Piraten-Angriff im Golf von Aden
Deutsches Kriegsschiff rettet Luxus-Yacht!
Piraten-Alarm im Golf von Aden! Eine Luxus-Yacht und ein Frachter werden angegriffen! Gemeinsam mit einem französischen Marine-Flugzeug schlägt die deutsche Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ die Piraten in die Flucht.
Der Vorfall ereignete sich bereits am Sonntag: Die Luxus-Segel-Yacht „Lili Marleen“ (50 Passagiere, 25 Besatzungsmitglieder) funkte SOS: Angriff durch zwei Piratenschiffe! Dann ein weiterer Hilferuf vom Frachter „Panormos Pride“, der in der Nähe fuhr – auch er war ins Visier der Piraten geraten.
Nach Angaben des zuständigen Einsatzführungskommandos der Bundeswehr feuerten die Angreifer vier Schüsse ab, verfehlten jedoch ihr Ziel.
Ein französisches Patrouillenflugzeug vom Typ „Atlantique-2“ war als erstes zur Stelle, schlug die Angreifer in die Flucht, forderte Unterstützung an. Dann griff die deutsche Marine ein:
Die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“, nur etwa 60 Seemeilen entfernt, nahm volle Fahrt auf, schickte einen der Bordhubschrauber vom Typ „Sea Lynx“ (dient normalerweise zur U-Boot-Jagd) zur Piraten-Verfolgung voraus.
Doch beim Eintreffen des Militärhubschraubers hatten die Piraten in ihren blitzschnellen Motorbooten bereits die Flucht angetreten, die Jagd wurde abgebrochen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums: „Wenn es keinen massiven Angriff gibt, keinen laufenden Angriff, dann ist es nach unseren Einsatzregeln nicht möglich, Schiffe beliebig in fremde Hoheitsgewässer hinein zu verfolgen.“
Für die Besatzung der deutschen Fregatte galt: Die Sicherheit der bedrohten Schiffe geht vor! Unter Geleitschutz der „Mecklenburg-Vorpommern“ konnte die „Lili Marleen“ ihre Fahrt fortsetzen.
Der imposante Luxus-Großsegler „Lili Marleen“ (74 Meter lang, über 9 Meter breit) gehörte bis vor kurzem noch der deutschen Reederei Deilmann in Neustadt (Schleswig-Holstein), ist schon seit 1994 im Einsatz. Nach Angaben der Reederei hat sie jetzt jedoch einen neuen Besitzer, verließ am 6. November mit neuer Besatzung ihren Heimathafen an der deutschen Ostseeküste.
Die „Lili Marleen“ und der Frachter hatten Glück, kamen mit dem Schrecken davon. Ihre Route führte mitten durch das Einsatzgebiet der Bundesmarine, die im Golf von Aden im Rahmen des Anti-Terror-Einsatzes „Enduring Freedom“ operiert.
Mit deutscher Hilfe kann die Luxus-Yacht jetzt in den nächsten Tagen bei ihrem neuen Eigner in Malaysia ankommen.
Quelle: Bild, 14.12.2004
Gruß Bine
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