ich möchte heute mal etwas näher auf die oben genannten Schiffe eingehen, die ja zu den beliebtesten Schiffen auf dem deutschen Markt zählen. Gerade die ASTOR und die ASTORIA sind in der aktuellen Berlitz-Ausgabe als die besten Schiffe ihrer Klasse auf dem deutschen Markt ausgezichnet worden. Ich persönlich würe zwar die MAXIM mit einer ähnlich hohen Bewertung auszeichnen, da sie besonders wegen ihres Alters, in einem ausgezeichneten Zustand ist und auch der Service und die übrige Software an Bord wirklich sehr gut sind. Aber über Douglas Ward's Bewertungen läßt sich ja bekanntlich streiten. Was wahrscheinlich nur wenige Außenseiter wissen dürften, ist, daß alle drei Schiffe dem gleichen Eigner gehören. Hinter Maxim Gorkiy Shipping, Astor Shipping und Astoria Shipping verbirgt sich nämlich die russische Reederei Sovcomflot, eine der größten Schiffahrtsgesellschaften Europas und die größte Rußlands. Breedert werden die ASTOR und ASTORIA im Rahmen eines Bare-Boat-Charters von der in Zypern ansässigen Passat Shipmanagement, die schon seit längerer Zeit die Schiffe des Veranstalters Transocean Tours bereedert. Die MAXIM GORKIY wird von der Unicom Shipmanagement bereedert, ebenfalls in Zypern ansässig. Unicom wurde zusammen von Sovcomflot und der schweizer Firma Acomarit gegründet und managt heute nicht nur die Schiffe des russischen Eigners, sondern auch Frachtschiffe anderer Reedereien. Die MAXIM wurde 1974 von Sovcomflot erworben und zunächst der Black Sea Shipping Company übertragen. 1991 formte Sovcomflot ein Joint-Venture mit Costa Crociere unter dem Namen Prestige Cruises, die fortan die Bereederung übernahm, bevor 2 Jahre später Unicom gegründet und Prestige Cruises wieder aufgelöst wurde. Ein kurzes Zwischenspiel bei Lothian Shipmanagement, London (eine weitere Tochter der Sovcomflot) hatte die MAXIM Ende der 90er für 1 Jahr, bevor Unicom dann doch wieder übernahm. Phoenix Reisen hat seit 1989 erfolgreich einen Vollchartervertrag für die MAXIM laufen, zuvor war es Neckermann Reisen.
Die ASTOR wurde 1988 von Sovcomflot gekauft und befuhr zunächst als FEDOR DOSTOEVSKIY die Weltmeere für die Black Sea Shipping Company. Gleich wie bei der MAXIM, wechselte das Management 1991 zu Prestige Cruises und 2 Jahre später zu Unicom. Das Schiff fuhr bis 1995 unter Neckermann-Vollcharter. Danach trat AquaMarin Kreuzfahrten als Veranstalter für ein kurzes Zwischenspiel ein, das Schiff wurde in ASTOR zurückgetauft. Als der Veranstalter 2 Jahre später Konkurs anmeldete, übernahm Tranocean Tours das Schiff im Bare-Boat-Charter und somit wechselte dann auch die Berrederung zu Passat Shipmanagement.
Die ASTORIA wurde 2002 gekauft. Zuvor fuhr sie als ARKONA für die Deutsche Seetouristik unter Seetours-Charter. Auch die ASTORIA wurde von Transocean Tours Bare-Boat gechartert und daher ist Passat der technische Manager.
Alle drei Schiffe fahren mit einer russich-ukrainischen, nautischen Crew, die MAXIM mit russischem Personal und die ASTOR und ASTORIA mit einer internationalen Crew, wovon dennoch die Osteuropäischen Staaten die Mehrheit bilden.
Interessant dürfte auch noch sein, daß die beiden Schwestern ASTOR und ASTORIA zum ersten Mal seit 2002 zusammen für den gleichen Betreiber fahren. Beide wurden ursprünglich von verschiedenen Unternehmen bestellt und vertrieben.
aktuelle Kapitäne: MAXIM GORKIY: Vladimir Yakimov / Alexander Nosko ASTOR: Alexander Golubev ASTORIA: Ivan Shramko Gebaut wurden alle drei Schiffe bei HDW, die MAXIM und ASTORIA in Hamburg, die ASTOR in Kiel.
Noch etwas zu dem Design der Schornsteine: Die MAXIM hat ja den wohl auffälligsten Schornstein in der Schiffahrt. Die drei Abgasrohre mit der Leitplatte sind weithin erkennbar. Es handelte sich damals um einen Wettbewerb der Werften, wer einen Schornstein entwickeln könne, der bei jeglicher Windrichtung die offenen Decks vor Rauchbelästigung bewahrt. HDW erhielt den Zuschlag für das innovative Design, welches tatsächlich funktionniert. Die beiden ASTORs erhielten ihren Schornstein aufgrund der Zigarettenmarke Reemtsma, einer der Hauptsponsoren der ersten ASTOR. Der Schornstein soll eine aufgeklappte Zigarettenpackung darstellen. Mit dem farblichen Layout der ersten ASTOR war das ganze sogar recht zutreffend. Zudem war der Name ASTOR gewählt worden, um die Verbindung zur Reemtsma durch die gleichnamige Zigarettenmarke zu veranschaulichen. Das der Name ASTOR und der Schornstein später auch auf die zweite ASTOR übertragen worden sind, hatte allerdings weniger mit Reemtsma als mit der Absicht zum Bau eines etwas längeren Schwesterschiffs für die Safmarine zu tun. Safmarine orderte zwar die zweite ASTOR, aus politischen Gründen übertrug man aber die Bereederung der in Mauritius ansässigen Firma Marlan Corporation.
Es sei auch noch geasgt, das kaum andere Schiffe in so kurzer Zeit ihre Logos und Bemalungen so oft änderten, wie die beiden ASTORs. Sogar Carnival erhob Einspruch gegen die erste Schornstein-Bemalung der zweiten ASTOR. Nicht ganz ungewollt glich diese nämlich ungemein denen der Carnival-Schiffe. Mittels einem weißen Querstrich konnte der Steit dann behoben werden.
Ich hoffe, Ihr fandet diesen kleinen Einblick interessant und wer noch Fragen dazu hat, der darf sie gerne stellen.
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quote:Originally posted by Patrick Wetter: Hatten wir da an Bord nicht die Begegnung der dritten Art letztes Jahr ??
Moin Patrick,
bitte nicht schon wieder daran erinnern.
Ich überlege übrigens, auf die "Color Fantasy" ein paar Kappen mitzunehmen, die wir dann nach Gutdünken - sozusagen als Orden - verleihen können. Ich hoffe allerdings, wir werden sie nicht brauchen...
Ach, machen dieser Bericht und die Fotos Heimweh nach den 3 Schiffen. Habe einiges Neues dazugelernt. Vielen Dank für die Infos.
Das schönste Schiff war für mich die jetzige ASTOR, zu Arkona-Zeiten war ich auf der ASTORIA zuhause und trauere ihr immer noch ein wenig nach Aber in zwei Wochen geht es wieder auf die AIDAvita!
Hallo Ihr Beiden ich kann denn ja mit der Aidakappe kommen,hi hi Nein, Scherz beiseite, Patrick, danke für die Ausführungen, es ist nichts zu bemängeln. Hoffentlich fahren alle drei noch lange, denn den 30 hatten wir auf der Maxim schon 1999 gefeiert. Maritime Grüße Gerd