Hallo Kreuzfahrer
hier mein Bericht:
Besichtigung der Vistamar am 23.7.05 in Hamburg
An der Hamburger Überseebrücke lag sie nun, die kleine Vistamar von Berlitz als Small Ship mit 3 Sternen eingestuft. Warum sie hier lag und nicht am Cruise Terminal konnte man mir nicht beantworten
Wir waren rechtzeitig da und konnten vor der Zeit aufs Schiff. Erstaunlich für mich war, dass das normale Ein- und Auschecken nicht mit Magnetkarte, sondern mit den guten alten Marken bewerkstelligt wird, zumal die Türen mit Magnetkarte zu öffnen sind.
Auffallend ist das für dieses Schiff große Atrium, das sich über 4 Decks erstreckt und einen gläsernen Fahrstuhl hat. Im Musiksalon Don Fernando wurden wir mit einem Glas Sekt begrüßt. Dieser ist so groß, dass alle 300 Passagiere auf diesem Schiff mit einer Bruttoraumzahl von 7 500 Platz finden. Warme Farben mit ebensolchen Gardinen strahlen Gemütlichkeit aus. In zwei Gruppen gings zum Rundgang. Eine Besonderheit dieses Schiffes ist , dass die Decken in den Kabinen niedriger als die der öffentlichen Räume sind. Dadurch erscheinen die öffentlichen Räume großzügig, getrennt wird dies mitschiffs durch das Atrium.
Die Kabinen sind bei einem 16 m breiten Schiff natürlich nicht so großzügig wie etwa auf Europa oder Maxim Gorkij, jedoch ist ausreichend Platz. Bei einer Space Ratio von 23,3 ist dieses Schiff eher als eng einzustufen (Europa 63,3 Maxim 31,7,Mona Lisa 37,0 ) um nur einige zu nennen. Die Schränke und Ablagen wurden von den Damen überwiegend als ausreichend beurteilt. Die Nasszellen wurden , wahrscheinlich im Jahr 2001, renoviert und zeigten keine Abnutzungserscheinungen. Gut ist auch das Verhältnis der 126 Außenkabinen zu 26 Innenkabinen.
Die Aussendecks sind verwinkelt, sodass man ruhige windstille Plätzchen finden kann. Am, leider nicht beheizbaren, Pool sind schöne Holzmöbel. Vorn viel Liegemöglichkeiten geschützt durch eine Glaswand. Am Pool ein beheizter Whirlpool. Mittags wird bei entsprechender Witterung ein Büfett am Pool angeboten.
Im Restaurant wurden wir zu einem Testessen eingeladen. Die Sechsertische an der Fensterfront stehen sehr eng, sodass die Stewards oft Mühe hatten , zu servieren. Hier würden nicht so breite Tische Raum schaffen . Das Essen (Perlhuhnpastete, Consome, Victoriabarsch, Eis) hatte mehr als 3 Sterne, wurde zügig , ohne Hektik, serviert. Das Personal gut geschult, der kostenlose Tischwein wurde ohne Aufforderung nachgeschenkt.
Der Veranda Club, abends als Disko genutzt, hat bequeme Korbstühle mit weichen Auflagen.
Was ich immer besonders liebe ist ,vorn zu stehen wenn das Schiff den Hafen ansteuert.
Besondere Aufmerksamkeit widmete ich den Rettungsbooten, hat doch Douglas Ward sie als ausgetretene Schuhe betitelt. Von außen machten sie auf mich allerdings auch diesen Eindruck.
Ob das Schiff mit den doch etwas verwinkelten Kabinengängen 2010 überstehen wird, ist die Frage.
Mit 4,55 m Tiefgang eignet sich für Fahrten auf dem Guadalquivier oder Amazonas, ich kann mir sehr gut vorstellen, eine Reise mit ihr zu machen, Es hat Zodiaks mit denen man Gegenden erkunden kann, in denen normale Tender nicht geeignet sind. Das Schiff liegt also zwischen einem Expeditions- und normalen Kreuzfahrtschiff.
Die gemütliche Atmosphäre kam bei dieser Besichtigung voll herüber. Ein spanischer Hauch weht durchs Schiff. Es ist für Leute zu empfehlen, die ein überschaubares Schiff mit wenig Passagieren möchten.
Gerd.Ramm@GMX.de
PS: nebenbei habe ich Rainer Buch dort kennengelernt