in St.Maarten die Serenade otS, die Noordam und die Aida Vita. In einem Laden in Philipsburg habe ich einen sonnenverbrannten Deutschen von der Aida angesprochen, wo es denn bei Ihnen morgen hinginge. Er: "Glaube, irgendwas holländisches" Ich: "St. Maarten?" Er: "Ja, genau!" ...zu viel Pool Party?
St.Lucia:
Die Constellation war an diesem Tag das einzige Schiff in Castries. Wir haben mit einem netten jungen Taxifahrer die Standard-Touri-Tour gemacht für 30$ pro Nase, ca. 6 Std. Erst zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf Bucht und Schiff, dann zur Dr. Doolittle Bucht, zu den Pitons nach Soufriere, zu dem Drive-In-Volcano und zu einem tropischen Garten mit Wasserfall und schönen Pflanzen. Züruck auf unseren Wunsch noch an einen Strand, die Choc Bay nördlich von Castries. Sehr schöne Brandung zum Bodysurfen.
St. Lucia ist ein grünes Paradies, sehr sauber, wir kommen wieder!
Barbados:
Ausser uns liegen die Carnival Destiny und die Sea Princess im Hafen. Man braucht Shuttlebusse in die Stadt. Dort lassen wir uns von einem Taxifahrer abschleppen, machen wieder eine Inseltour, halb so lang wie tags zuvor fürs gleiche Geld. Strände will er uns ausreden, heute wäre es nichts zum Baden, zuviel Wind. Aus dem gleichen Grund fährt er uns auch nicht an die Atlanikküste. Wir lassen uns in Bridgetown absetzen und gehen zum Boatyard Beach, sehr schön aber auch sehr voll. Der Sand ist sehr fein und das Wasser schön zum schwimmen. Und der Rumpunch an der Beachbar kostet nur gefährlich günstige 3$. Noch ein bisschen durch Bridgetown gebummelt, ein Cricket-Shirt der Nationalmannschft der West Indies gekauft - in Bridgetown ist die Cricket WM im März - und dann zurück zum Schiff.
St. Kitts:
Als wir ankommen liegt schon die Crystal Symphony an der Pier.
Erst wollten wir uns Roller ausleihen, um über die Insel zu fahren, aber die angebotenen Teile waren absolut verkehrsunsicher, Spiegel abgebrochen, Lenkung ausgeschlagen etc. Also dann doch erstmal zu Fuß in das nette Städtchen Basseterre und dann gegen Mittag mit dem Taxi zur Festung Brimstone Hill. Sehr interessant und tolle Ausblicke bis Saba/St.Eustacius/St.Maarten. Nach zwei Stunden wieder nach Süden zum South Frigate Beach. Dunkler Sand und man konnte auch schnorcheln. Zurück zum Hafen für 5$ p.P. mit dem Schnellboot Taxi, sehr empfehlenswert.
St. Thomas:
Wir gehen zu Fuß nach Charlotte Amalie zum shoppen und kommen mit Tüten von Foot Locker, Hilfiger usw. zurück. Schon sehr günstig da. Mittags dann mit der Gondel auf den Paradise Point, für teure 19$ pro Nase. Aber der Blick ist toll, mittlerweile liegt die Norwegian Spirit hinter uns an der Pier. Zum Lunch an Bord und nachmittags mit dem Taxi an den Sapphire Beach, der uns viel besser gefällt als die hochgelobte Magens Bay, wo wir vor drei Jahren waren. Schöner Strand und sehr schön zum schnorcheln. Aber recht voll, ist schliesslich eine Hotelanlage direkt dahinter.
Am Ausschiffungstag (Verzögerung/Wartezeit ca. 1 Stunde) haben wir noch einen Everglades-Ausflug gebucht um die Zeit zu überbrücken und auch gleich einen Flughafen Transfer zu haben. War nicht berauschend, vor allem weil es saukalt war auf dem Airboat.
So, dass wars jetzt erstmal, wenn mir nochwas einfällt schreibe ich es später. Und beantworte natürlich auch gerne Fragen.
Joachim