Hier nun mein ausführlicher Reisebericht zur Karibikkreuzfahrt mit der Norwegian Dawn und unserem Kurzaufenthalt in New York (vom 09.12.2005 - 23.12.2005). Der Übersichtlichkeit wegen stelle ich ihn in einem neuen Thread ein.
Wir, meine Freundin (25) und ich (34), haben vor dieser Reise zwei Aida-Kreuzfahrten gemacht. Ich kann also nur Vergleiche mit Aida anstellen.
Die Daten und Fakten zum Schiff spare ich mir, das kann man sicher besser auf der NCL-Homepage nachlesen.
Die vielleicht wichtigsten Fragen vorweg:
Können wir NCL weiter empfehlen ? Ja!
Würden wir nochmal mit NCL fahren ? Ebenfalls ja!
So, jetzt alles der Reihe nach........
Unsere Reise:
1. Tag, Anreise
Wir sind am 09.12.05 von Frankfurt nach New York-JFK geflogen, aufgrund der Zeitverschiebung war es bei der Landung erst 16:00h. Wir wurden von etwas wortkargen und gelangweilten US-Beamten in Empfang genommen, konnten aber ohne Probleme alle Einreiseformalitäten durchlaufen.
Es lohnt sich übrigens bei Verlassen des Flugzeugs schnell zu sein. Wir gehörten zu den ersten 30 Passagieren, die zu den Einreiseschaltern kamen, da gab es kaum Wartezeit. Einige Minuten später gab es dort schon längere Schlangen.
Wir sind dann mit dem Airtrain bzw. Skytrain (wie heißt er denn jetzt richtig?) zur U-Bahn-Station Jamaika Beach gefahren, von dort ging es mit der U-Bahn in ca. 45 min. direkt zum Port Authority Bus Terminal (PABT), einem zentralen Bus- und U-Bahn-Bahnhof in Manhattan.
Dort haben wir dann ein Taxi genommen, dass uns Richtung New Jersey gebracht hat. Unser Hotel war das Super-8-Motel in Union City direkt an der I-495, die in den Lincolntunnel mündet. Spannend war, das wir dem Taxifahrer erklären mussten, wie er zu fahren hat. Glücklicherweise hatte ich mir die Lage vorher im Internet angeschaut und konnte uns in die richtige Richtung lenken. Hinterher hat der Taxifahrer, ein sehr netter junger Russe, einige Passanten gefragt und wir haben das Motel schnell gefunden. Bis wir uns dann mal frisch gemacht hatten, war es recht spät und wir sind nur noch ein wenig durch Union City gelaufen. Eine amerikanische Vorstadt, wie man sie aus Filmen kennt.
2. Tag, New York
Diesen Tag in New York kann man am besten als touristischen Marathon beschreiben. Nach einem amerikanischen Frühstück im Foyer des Motels ging es per Bus nach Manhattan. Im PABT sind wir ausgestiegen, von dort ist es zu Fuß nicht weit bis zum Time Square. Dieser ist morgens schon sehr lebhaft, wirkt aber abends mit seinen Leuchtreklamen schöner.
Weitere Stationen waren Rockefeller Center, Grand Central, Empire State Building und Ground Zero. Es folgten Wall Street und Battery Park, sowie wegen platter Füße eine Fahrt mit der Staten Island Fähre. In Staten Island sind wir nur kurz etwas rumgelaufen und haben die nächste Fähre zurück genommen. Da die Sonne langsam unterging, bekamen wir da schon einen kleinen Vorgeschmack auf das Ablegen am nächsten Abend.
Das Wetter war eigentlich gut, es war sonnig und der Himmel war klar. Wäre da nicht der schneidende, kalte Wind gewesen. Er hat uns zu häufigen Pausen gezwungen. Da man aber an fast jeder Ecke über ein Starbucks oder ähnliches stolpert war das kein Problem. Die Aussicht vom Empire war dem Wetter entsprechend sehr gut.
Abends haben wir noch den südlichen Zipfel des Central Park besucht. Dann ging es zurück zur PABT, den richtigen Bus zum Hotel suchen. Leider haben wir den falschen erwischt. Eine nette Busfahrerin hat dann versucht, uns den richtigen Rückweg zu erklären. Beim warten auf den richtigen Bus haben wir einen Amerikaner getroffen, dem die Polizei gerade sein Auto abgeschleppt hatte, er hatte seine Steuern nicht rechtzeitig bezahlt. Er musste auch in Richtung Union City und konnte uns genau erklären, wie wir zum Motel kommen. Das ganze hat uns ca. 1,5 Stunden gekostet, so dass wir nur noch müde ins Bett gefallen sind.
3.Tag, New York und Einschiffen
Diesmal haben wir uns auch wegen des Gepäcks per Taxi nach Manhattan bringen lassen, direkt zum Anleger. Dort war das Einschiffen schon in vollem Gange. Da Ausländer einen eigenen Check-In-Schalter haben, ging alles recht zügig. Von unserer Kabine waren wir angenehm überrascht, sie war gemütlich und hatte trotz der geringen Größe ordentlich Stauraum, die Koffer passten unter die Betten. Auch das Badezimmer war gut. Die beiden Einzelbetten haben wir zu einem großen Bett zusammengeschoben.
Da bis zum Ablegen noch reichlich Zeit war, haben wir uns das Schiff genau angeschaut. Als wir wieder in die Kabine kamen, hatte unser Steward bereits reagiert und das Bett mit einem großen Laken bezogen, so dass die Betten nicht mehr auseinander rutschten.
Dann hieß es Kamera bereit machen und hoch an Deck zum Ablegen. Von Manhattan aus durch die Bucht von New York auf das offene Meer zu fahren ist schon traumhaft. Die Skyline von Manhattan leuchtet, die Freiheitsstatue wird angestrahlt...... Muss man selber erleben.
Dies war dann auch unsere erste Kreuzfahrt, bei der wir uns ein wenig auf die Rückfahrt nach New York gefreut haben.
3. und 4. Tag, Seetage
Es geht Richtung Jamaika. Am ersten Seetag war es bedingt durch den Wind noch sehr kalt an Deck, am zweiten Seetag auf Höhe von Florida konnte man auf kurze Hosen und T-Shirt umstellen. Wir haben an einer Veranstaltung unserer internationalen Hostess für deutsche Gäste teilgenommen und dort zwei nette Pärchen kennengelernt. Von da an haben wir viel zusammen unternommen.
5. Tag, Ocho Rios, Jamaika
Zusammen mit der Dawn lagen Tag noch die Carnival Conquest und die Westerdam im Hafen. Für uns bedeutete das tendern.
Wir hatten einen Ausflug von NCL gebucht. Zuerst ging es zu den Dunn's River Falls, danach zu einer Art Delfinarium, wo wir kurz mit einem Delfin schwimmen konnten.
Die Dunn's war natürlich sehr voll, aber auch in größeren Gruppen macht die Besteigung Spaß. Hier lohnt sich der Einsatz einer wasserfesten Einwegkamera. Das Delfinschwimmen war nicht so mein Fall, aber man hat es halt mal gemacht. Den Rückweg haben wir zu viert zu Fuß bewältigt. So konnten wir uns die Kulisse für den allerersten Bond-Film anschauen und einige schöne Fotos unseres Schiffes machen. Dabei gab es auch den einzigen Regenschauer unserer Kreuzfahrt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 30 Grad störte das aber nicht.
6. Tag, George Town, Grand Cayman
Auch hier hatten wir einen Ausflug bei NCL gebucht. Eine Inseltour zu "The Hell", zu einer Schildkrötenfarm und zuletzt zu "Stingray City".
"The Hell" ist ja ganz witzig, aber sicher nichts Umwerfendes. Mit einem Fass Zement und einigen Silvesterknallern kriege ich das zuhause sicher auch hin. Aber Lob und Annerkennung an die Vermarktung der "Hölle".
Zur Schildkrötenfarm ist nicht viel zu sagen, war ganz nett und es gab einige nette Fotomotive. Das dort auch Schildkrötensuppe serviert wird, mag den einen oder anderen eher nachdenklich stimmen.
Stingray City ist ein Flecken Wasser in einer großen Bucht im Norden von Grand Cayman. Obwohl es sehr voll war, waren genug Rochen für alle da. Auch hier ist eine wasserfeste Kamera eigentlich ein Muss.
An diesem Tag lagen vor George Town 8 große Schiffe im Hafen, darunter ein kleines RCCL-Familientreffen mit 3 Schiffen. In den Geschäften und am Hafen war es also rappelvoll.
7. Tag, Roatan, Honduras
Bereits beim Einlaufen sieht man deutlich, das Roatan eine andere Welt ist wie Grand Cayman. Ob die Hütten an der Küstenstrasse immer so aussehen, oder ob das noch Sturmschäden waren, weiss ich nicht. Aber reich ist die Insel ganz bestimmt nicht. Wir haben uns zu 6 ein Taxi geschnappt und uns über die Insel zum Strand Tabyana Beach bringen lassen. Dort gab es ein kleines Riff wo man sehr gut schnorcheln konnte. Anschließend haben wir uns noch in einigen Geschäften am Hafen umgesehen.
Die Taxipreise fallen deutlich, wenn man den Hafenbereich verlässt. Und sein Geld sollte der Taxifahrer erst bekommen, wenn er einen wieder wohlbehalten am Schiff abgesetzt hat.
8. Tag, Belize City, Belize
Hier stand wieder ein Ausflug von NCL auf dem Programm. Es ging zu den Maya-Ruinen von Xunantunich. Gute 2 Stunden Busfahrt ins Hinterland gaben einen kleinen Einblick, wie Belize jenseits der bunten Hafenmeile von Belize City aussieht. Wie schon auf Roatan wirkt auch hier alles sehr einfach. Die Warnung, sich nicht alleine ausserhalb des gesicherten Hafens aufzuhalten, sollte man beachten.
Die Ruinen von Xunantunich sind sicher nicht die größten in Mittelamerika, aber sie sind einen Besuch wert. Die Ruinen liegen in einer Art Park, das ganze Gelände wirkt gut gepflegt. Nach einer ausführlichen Erklärung unserer Reisebegleitung konnten wir den Haupttempel besteigen, von dort hatte man einen hervorragenden Ausblick.
Anschließend wurde uns in einem nahen Hotel ein recht umfangreiches Mittagessen serviert. Danach ging es zurück Richtung Schiff.
9. Tag, Cozumel, Mexico
Hier haben wir es ruhig angehen lassen und nur einen kleinen Stadtbummel gemacht. Bereits vom Schiff aus sah man einen großen Weihnachtsbaum leuchten, bei Temperaturen über 30 Grad wirkte er auf uns aber irgendwie fehl am Platz.
In Cozumel sah man an einigen Stellen noch die Auswirkungen der Stürme, einige Gebäude waren noch nicht wieder benutzbar. Auch das Hafenterminal war nur ein Betongerippe, der Anleger war noch völlig zerstört. Es wurde aber überall gearbeitet und renoviert.
10. Tag, Seetag
Wir haben mal wieder etwas länger geschlafen und es ruhig angehen lassen.
11. Tag, Nassau, Bahamas
Früh morgens machte die Neuigkeit im großen Foyer schon die Runde. Great Stirrup Cay fiel wegen zu viel Wind aus, das Tendern war dem Kapitän zu gefährlich. Statt dessen wurde Nassau angelaufen. Ich habe keinen an Bord gesprochen, der sich darüber beschwert hat.
Nassau ist toll. Schon von weitem kann man das Hauptgebäude des Atlantis-Hotels am Horizont erkennen. Auch die Einfahrt in den Hafen war sehenswert. Ich frage mich nur, wie die kleinen Landzungen mit ihren Häusern hohen Wellengang oder gar Stürme aushalten sollen.
Info für alle, die schon mal dort waren: Gegenüber den Schiffsanlegern steht auf einem schmalen Landstreifen eine große, rosa gestrichene Villa mit eigenem Bootsanleger, diese ist laut Schild zu verkaufen. Vielleicht hat ja jemand das nötige Kleingeld.
In Nassau haben wir einen Stadtbummel gemacht und haben die Anhöhe mit der angeblich höchsten oder längsten Treppe der Bahamas bestiegen. Dort befinden sich ein altes Fort und ein Wasserturm. Im Fort gibt es eine kleine Aussichtsplattform. Von dort sieht man gut die Schiffe im Hafen liegen. Danach ging es zum Straw Market, ein großer Flohmarkt, der in mehreren Zelten untergebracht ist. Die Händler hier kennen aber die Bekanntheit ihres Markts, die Preise liegen deutlich höher, wie bei fliegenden Händlern in anderen Ecken von Nassau.
Zur Abkühlung sind wir noch an einem kleinen Strand neben dem Hilton-Hotel ein wenig schwimmen gegangen.
12. Tag, Seetag
Bei der morgendlichen Runde an Deck war es deutlich kälter geworden. Wir mussten wieder die Winterjacken aus dem Schrank holen. Trotzdem war der Eisstand an der Topside-Bar am Pool gut besucht. Es wirkt aber schon komisch, wenn Menschen in dicken Jacken und Mützen Schlange stehen und auf Eis warten.
13. Tag, Rückkehr nach New York und Rückflug
Das morgendliche Einlaufen in die Bucht von New York war eines der absoluten Highlights der Kreuzfahrt. Die gerade aufgegangene Sonne tauchte die Skyline in ein tolles Licht. Der Himmel war klar, keine Wolken in Sicht. Der scharfe Wind aber schaffte es, einen in Minutenschnelle auszukühlen. Wir haben vorne auf Deck 13 bzw. 14 gestanden. Der Jacuzzi dort war übergeschwappt und das gefrorene Wasser hatte für ein spiegelglattes Deck gesorgt. Leider hat der Wind zeitweise auch unsere Digitalkameras lahmgelegt. Die Akkus haben gestreikt. Einige Minuten unter der warmen Jacke haben sie aber jedesmal wieder zum Leben erweckt.
Die Ausschiffungsprozedur sieht vor, dass sich alle Nicht-Amerikaner zu einer bestimmten Zeit im Theater treffen müssen. Ist man einmal dort, darf man nicht wieder raus. Man ist sozusagen eingesperrt. Das Animationsteam hatte für einen kleinen Imbiss mit Kaffee und Säften gesorgt und auf einer großen Leinwand wurde per Beamer CNN gezeigt. Nachdem das Schiff von den Behörden freigegeben wurde, durften wir in kleinen Gruppen nach und nach das Theater verlassen. Wir empfanden die Prozedur als ziemlich nervig. Leider waren es hauptsächlich Deutsche, die durch Vordrängeln oder durch unnütze Diskussionen aufgefallen sind.
Bis wir schließlich mit unserem Gepäck vor dem Hafenterminal standen, war es bereits Mittag.
Aufgrund des Streiks der U-Bahnen und Busse sind wir direkt zum Flughafen gefahren. NCL hatte auf den Streik reagiert und zusätzliche Busse gechartert. So konnten auch Passagiere ohne Transferpaket sicher ihren gewünschten Flieger erreichen. Der Bustransfer kostete 30 $ pro Person. Sicher kein Schnäppchen, aber immerhin hat sich NCL um die Cruise-Only-Gäste gekümmert.
Den von uns fest eingeplanten halben Tag New York konnten wir natürlich vergessen. Stattdessen haben wir uns am Flughafen die Zeit vertrieben.
Am 23.12.05 um 10:15 hatten wir wieder deutschen Boden unter den Füßen. Von unseren Reiseeindrücken dann aber auf Weihnachten umzuschalten, ist uns sehr schwer gefallen.
Das Schiff:
Uns hat die Dawn sehr gut gefallen. Alles ist etwas amerikanischer, also bunter und teilweise auch kitschig. Obwohl unsere Kreuzfahrt mit 2600 Gästen ausgebucht war, wurde es eigentlich nirgendwo richtig eng oder ungemütlich. Auch Liegen auf den Sonnendecks waren fast immer verfügbar. Nur im Garden Cafe, dem zentralen Buffett-Restaurant auf Deck 12, war es zu den normalen Essenszeiten voll. Man konnte aber immer ein ruhiges Eckchen an Bord finden.
Die Amerikaner scheinen viele Dinge an Bord etwas entspannter zu sehen, man stellt sich brav in einer Reihe an, man wartet und man ist kontaktfreudig. Wir sind häufig von anderen Gästen angesprochen worden.
Einer meiner Lieblingsplätze auf dem Schiff war die Herrentoilette auf Deck 12 neben der Spinnaker Lounge. Dort gibt es über den Stehbecken eine große Panoramascheibe, man konnte bei seinem "Aufenthalt" nett auf die See schauen.
Der Spa-Bereich mit einem Pool hat uns ebenfalls gut gefallen. Leider scheint das Thema Sauna bei den Amerikanern kaum eine Rolle zu spielen. Lediglich je eine kleine Kabine für Männer und Frauen getrennt sind vorhanden. Da haben die Aida Cara und Blu deutlich mehr zu bieten.
Etwas kritisch sehe ich auch den Fitnessbereich. Da ich sonst nicht in Fitnessstudios gehe, kann ich die Qualität der Geräte nicht beurteilen. Rein optisch schienen sie aber in Ordnung zu sein. Allerdings waren nur selten Trainer anzutreffen, die man fragen konnte. Auch das ist auf den Aidas deutlich besser geregelt. Dort war immer jemand vom Fitnessteam anzutreffen.
Was uns negativ aufgefallen ist, war die Klimatisierung der öffentlichen Räume. Die Temperatur war für unser Empfinden einige Grad zu niedrig. Kommt man von Deck wieder zurück in die Lounges oder Gänge, betritt man eine andere Klimazone. Etwas empfindlichere Menschen können sich da leicht erkälten.
Es stört auch, dass einige Decks mit Glaswänden umgeben sind. Da es keine durchgehende Glasfläche ist, gibt sie kaum Windschutz, stört dafür aber ziemlich beim fotografieren.
Die Verpflegung:
Die Verpflegung war im Großen und Ganzen gut bis sehr gut. Das Garden Cafe hat natürlich eher den Charme einer Kantine, aber man bekommt dort fast immer etwas Warmes zu essen. Das Frühstück ist auf die amerikanische Kundschaft ausgelegt, Graubrot oder ähnliches, wie wir es kennen, sucht man vergeblich. Dafür wird man mit süßem Gepäck, Speck, Fleisch, Eier in allen Variationen und vielen anderen kalorienhaltigen Dingen versorgt. Wenn NCL verstärkt in Europa, speziell in Deutschland Kunden gewinnen will, sollte man hier das Angebot erweitern.
Das Garden Cafe besteht aus 4 getrennten Zonen, die es auch mittags und abends schaffen, verschiedene Speisen anzubieten. Warum bietet man nicht auch morgens in einer Zone eine alternative Auswahl an?
Im Gegensatz zu Aida sind nur Kaffee, Eistee und Eiswasser immer kostenlos verfügbar. Den Tischwein oder eine Bierzapfstelle sucht man vergebens. Säfte sind nur beim Frühstück zu bekommen.
Hat man es morgens nicht eilig, sollte man in das Bedienrestaurant gehen. Dort gibt es zwar kein anderes Angebot wie beim Buffet, aber die Atmosphäre ist schon deutlich anders und man bekommt sein Frühstück am Tisch serviert.
Auch abends sind die Bedienrestaurants besser. Man kann aus einer Tageskarte sein Menü zusammenstellen, es war eigentlich immer für jeden Geschmack was dabei. Zu den Hauptessenszeiten sollte man eine kleine Wartezeit einkalkulieren. Man wird am Eingang des Restaurants in Empfang genommen und zu seinem Tisch geführt. Der Service ist gut. Was nicht ganz zu dem guten Eindruck passte, waren einige Kleinigkeiten. Z. B. wurde Cola in Dosen serviert, oder eine Bedienung ging herum und verteilte aus einer großen Schale Sourcream-Dip auf die Teller.
Wir fanden das Impressions am besten, die Kunstwerke dort geben dem Restaurant eine schöne Atmosphäre. Das Venezian ist auch nicht schlecht, aber man spürt dort die Vibrationen des Antriebs recht deutlich.
Häufig gab es an Deck ein Barbecue, und das stilecht vom Holzkohlegrill. Da ansonsten offenes Feuer verboten war, wunderte mich das schon etwas.
Die aufpreispflichtigen Restaurants haben wir nicht besucht. Das "Salsa" und "La Trattoria" kosten nichts extra, man braucht aber vorher eine Reservierung. Besonders das Salsa lohnt sich, dort gibt es mexikanisch-spanische Gerichte. Das "La Trattoria" ist eigentlich ein Teil des Garden Cafe, der abends abgeteilt und anders eingedeckt wird. Ist spannend zu sehen, was gedämpftes Licht und einige Vorhänge bewirken können.
Kabine:
Wir hatten die Innenkabine 4555 auf Deck 4. Sie gehört zu den preiswertesten Kabinen, bot aber trotzdem genug Platz für uns. Die ausgepackten Koffer verschwanden unter dem Bett und unsere Sachen passten alle in die Schränke. Sollte man allerdings mit 2 Koffern pro Person anreisen, dürfte es eng werden.
Neben einem kleinen Kühlschrank und einem Fernseher gehörte auch ein Wasserkocher mit zwei Tassen zur Ausstattung. Auch Päckchen mit Instantkaffee und Tee waren vorhanden.
Das Badezimmer war klein aber funktionell. Insgesamt war die Kabine sehr hellhörig. Auch hörte man deutlich, wie das sich Schiff bei Seegang bewegt und verwindet. Bis auf einige Regalböden war die Kabine auch sehr sauber, die Stewards haben zwei Mal pro Tag nach dem Rechten gesehen.
Insgesamt wirkte die Kabine ordentlich, die Abnutzungsspuren hielten sich in Grenzen.
Leben an Bord:
Abgesehen davon, das man Aida mehr mit Party machen und Nächte durchfeiern in Verbindung bringt, halten sich die Unterschiede in Grenzen. Durch den 15%-Trinkgeldaufschlag sind die Preise in den Bars etwas höher wie bei Aida. Dafür war die Qualität der Shows besser. Gut auch, das die Shows zweimal am Abend aufgeführt wurden. Es gab immer freie Plätze und der Andrang in den Restaurants verteilte sich besser.
Ohne Englisch-Kenntnisse hat man an Bord aber Problem. Bis auf wichtige Durchsagen wird nichts übersetzt, auch deutsche Speisekarten sind nicht immer verfügbar. Das alles sollte einem aber vor der Buchung bereits klar sein und ist von unserer Seite kein Kritikpunkt. Im Gegenteil machte es uns Spaß, das gute alte Schulenglisch hervor zu kramen.
Für die internationalen Gäste, speziell für die deutschen, war eine "internationale Hostess" an Bord. Sie hieß Yasmine und ist Deutsche. Ich fand sie nett und hilfsbereit. Sie war erst 6 Wochen an Bord, kannte sich dafür aber schon ganz gut aus. Neben ihrer Tätigkeit als Hostess war sie auch im Animationsteam tätig und hat nebenher die Bordzeitung "Freestyle Daily" ins Deutsche übersetzt.
Auf die Öffnung der Bord - eigenen Shoppingmeile mussten wir einige Tage warten. NCL hat den Anbieter gewechselt und den großen Shop im Heck der Dawn renovieren lassen. Das Angebot unterschied sich trotzdem nicht von den üblichen Dutyfree-Shops, die ich bisher kennengelernt habe.
Unser Gesamteindruck:
Wie zu Anfang schon gesagt würden wir wieder mit der Dawn und auch mit anderen Schiffen von NCL fahren. Wir meinen, dass sich die Unterschiede zum Aida-Konzept in Grenzen halten. Das Preis-Leistungsverhältnis scheint uns bei NCL besser zu sein. Ob das nur am z. Zt. günstigen Dollarkurs liegt, kann ich nicht sagen. Nur die alkoholischen Getränke waren bei NCL deutlich teurer und das nicht nur wegen des 15%-Trinkgeldaufschlags.
Wenn NCL verstärkt in Deutschland Kunden gewinnen will, sollten sie das auch in einigen Bereichen berücksichtigen, bzw. beim Frühstücksangebot und bei den gedruckten Informationen an Bord. Die deutsche Ausgabe der "Freestyle-Daily" war das einzige, was übersetzt wurde. Gefehlt haben deutsche Infos zu den Ausflügen. Die Hostess war sehr häufig damit beschäftigt, die Ausflugsbeschreibungen für die deutschen Gäste zu übersetzen.
Es sollte aber trotzdem jedem klar sein, das er sich auf ein amerikanisches Schiff begibt. Ohne Englischkenntnisse wird man wahrscheinlich wenig Freude an Bord haben.
Beim Einschiffen vor dem Terminal musste man sich seinen Weg erstmal selber suchen. Sinnvoll wäre es, wenn zumindest einige wenige Mitarbeiter auch Deutsch beherrschen würden, oder eine aussagekräftige Beschilderung vorhanden wäre.
Die Prozedur beim Ausschiffen ist recht nervig. Wenn alle Reedereien zu solchen Maßnahmen gezwungen sind, sollten sie mal bei den Behörden vorsprechen. Sicher lässt sich auch ein für die Gäste besseres Verfahren finden.
Was uns fehlte, war die Musik beim Ablegen. Gerade aus New York raus hätte sich das angeboten. Wir haben das bei der Hostess als Anregung hinterlassen, mal sehen ob sich was ändert.
Wir werden in den nächsten Jahren sicher nochmal mit NCL fahren. Vorher wollen wir aber mit Royal Caribbean eine Kreuzfahrt machen. Mal sehen, ob das schon in 2006 klappen wird.
PS: Grammatik- oder Rechtschreibfehler bitte großzügig ignorieren........
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2003 Aida Cara - Mittelmeer
2004 Aida Blu - Transmed
2005 NCL Dawn - Westl. Karibik
2006 Costa Atlantica - östl. Mittelmeer
2007 Brilliance otS - Mittelmeer
2008 Jewel otS - Ostsee
2007 Brilliance otS - Mittelmeer u. Venedig