Das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises lässt sein Schiff "AIDAcara" für 2,5 Millionen Euro in der Hansestadt umbauen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, sollen 44 Kabinen Balkone erhalten, der Restaurantbereich erweitert und der Wellnessbereich an den Standard der anderen AIDA Schiffe angepasst werden. Zudem würden 32 Kabinen zu Vier-Bett-Kabinen für Familien mit Kindern umgebaut. Der Umbauauftrag mit einem Umfang von 2,5 Millionen Euro ging an die Neptun Stahlbau.
Viele Grüße
Stephan
Posts: 816 | Location: Nordenham/Germany | Registered: July 08, 2002
Ich habe noch einen Text in der NNN online (???) gefunden. Aus nautischer Sicht finde ich die ausfahrbaren Nocks besonders interessant; das hat es meines Wissens in der Seeschiffahrt noch nicht gegeben:
quote:Die erste Aida wird bei Neptun verjüngt
Umbau vor erstem Ostseetörn/Auch Balkonkabinen Bevor das Clubschiff Aidacara am 1. Mai das neue Kreuzfahrtterminal in Warnemünde einweiht, geht es beim Neptun Stahlbau für zwei Wochen in die Werft. Neben Reparaturen erfolgen hier auch Modernisierungen. Die Neptunwerker stehen vor einer großen Herausforderung.
Von Reiner Frank
Das Schiff, mit dem die heimische Reederei Aida Cruises ihren Erfolg 1996 begründete, muss in die Werft. Nach jeweils 30 Monaten erfolgen hier planmäßig die Durchsichten für die weitere Klassifizierung durch den Germanischen Lloyd. Die Reparaturen werden diesmal verknüpft mit einigen dem Zug der Zeit folgenden Umbauten. Balkonkabinen sind gefragt, auch die erste Aida soll, wie schon die Schwesterschiffe, nun damit ausgestattet werden.
44 Kabinen auf Deck 7 werden entsprechend komplettiert, wie der für den nautischen und technischen Bereich zuständige Flottenchef Burkhard Müller mitteilt. Gemeinsam mit Neptun-Stahlbau-Geschäftsführer Manfred Müller-Fahrenholz und Projektleiter Michael Mirus nannte er weitere Eckpunkte der mit über 2,5 Millionen Euro veranschlagten Umbauten und des noch nicht genau bezifferten Reparaturprogramms.
Um Familienreisen noch besser Rechnung zu tragen, werden auf Deck 4 und 5 einige Kabinen umgebaut, um in den Ferienzeiten die Angebote an 3- und 4-Bettkabinen zu erhöhen. Auch der Restaurantbereich wird erweitert. So wird u. a. durch Modifizierung des Achterschiffes das Karibikrestaurant achtern auf Deck 9 künftig 76 zusätzliche Plätze bieten, 42 davon außen. Umbauarbeiten sind auch im Wellnessbereich avisiert, hier sollen u. a. die Massage-Kabinen geräumiger gestaltet werden. Auch Rettungsmittelkapazitäten würden erneuert und auf den erweiterten Platz für dann 1298 Passagiere ausgelegt.
Manfred Müller-Fahrenholz verweist auf Veränderungen auf der Schiffsbrücke. Damit die Balkonausbauten nun dort beim Anlegen nicht die freie Sicht versperren, wird die Brückennock durch herausfahrbare Brückenfahrstände um 1,80 m verlängert. Ein Novum nach Erkenntnissen des Werftchefs.
Die Neptun-Crew sei aber gut vorbereietet. Mit den A-Rosa- Flusskreuzern habe man bereits gemeinsam gute Erfahrungen sammeln können. Es sei eine tolle Fortsetzung einer schönen Zusammenarbeit, wertet Müller-Fahrenholz den Großauftrag, der im eng bemessenen Zeitrahmen zu meistern ist. Es sei ein wichtiger Schritt zur Auslastungssicherung für Neptun und die Partner in der Region. In drei Schichten würden jeweils 120 Neptunwerker bzw. Kooperationspartner rund um die Uhr im Einsatz sein. Die Balkone werden bem Neptun Stahlbau vorgefertigt, die Fenster beim Umbau zu einer doppelflügligen Tür umgewandelt.…
Noch schwimmt die Aidacara im westlichen Mittelmeer, war gestern in Valencia. Die erste Reise nach der Werftzeit vom 1. bis 5. Mai ist bereits ausgebucht.
Viele Grüße
Stephan
Posts: 816 | Location: Nordenham/Germany | Registered: July 08, 2002
nun ich erinner mich schwach daran irgendwo mal gelesen zu haben, dass die c.Columbus von Hapag-Lloyd bzw. Conti auch eine ausfahrbare Nock hat. Dieses Schiff ist das größte Kreuzfahrtschiff, dawelches die großen Seen befahren kann. Die ausfahrbare Nock war wohl aufgrund der geringen Schleusenbreite dort notwendig.
Den Umbau der AIDAcara betrachte ich mit sehr gemischten Gefühlen. Vorab ich kenne das Schiff und ich mag es! Im Gegensatz zu den jüngeren Schwestern Vita und Aura ist die Cara ein ausgewogener und sehr stimmiger Entwurf, das Heck ist Yachtähnlich und nicht wie bei den Schwestern ein abgeschnittenes Yachtheck mit Spiegel. Auch die offene Brückennock und die Linien sehen bei der Cara deutlich besser aus. Nun jetzt bekommt sie Balkonkabinen, dass wird der Optik sicherlich nicht gut tun! Aber es passt zu Carnival und es passt wahrscheinlich auch zum Publikum, dass dank Billigangeboten längst keine exklusive Randgruppe der deutschen Tourismusbranche darstellt... Bleibt zu hoffen, dass nicht auch die Klassiker Astor, Astoria, Maxim und ähnliche in Zukunft durch Umbauten wie diese oder wie sie SOLAS erfordern verunstaltet werden. Auch bleibt zu hoffen, dass es bald wieder einen Veranstalter gibt, der die kleine exklusive Randgruppe von Seetouristen glücklich macht, die keinen Ballermann zu Schiff wollen und die die Club Med 2 und AIDA (von Arkona Cruises) vermissen.
Moin Thorsten, stimmt, Du hast Recht, die Columbus hat sowas auch!
Naja, was das Äußere angeht, würde ich im Bezug auf die Cara recht gelassen bleiben, denn für 2,5 Mios wird es keine einschneidenden äußerlichen Veränderungen geben. Und wenn 44 Kabinen auf einem Deck mit Balkonen ausgestattet werden, dürfte das wohl auch optisch nicht viel ausmachen.
Was die exclusive Randgruppe (klasse Wortkreation! ) angeht, was genau meinst Du denn? Bedenke bitte, daß der deutsche Kreuzfahrtmarkt a) ein recht kleiner im weltweiten Vergleich ist und b) obendrein noch im Wachstum. Ein Überangebot an Konzepten würde meiner Ansicht im heutigen Stadium mehr schaden als nützen. Ich finde, zum heutigen Zeitpunkt ist doch eigentlich für jeden was dabei. Die Party- und Animationliebhaber werden von AIDA bedient, das preisbewusste Publikum mittleren und gehobeneren Alters, die Wert auf ungezwungene Atmosphäre legen, von Phoenix und Transocean und das zahlungskräftigere und verwöhnte Klientel wird bei Hapag-Lloyd und Deilmann glücklich. Und dann gibt es natürlich noch die Kosmopoliten, die mit dem Englischen vertraut sind; denen steht ja sowieso jede Reederei der Welt zur Verfügung. Und auch die, deren Vorlieben aus Mischungen aus oben genannten Angeboten bestehen, sollten doch fündig werden. Deswegen interessiert mich (und sicher auch andere): Welches Angebot würdest Du Dir für den deutschen Markt wünschen?
Viele Grüße
Stephan
Posts: 816 | Location: Nordenham/Germany | Registered: July 08, 2002
Hallo Stephan, aus betriebswirtschaftlicher Sicht hast Du natürlich recht und die aktuellen Zahlen von Aida bzw. Costa bestätigen, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Als Kunde muss ich beim Produkt AIDA nur ein deutliches Down-Scale in Preis und Leistung beobachten. AIDA ist heute nicht mehr etwas Besonderes, sondern ein Produkt des Massentourismus geworden. Ich habe kürzlich einen sehr wohlwollenden Bericht über die Aidaaura im Privatfernsehen (RTL oder so) gesehen und wurde hinsichtlich meiner Vorurteile vollkommen bestätigt, das Publikum schien mir (aufgrund des Berichts) einfacher und anspruchsloser zu sein als vor Jahren als wir an Bord waren. Früher war AIDA ein Produkt, dass sich an anspruchsvolle zahlungskräftige (vgl. Preis heute und damals) Kunden zwischen 30 und 60 Jahren, sportlich und mit Vorliebe für Wellness richtete. Diese Zielgruppe suchte "das Besondere", aber diese Zielgruppe scheint zu klein und womöglich zu anspruchsvoll zu sein, als dass man sie an Bord der AIDAs oder eines anderen Schiffs auf dem deutschen Markt ins Visier nimmt. Denn auch Club Med kam ja mit dieser Zielgruppe genauso wenig zurecht wie einst Arkona-Cruises. Mich würde in dem Zusammenhang interessieren, ob die Anzahl der Repeater früher höher war als heute.
Was die Umgestaltung der AIDA angeht haben wir einfach unterschiedliche Meinungen! Ich finde - unabhängig davon wie teuer ihre Instalation ist - Balkonkabinen sehr häßlich! Wenn sie dann auch noch aussehen wie "angeklebt" finde ich das besonders schlecht (wie bei der Costa Victoria oder Vita und Aura). Die einzigen Schiffe, denen die Balkonkabinen stehen, sind meiner Meinung nach neben der Crown Princess / Aida Blu, die Rotterdam- und Statendamklasse von HAL. Allerdings haben dort die Kabinen den Nachteil, dass die Stahlbrüstungen die Sicht aus der Kabine einschränken.
Moin Thorsten, daß das ursprüngliche AIDA-Konzept vom Nischen- zum Massenkonzept avanciert ist, steht außer Frage. Das mit dem zahlungskräftigen Publikum kann ich jedoch nicht so ganz nachvollziehen, denn auch in den Anfängen von AIDA würde ich das damalige Publikum nicht gerade als exclusiv bezeichnen, wenn auch anspruchsvoller als heute, das stimmt wohl. Das, was Du bevorzugst, hat in meinen Augen A'ROSA abgedeckt, nur daß man hier eben zwei Fehler gemacht hat: Ein für den Anfang zu großes Schiff gewählt und mit Kampfpreisen versucht, das Schiff auf Teufel komm raus voll zu kriegen und damit wieder ein Publikum angelockt, welches die eigentliche Zielgruppe wiederum vertrieben hat. Das Resultat ist hinlänglich bekannt...
Viele Grüße
Stephan
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