Hallo allerseits,
viel Zeit habe ich leider nicht, aber ich werde mich bemühen, hier kurz und bündig einen Reisebricht über diese Kreuzfahrt einzustellen.
Wir waren insgesamt eine Gruppe von 32 Personen, haben gegen 16:30 Uhr in Bremerhaven eingeschifft. Es ging zügig, da um diese Zeit nicht sonderlich viel los war. Begrüsst wurden wir allesamt wieder von Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka mit den Worten "Willkommen zu Hause" - was will man mehr.
Meine Kabine war die gleiche wie immer, die 244 auf dem Saturn-Deck. Wie üblich, keine Beanstandungen, alles ok, auch das Zimmermädchen Svetlana gab sich besondere Mühe.
Die MAXIM, wie immer, in tadelosem Zustand.
Die ganze Gruppe war im Odessa-Restaurant einquartiert, wir saßen gut, auch wenn mir persönlich das Sea-Restaurant besser gefällt - es wirkt gemütlicher.
Das Essen war diesmal wirklich gut, der Service hatte Stil und die Mädchen hatten die Routine der Gäste schnell raus.
Das Programm war vielfältig, einzig vermisst man hier und da mal etwas Unterhaltungsmusik in den Bars. Zeitweise gab es nirgendwo etwas musikalisches. Ich habe mir sagen lassen, daß z.B. auf der MONA LISA immer irgendwo Musik unterschiedlicher Stilrichtungen gespielt wurde, aber so, daß man dem auch aus dem Weg gehen kann, wenn man es nicht mag.
Das abendliche Showprogramm unter Leitung von Jan Mattheis war sehr gut, bis auf die Künstlerin Monica Arno. Diese Dame, die es wagen sollte, auf französisch zu singen, hat bei den Luxemburgern leider vollends daneben gelegen, denn es klang zwar französisch, aber es war keins... Andere Gäste empfanden die Musik eher als Geschrei. Excellent hingegen war Joe Curtis aus Südafrika. Mit seinen 71 Jahren, die wirklich niemand ihm gegeben hätte, brachte er richtig Stimmung unter die Gäste.
Zu den Landgängen: Unsere Route führte uns über England, Irland auf die Azoren und dann über Lissabon, Porto und La Coruna nach Amsterdam.
In England die erste Überraschung: Der Hafen von Falmouth war zu, es lag dort ein Amerikanisches Kriegsschiff. Wir blieben zunächst auf Reede und sollten Tendern. Durch die hohe Dünung war dies jedoch viel zu riskant. Wir fuhren direkt weiter nach Cobh in England, wo wir dann schon Abends eintrafen und über Nacht im Hafen bleiben konnten. Hier legte man uns ans Container-Pier nach Rigaskiddy weil am cruise-terminal, wieder das Amerikanische Kriegsschiff am nächsten Morgen festgemacht wurde. Die Arroganz der Amis, sich einfach ans Kreuzfahrtterminal zu stellen und dort die grosse Show abzugeben ist in meinen Augen einfach unerhört. Aber was solls, die Russen haben improvisiert und einen Tender-Service von unserer Pier bis ins Zentrum organisiert. Anstatt mit dem Taxi für viel Geld 30 Minuten um den halben Hafen fahren zu müssen, fuhren wir gemütlich per Tender in 10 Minuten auf die andere Seite, und das noch dazu kostenlos. Provokatif natürlich ganz nahe an den Amis vorbei, die per Schlauchboot um ihr Schiff patrullierten und sogar mit orangefarbenen Bojen den Wasserbereich rundherum abschirmten.
Auf dem Weg von Irland nach Praia da Victoria auf Terceira waren zwei Seetage, zunächst war der Atlantik so ruhig als würde man auf einem Ölteppich fahren. Am nächsten Tag legte die See und der Wind dann zu, es wurde stürmich aber die MAXIM schlug sich wacker.
Die Insel Terceira war unser erster Halt und gab uns einen Vorgeschmack auf das, was uns noch auf den Azoren erwarten sollte: Durchweg fast grüne Inseln vulkanischen Ursprungs, voller Hortensien und anderer Blumenarten, kleine malerische Dörfer und wunderschöne Küsten. Ein Traum !
Näcshter Stop war auf Faial, meiner Meinung nach die schönste aller Azoren-Inseln. Wir sollten ursprünglich nur vormittag dort bleiben und nachmittags nach Pico rüberfahren. Da beides auf Reede sein sollte und das Meer sich etwas unkooperatif zeigte und dadurch das Tendern verzögert wurde, entschied man, daß wir auf Faial blieben. Eine sehr gute Entscheidung, denn wir hatten von dieser Insel dann viel mehr und ansonsten hätten wir eventuell riskiert, auf der anderen Insel gar nicht an Land zu kommen, da die Dünung dort noch viel größer war.
KR-Spruch zur Phoenix-Reiseleitung dazu: "Hören Sie mal, es ist doch ruhige See, warum werden wir falsch informiert. Das bischen Schwanken! (die Boote schwankten mehr als 1 Meter am Steg hoch und runter !) Sie können die Tender ja auch mal anders rum anlegen."
Auch die anderen Stops auf den Azoren waren sehr schön, ebenfalls die Städte auf dem Festland ! Ausflüge waren sehr gut organisiert.
In Lissabon trafen wir zunächst die STADSRAT LEHMKUL, dann die SEA PRINCESS und gegen nachmittag lief THE WORLD ein.
Die Ausschiffung im Amsterdam lief etwas zögerlich ab, im Grossen und Ganzen aber ohne Probleme.
Wirklich eine sehr schöne Reise, ich kann allen, die die Azoren noch nicht kennen, nur empfehlen, sie bei der nächsten Kreuzfahrtplanung mit einzubeziehen !
Zum Schluß noch ein paar KR-Sprüche:
" Schau mal da vorne am Bug, das sind ja riesige Lüftungen, warum die da wohl die Plane drau machen ?" (Hierbei handelte es sich um die beiden Stege, die man per Kran ablassen kann, um z.B. das Schiff anzustriechen oder Tenderboote festzumachen. Diese werden natürlich auch abgedeckt)
In Amsterdam: "Schau mal, da kommt extra ein Schiff mit Kaffeesahne längsseits. Das steht sogar auf dem Schiff." (es war ein Tankschiff mit dem Namen SANNA, das der MAXIM Schweröl geliefert hat)
Ein KR gibt den Russischen Matrosen beim Tender-Anlegen in Horta Befehl:
"Sie müssen das Boot näher ranziehen, es sind doch genug Seile da, warum halten Sie das Boot nicht besser fest als es anzubinden, dann würde es doch nicht so wackeln !"
Ich habe ja auch Landausflüge begleitet. In Porto wurde ich dann von einem KR zörnisch angesprochen: "Hören Sie, wir haben schon 14:15 Uhr und wir laufen noch immer hier rum. Auf dem Schiff gib es schon Essen!"
Ich zum KR: "Seien Sie doch froh, dass Sie mal genug Zeit auf einem Ausflug haben um die Stadt zu sehen, an Bord gibt es auch nach Rückankunft noch etwas in der Lido-Bar."
KR zu mir: "Nein, das kann nicht sein, im Programm stand Essen ab 12:00 Uhr !"
Ich zum KR: "Sie werden schon nicht verhungern!"
KR: "Frechheit, Sie wohl auch nicht. Jetzt wird man schon uns Essen gebracht!"
(es kostet ja nichts, dann muss sich auch draufgestürzt werden. Und es gab noch genug, als wir wieder auf dem Schiff waren)
KR zur Bordreiseleitung als sich das Tendern auf Faial etwas verzögerte: "Ich bin unzufrieden ! Es gibt keine Durchsagen, wir werden nicht informiert, ich reiche Beschwerde ein!"
Im gleichen Moment macht Klaus Gruschka die Durchsage, dass die ersten Passagiere zum Tenderboot kommen können. Der KR war blamiert und ist abgezogen.
Es gab noch einige weitere Sprüche aber die fallen mir momentan nicht mehr alle ein. Insgesamt waren aber glücklicherweise die KRs in der Minderheit und man konnte ihnen gut aus dem Weg gehen.
Nächstes Jahr steht die Schwarzmeerfahrt vom 14.10. bis 01.11.08 ins Haus. Wer will mitfahren ?