Hallo, gerade habe ich beim Stöbern im Web auf der Site www.kreuzfahrtjobs.de auf der Startseite („Übersicht“) ein Bild des Hoteldirektors der „Europa“, Herrn Gruber und eines weiteren Mitarbeiters dieses Schiffes entdeckt.
Zu denken gab mit die Bildunterschrift:
„Gute Stimmung an der Provision Door: Hotel Manager Gruber (re) überwacht den Handel mit Eingeborenen auf Nosy-Bé, während die Europa auf Reede liegt. Die Europa tauscht ihre defekte Wäsche, Plastikkanister und anderen Kram gegen Schnitzereien, Obst (für Deko) und anderes interessantes. Der Küchenchef erhandelte für 30$ einen kompletten Einbaum. Der Verkäufer schwamm nach Hause.“
Dieser Text und das Verhalten der Mitarbeiter erinnern doch sehr an längst überwunden geglaubtes Kolonialgehabe! Inwieweit ist das für die „Europa“ (Passagiere und Besatzung) bezeichnend??
Ich glaube nicht, dass sich die Reederei bei den Passagepreisen auf der "Europa" noch auf diese Art und Weise bereichern sollte!
Moin Bernd, ich will ja nicht so harsch sein und gleich sagen, daß das Blödsinn ist...aber es geht zumindest in die Richtung.
Das, was Du da siehst, ist keine Bereicherung der Reederei. Der Koch wird den Einbaum für seinen Garten gekauft haben oder als Deko für die nächste Poolparty. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Wir haben nun mal auf dieser Welt ein starkes Gefälle zwischen armen und reichen Ländern. Für den besagten Eingeborenen war das garantiert das Geschäft seines Lebens und mit 30$ hat er auf Madagaskar wochenlang für sich und seine Familie ein Auskommen. Du musst nicht auf eine Europa schauen, um Tauschgeschäfte wie diese zu finden. Ich war vier Monate auf einem Frachter tätig mit Fahrtgebiet Westafrika. Da waren Handel wie diese gang und gäbe. Wir haben dort alte Kanister gegen frische Ananas oder Mangos getauscht und die Afrikaner waren happy bis sonstwohin. Ich habe einiges an Schnitzereien gekauft und trotzdem gehandelt und nicht gleich den erstbesten Preis bezahlt. Bin ich deswegen ein Kolonialist? Du kannst davon ausgehen, daß die Crew eines Schiffes dank ihrer Erfahrung mit fremden Ländern vernünftig mit den Einheimischen umgeht. Dies kann man leider von vielen Passagieren nicht immer behaupten. Wenn ich zB auf der A'ROSA gesehen habe, wie sich so mancher Passagier in der Karibik aufgeführt hat, konnte einem echt schlecht werden.
Zusammengefasst: Nur weil die Europa ein teures Schiff ist oder weil ein Crwemitglied ein 100faches im Monat verdient als ein Einheimischer auf Madagaskar, ist das noch lange keine Bereicherung der Reederei, wenn man dort günstig Waren eintauscht genau so wenig wie es bedeutet, daß ich damit gleich das ganze Land annektiere. Alles andere wäre in meinen Augen Entwicklungshilfe völlig falsch verstanden...
Viele Grüße
Stephan
Posts: 816 | Location: Nordenham/Germany | Registered: July 08, 2002
also ich war schon oft mit der alten Europa unterwegs, es war immer so, daß die übriggebliebenen Lebensmittel an die Kanufahrer verschenkt wurden. Ich finde es nicht verwerflich,w enn nun Herr Gruber auch gerne mal ein Kanu wollte...das hat nun wirklich nichts mit Kolonialzeit zu tun...eine Familie lebt von den geschenken 1 Monat...ich denke, die freuen sich! Ich habe damals auf den kapverden Schokoweihnachtsmänner verschenkt, das war der Renner....